17.08.2012
Bildkomposition
Fünf Profi-Tipps für bessere Fotos
Von Elin Rantakrans und Tobias HagbergTipp 1: Dynamische Bildkomposition wählen
Eine Bildkomposition baut darauf auf, welche Elemente als Motiv für ein Bild ausgewählt werden und wie diese Elemente aufeinander wirken. Ziel eines guten Fotos ist es, das Auge des Betrachters einen Moment festzuhalten und über das Bild wandern zu lassen.
Die Komposition trägt dazu bei, ein bestimmtes Element im Bild besonders zu betonen. Viele Fotografen wenden hierzu die so genannte Dreiteilungsregel an, bei der die Bildfläche imaginär durch drei vertikale und zwei horizontale Linien in neun gleichgroße Flächen eingeteilt wird.
In dem Beispielfoto erzeugen die leeren Sitze im Zug von Philadelphia nach Atlantic City ein rhythmisches Muster, das durch den einsamen Passagier durchbrochen wird.
Dynamische Bildkomposition: Gleichmäßige Stuhlreihen, durchbrochen von einem Passagier (für Komplettansicht bitte anklicken)
Tipp 2: Muster und Farben erkennen
Auffallend oft sind es rhythmische Muster oder Strukturen, die den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Bild ausmachen. Das Motiv kann dabei ganz einfach sein, wie zum Beispiel abblätternde Farbe auf einer rauen Steinwand, ein Farbkontrast oder ein einzelnes Detail, das aus dem Bild heraussticht und den Rhythmus des Bildes unterbricht.
In dem Beispielfoto erlaubt es eine zufällige Lücke im Menschenmeer vor dem Kolosseum in Rom, Mutter und Kind auf effektvollem einem Untergrund zu zeigen.
Muster: Die Hintergrundstruktur hebt das Motiv im Vordergrund hervor (für Komplettansicht bitte anklicken)
Linien geben dem zweidimensionalen Bild Perspektive und Tiefe. Fotografiert man aus Augenhöhe, wirkt das dezent und funktioniert praktisch immer, es kann allerdings schnell langweilig werden, alles und jeden so abzulichten. Die Vogelperspektive, bei der man auf das Motiv herunterschaut, verkleinert und kann herablassend wirken, während die Froschperspektive mit dem Blick von unten ein Motiv optisch vergrößert.
Das Beispielfoto zeigt das Ribergsborgs-Schwimmbad im südschwedischen Malmö, die formelle Komposition zieht den Blick auf die Bildmitte.
Der richtige Blickwinkel: Etwas unter Augenhöhe fotografiert, der Blick wird auf die Bildmitte gezogen (für Komplettansicht bitte anklicken)
Tipp 4: Das Wichtigste betonen
Will man ein Detail im Bild besonders betonen, kann es ganz weit vorne in der Bildkomposition platziert, isoliert oder durch Licht hervorgehoben werden.
Verwirrende Details: Trotz der vielen farbigen Bänke wirkt das Bild klar und einfach - der Fotograf ist nah genug an das Kind herangetreten.
Ist hingegen der Mensch wichtiger als das Gebäude, platziert man ihn näher vor die Kamera, sodass die Akropolis zum Hintergrund wird statt zum Hauptmotiv.
Das Beispielfoto wurde im Vergnügungspark Gröna Lund in Stockholm aufgenommen - weil der Fotograf nah genug an das Kind heranging, gelang ihm auch in diesem Durcheinander von Details ein einfaches und klares Bild.
Noch ein Tipp: Unser Blick wird automatisch von Schrift angezogen. Passen Sie also auf, wenn Sie ein Reklameschild oder ein T-Shirt mit Textaufdruck im Bild haben, weil der Betrachter des Fotos immer zuerst den Text lesen wird, bevor er den Rest des Bildes wahrnimmt.
Tipp 5: Details entdecken
Ein kleines Detail kann viel erzählen. Fotografiert man eine ganze Hausfassade, kommt die Besonderheit des Gebäudes möglicherweise gar nicht zur Geltung. Ein Detail kann indes exemplarisch für das Ganze stehen.
Detail: Durch Heranzoomen des Motivs entsteht ein intimerer und offenerer Eindruck, als wenn man das gesamte Gebäude von Weitem fotografiert hätte.
Diese fünf Tipp stammen aus dem Foto-Ratgeber "Das perfekte Foto - 71 Tipps vom Profi", verfasst von Elin Rantakrans und Tobias Hagberg, erschienen beim dpunkt Verlag.