10.08.2012
Netzwelt-Ticker
Blizzard gehackt, Google liest Fotos, Amazon passt sich an
Von Carolin Neumann
Figur aus "Diablo 3": Offenbar Sicherheitsproblem bei Blizzards battle.net
Spieleentwickler Blizzard Entertainment meldet einen Angriff auf sein internes System. Offenbar haben sich Hacker außerdem Zugang zur Gaming-Seite battle.net verschafft und konnten dort E-Mail-Adressen, Sicherheitsfragen und Informationen zu Zwei-Schritt-Anmeldungen von Nutzern außerhalb Chinas abgreifen. Weder Kreditkarten- noch Adressdaten seien betroffen, heißt es, und es handele sich zudem um Informationen, mit denen allein sich die Angreifer keinen Zugang zu Battle.net-Nutzerkonten verschaffen könne.
Blizzard gibt quasi Entwarnung: Die Passwörter seien so verschlüsselt, dass jedes erst einzeln entschlüsselt werden müsste. Es sei also höchst unwahrscheinlich, dass die Hacker in die Accounts eindringen werden. Dahingegen waren beispielsweise die kürzlich öffentlich gewordenen Anmeldedaten von LinkedIn und eHarmony anders verschlüsselt und entsprechend unsicherer, erklärt "ArsTechnica".
Blizzard rät dennoch Battle.net-Nutzern aus Nord- und Lateinamerika, Australien, Neuseeland und Südostasien - sie spielen über die betroffenen nordamerikanischen Server -, ihr Passwort zu ändern. Das Unternehmen kündigt zudem weitere Sicherheitsmaßnahmen an, um sicherzustellen, dass die Gamer alle möglicherweise kompromittierten Daten ändern.
Spieler aus Deutschland dürften den Angaben zufolge von dem Hack nicht betroffen sein.
Google Translate erkennt jetzt auch Text in Bildern
Android-Smartphoner, aufgepasst: Wer heute seine Google-Translate-App aktualisiert, wird ein hübsches neues Feature vorfinden. Die Anwendung erkennt in ihrer neuesten Version Text von Bildern. Und so geht's: Sie fotografieren ein Dokument ab, zum Beispiel die Begrüßungsformel einer Rechnung, und die App zeigt Ihnen den Text elektronisch an. In einem ersten SPIEGEL-ONLINE-Test klappte das schon ganz ordentlich. Bei handschriftlichen Notizen allerdings hat die App jenseits von Schönschrift oder Großbuchstaben noch sichtlich Schwierigkeiten. Um das Update zu erhalten, braucht es wenigstens Android 2.3 (Gingerbread).
Amazon reagiert auf iCloud-Hack
Sowohl Apple als auch Amazon ziehen Konsequenzen aus dem bekannt gewordenen Hack des iCloud-Kontos eines Journalisten. Einem Angreifer war es gelungen, die in der Apple-Cloud gespeicherten Daten des Mannes zu löschen, weil er eine Sicherheitslücke ausnutzte, die im Zusammenspiel der beiden Unternehmen funktionierte: Bei Amazon konnte er die letzten vier Ziffern der Kreditkarte des Amerikaners in Erfahrung bringen, die wiederum Apple in Kombination mit einer Postadresse genügten, um ein neues Passwort zu vergeben. Amazon lässt in Folge des Hacks nun keine telefonischen Datenänderungen mehr zu. Apple wies zumindest vorübergehend eine gleiche Änderung an, hatte darüber hinaus aber bereits angekündigt, seine Sicherheitsstandards zu überprüfen.
Auch das noch:
- Das nächste Windows-8-Smartphone soll aus dem Hause HTC kommen.
- Das Bildernetzwerk Pinterest hat seine Invite-Only-Phase beendet und ist jetzt für Jedermann offen.
- Es gibt viele Vorstöße, wie wir zukünftig mobil bezahlen können, schreibt die "New York Times", aber die Nutzer sind noch zu skeptisch. Das will jetzt ein Zusammenschluss der amerikanischen Mobilfunkanbieter ändern und hat eine Allianz geschlossen.
- Ausnahmsweise mal gute Nachrichten für das krisengeplagte RIM: Der kanadische Hersteller des Blackberry ist einer 147 Millionen Dollar schweren Patentstrafe entgangen.