Lade Daten...
09.08.2012
Schrift:
-
+

Online-Handel

Amazon liefert Sturmgewehr statt Fernseher

Amazon-Lieferung mit UPS (Symbolbild von 2010): Schusswaffe statt Fernseher
AP

Amazon-Lieferung mit UPS (Symbolbild von 2010): Schusswaffe statt Fernseher

Wumme statt Glotze: Statt des gewünschten Fernsehers erhielt ein amerikanischer Amazon-Kunde ein Gewehr. Verwechslungen kommen vor, allerdings wirken Nachrichten über das Internet als Vertriebskanal für Schusswaffen heikel, so kurz nach den Aurora-Morden.

Ein Mann wollte sich im Internet ein Gerät zum Zeitvertreib bestellen und bekam stattdessen ein Gerät zum Töten. Es ist eine Geschichte aus den USA, genauer gesagt vom Online-Kaufhaus Amazon. Mittlerweile gibt es fast nichts, das nicht über den schnellen Web-Dienst geordert werden könnte: Blutdruckmessgeräte und Fasanenpastete, Dildos und Rasenmäher, Appenzeller und Badewannen. Gerade Elektro-Artikel wie Fernseher werden gern am heimischen Rechner bestellt, das spart nämlich lästige Lauferei und schweißtreibende Schlepperei. Darum bestellte sich auch Seth Horvitz aus Washington über Amazon einen Fernseher mit 39-Zoll-Flachbildschirm. Das gute Stück sollte 320 Dollar kosten.

Horvitz staunte nicht schlecht, als ihm vom Paketdienst UPS ein langer, schmaler Karton geliefert wurde, in dem unmöglich der Fernseher verpackt sein konnte. Beim Auspacken stellte er fest, dass er unfreiwillig Besitzer eines halbautomatischen Sturmgewehrs vom Typ Sig Sauer 716 geworden war. Anbei lag eine Rechnung über 1590 Dollar.

Allerdings hat Horvitz kein Interesse an Schusswaffen. "In meinem ganzen Leben habe ich keine Waffe besessen", sagte er "Wired". Nur, wie das Gewehr wieder loswerden? Der Transport derartiger Waffen im Auto ist verboten, der Besitz einer Sig Sauer in Washington, D.C. sogar illegal. Die verständigte Polizei holte die Waffe wenig später ab. Die Beamten bemerkten dabei lakonisch, hoffentlich bekomme Horvitz noch seinen Fernseher - oder wenigstens sein Geld zurück.

Der Verkäufer der Waffe, ein Online-Waffenhändler, konnte sich die Angelegenheit nicht erklären. Er verkaufe zwar viel im Internet, aber einen derartigen Vorfall habe er noch nicht erlebt.

Amazon habe auf Horvitz' Anfrage nur auf das übliche Prozedere bei einer falsch zugestellten Warenlieferung verwiesen. Möglicherweise liegt der Fehler aber auch beim Paketzusteller, dort könnten die Adressaufkleber in einem Augenblick der Unachtsamkeit vertauscht worden sein. Auf Anfragen nach einer Stellungnahme habe UPS nicht reagiert.

Die Geschichte rückt angesichts regelmäßiger Zwischenfälle mit Schusswaffen in den USA in ein ernstes Licht. Im Juli wurden in einem Kinosaal in Aurora bei Denver vor der Premiere des jüngsten "Batman"-Films zwölf Menschen erschossen und Dutzende verletzt. 6000 Schuss Munition hatte der mutmaßliche Täter zuvor ganz legal im Internet bestellt.

meu

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
1. Retour
Arno Nühm 09.08.2012
Hätte ich reklamiert, da die versprochene HD-Auflösung nicht vorhanden war.
Zitat von sysopWumme statt Glotze: Statt des gewünschten Fernsehers erhielt ein amerikanischer Amazon-Kunde ein Gewehr.
Hätte ich reklamiert, da die versprochene HD-Auflösung nicht vorhanden war.
2. ...
cabrioheinz 09.08.2012
In den USA kann man also Waffen im Versandhandel bestellen. Ja und, was ist daran neu? Und warum soll das hier bei uns eine Nachricht wert sein?
In den USA kann man also Waffen im Versandhandel bestellen. Ja und, was ist daran neu? Und warum soll das hier bei uns eine Nachricht wert sein?
3. Darum
Stelzi 09.08.2012
Weil das eigentlich auch in den USA, oder zumindest in etlichen Bundesstaaten, nicht legal sein dürfte. Oer vielleicht auch einfach nur die Tatsache, dass er was ganz anderes bestellt hat...
Zitat von cabrioheinzIn den USA kann man also Waffen im Versandhandel bestellen. Ja und, was ist daran neu? Und warum soll das hier bei uns eine Nachricht wert sein?
Weil das eigentlich auch in den USA, oder zumindest in etlichen Bundesstaaten, nicht legal sein dürfte. Oer vielleicht auch einfach nur die Tatsache, dass er was ganz anderes bestellt hat...
4. Gar nicht so schlecht...
groundhopper0815 09.08.2012
... sollte immer so laufen. Wer einen Fernseher bestellt hat, will wahrscheinlich niemandem was Böses. Und wenn der, der eine Waffe bestellt hat, jemandem was Böses will, kann er so höchstens versuchen, denjenigen mit dem [...]
... sollte immer so laufen. Wer einen Fernseher bestellt hat, will wahrscheinlich niemandem was Böses. Und wenn der, der eine Waffe bestellt hat, jemandem was Böses will, kann er so höchstens versuchen, denjenigen mit dem Fernseher zu verpfügeln!
5.
franko_potente 09.08.2012
Weil es eine Fehllieferng war, eine recht spektakuläre.
Zitat von cabrioheinzIn den USA kann man also Waffen im Versandhandel bestellen. Ja und, was ist daran neu? Und warum soll das hier bei uns eine Nachricht wert sein?
Weil es eine Fehllieferng war, eine recht spektakuläre.

Empfehlen

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter RSS
alles zum Thema Amazon
RSS
Top

© SPIEGEL ONLINE 2013 Alle Rechte vorbehalten