31.07.2012
Netzwelt-Ticker
Ubisoft-Leck, Netz-Pöbler, Spotify-Zahlen
Von Richard MeusersSicherheitsprobleme beim Spielehersteller Ubisoft: Das Unternehmen liefert Titel wie "Ghost Recon - Future Soldier" mit einem Kopierschutzprogramm namens Uplay aus, das die Spieler nur mit Online-Verbindung zocken lässt. Ein Sicherheitsexperte von Google hat nun beobachtet, dass Uplay beliebigen Websites theoretisch einen Zugriff auf den Spielrechner ermöglicht. Gerät der Surfer auf eine Seite mit bestimmtem Javascript-Code, kann dieser auf dem betroffenen Rechner beliebige Prozesse starten. Ubisoft hat inzwischen die Software aktualisiert und rät Kunden, den automatischen Patch zu installieren, er soll das Problem beheben.
26,7 Prozent der Spotify-Kunden zahlen
Neue Zahlen vom Musiksteraming-Anbieter Spotify: 15 Millionen aktive Nutzer habe man derzeit weltweit, teilt das Unternehmen mit. Vier Millionen davon bezahlen für Musik. Im Januar 2012 sprach Spotify von drei Millionen Abonnenten bei 12,5 Millionen aktiven Nutzern. Spotify hat den Anteil zahlender Kunden also gesteigert - von 20 Prozent auf 26,7 Prozent. (lis)
Südkorea liefert Argumente gegen Klarnamenpflicht
Vor einer Woche begann YouTube seine Kommentatoren mit sanftem Zwang zur Benutzung von Klarnamen zu bewegen. Eine mögliche Hoffnung: Wer sich nicht hinter Pseudonymen versteckt, benimmt sich manierlich und gibt nicht den nervtötenden Troll. Bei Facebook sind Pseudonyme verboten. Steigert das die Diskussionkultur? Kaum, besagt eine bereits im Januar vorgestellte Studie, auf die "TechCrunch" jetzt hinweist. Die Forscher untersuchen die Auswirkungen der 2007 in Südkorea eingeführten Verordnung, alle Web -Seiten mit mehr als 100.000 Besuchern dürften nur noch Kommentare von Nutzern unter echten Namen zulassen.
Nach vier Jahren wurde diese Bestimmung wieder gestrichen, denn die beabsichtigte Wirkung, nämlich die Reduzierung von Beleidigungen und boshaften Kommentaren, war ausgeblieben. Bei der Gruppe der Intensiv-Surfer hatte der Klarnamenzwang sogar die gegenteilige Wirkung, sie pöbelten noch mehr als zuvor. Vor allem solche, die nur sporadisch kommentierten, zeigten sich durch die Maßnahme beeindruckt. Insgesamt konnte die Studie "keinen messbaren Einfluss auf eine Verhaltensänderung des einzelnen Users" feststellen (PDF).
Kein Wunder, resümiert "TechCrunch". Schon seit längerem sei in der Forschung das Phänomen bekannt, dass Probanden fortdauernde Kameraüberwachung schließlich ignorieren.
Kommen 80 Prozent der Anzeigenklicks bei Facebook von Bots?
Limited Run ist eines der zahllosen Start-ups, das sich von der Präsenz beim Netzwerkkönig Facebook Bekanntheit und Einkommen erhoffen. Nun klagen die Macher: 80 Prozent der Klicks auf Anzeigen würden von Bots stammen und nicht von Surfern aus Fleisch und Blut. Trotzdem verlange Facebook die vollen Gebühren. So beklagen es die Limited-Run-Mitgründer in der "Los Angeles Times" . Facebook sagt, der Vorwurf, Anzeigenklicks stammten nicht von Menschen, werde untersucht.
Auch das noch:
- Bastler lässt Sturmgewehr am 3-D-Drucker entstehen. Handschellen-Schlüssel aus dem 3-D-Drucker? Die sehen gegen die Schusswaffe aus dem Drucker richtig alt aus. Die Kunststoffwaffe, eine Art Schrumpf-Kalaschnikow, soll über 200 Schuss ohne Abnutzungserscheinungen abgefeuert haben.
- Die Visualisierung des Internets. Über 350.000 Websites, dargestellt nach Herkunft und Bedeutung.

