02.08.2012
Adressen und Passwörter
Online-Brillenhändler Mister Spex gehackt
Mister Spex (Screenshot): Daten waren zum Teil unverschlüsselt gespeichert
Berlin - Kunden des Brillenhändlers Mister Spex sind Opfer von Hackern geworden. Geschäftsführer Dirk Graber teilte am Donnerstag auf der Internetseite seines Unternehmens mit, dass das Ausmaß dieser Aktion noch nicht klar sei. "Daher müssen wir davon ausgehen, dass schlimmstenfalls alle unsere Kunden betroffen sind", schrieb er.
Unternehmenssprecherin Martina Dier bestätigte die Mitteilung und erklärte, die Datenbank umfasse etwa 400.000 Kunden, größtenteils aus Deutschland. Betroffen seien Adressdaten und Passwörter, aber keine Zahlungsdaten. Mister Spex speichere diese grundsätzlich nicht. Zum Teil seien die Daten, darunter auch Passwörter, unverschlüsselt in der Datenbank gespeichert gewesen.
Mister Spex vergibt seinen Kunden beim Bestellvorgang ein automatisch erstelltes Passwort. Nachträglich kann dieses Passwort aber geändert werden. In Gefahr ist nun, wer dasselbe Passwort für weitere Online-Dienste verwendet.
Bisher seien die Daten nicht im Web aufgetaucht, sagte Sprecherin Dier. Es befänden sich auch Adressen von Mister Spex in der Datenbank, dort seien bisher keine unverlangten Werbe-E-Mails eingegangen. Allerdings habe ein Kunde von einer Phishing-Mail berichtet. Es könne deswegen nicht ausgeschlossen werden, dass die Daten bereits missbraucht würden.
Dem Unternehmen fielen nach eigenen Angaben am Montagabend erstmals Unregelmäßigkeiten auf. Nach mehrtägigen Prüfungen wurden alle Passwörter der Kunden geändert. Sie alle sollten noch am Donnerstag neue Passwörter erhalten.
Im vergangenen Jahr 2011 setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben etwa 17 Millionen Euro mit dem Verkauf von Brillen und Kontaktlinsen um. Das Unternehmen betreibt inzwischen auch Shops in Frankreich und Spanien.
ore/dapd