17.08.2012
Netzwelt-Ticker
Flickr verdoppelt, neuer Wiper, Facebook löscht
Computervirus (Symbolbild): Shamoon löscht Festplatten besonders gründlich
Virenforscher haben auf einigen Computern einen neuen Wurm gefunden, der alles daran setzt, Daten unwiderruflich zu löschen. Symantec taufte den Schädling auf den Namen Disttrack, McAfee auf Shamoon. Wie "Ars Technica" berichtet, sei der Wurm auf weniger als 50 Rechnern gefunden worden. Nähere Angaben gab es nicht, allerdings soll das Ziel der Energiesektor gewesen sein - was auch immer das nun heißt.
Die Urheber hatten während der Arbeit an dem Wurm offenbar ein Verzeichnis Wiper genannt. Übersetzt heißt das so viel wie Reiniger - eine treffende Beschreibung der Löschfunktion. Ein Virus namens Wiper war im April offenbar auf das iranische Ölministerium angesetzt worden, um dort Dateien zu löschen. Laut der russischen Firma Kaspersky Lab besteht aber wohl kein direkter Zusammenhang zwischen Wiper und Shamoon. Stattdessen wird vermutet, dass sich die unbekannten Urheber von Wiper inspirieren ließen. Laut Kaspersky Lab könnte es sich um sogenannte script kiddies handeln - wenig erfahrene Entwickler, die mehr nachahmen als selbst zu schaffen.
Ganz ohne Expertise sind die Urheber aber offenbar nicht: Um auf die Festplatte des Opfers zuzugreifen, um diese mit einer Bilddatei im Jpeg-Format zu überschreiben, bringt Shamoon einen Gerätetreiber mit, der ein gültiges Sicherheitszertifikat aufweist.
Flickr-Team angeblich verdoppelt
"Bitte machen Sie Flickr wieder großartig", so wandten sich Fans der Fotoseite Mitte Juli an die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer. Unter ihren Vorgängern war Flickr nicht besonders pfleglich behandelt worden, die Seite wurde kaum weiterentwickelt, Stellen wurden abgebaut. Neue Fotoseiten und Apps wie Instagram nutzten den Flickr-Stillstand, um dem einstigen Pionier Konkurrenz zu machen.
Der Appell war offenbar erfolgreich: Wie Robert Scoble berichtet, soll Mayer das Flickr-Team in der vergangenen Woche verdoppelt haben. Unklar ist allerdings, wie viele Mitarbeiter Flickr überhaut noch hatte, und wie viele es jetzt angeblich sind. Schon auf den Hilferuf der Fangemeinde hatte Flickr mit einem Link auf Stellenanzeigen reagiert. Etliche Positionen sind offenbar immer noch nicht besetzt.
Außerdem:
- Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) führt derzeit Gespräche mit Unternehmen und Behörden in Sachen Cyber-Attacken. Wenn nötig, könnte es sogar ein neues IT-Sicherheitsgesetz geben, berichtet die Nachrichtenagentur dapd.
- Apples Datei-Verschlüsselung FileVault 2 wurde ein Jahr lang von Forschern unter die Lupe genommen - und konnte offenbar nicht geknackt werden. Auf die Arbeit weist Sicherheitsexperte Bruce Schneier in seinem Blog hin.
- Skype für Windows 8 ist zwar noch nicht offiziell, aber eine Preview-Version ist offenbar in die Hände von "Neowin" geraten - und sieht schon schick aus.
- Facebook löscht jetzt Fotos. Bisher waren gelöschte Bilder auf der Plattform zwar nicht mehr sichtbar, aber über ihre genaue Webadresse weiterhin abrufbar, schreibt "ArsTechnica". Drei Jahre hat der Konzern für die Entwicklung der funktionierende Löschfunktion gebraucht.
ore