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30.11.2012
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Jim-Jugendstudie

Vertrauen in Facebook schrumpft

Corbis

Jugendliche mit Laptop: Computer in jedem Jugendzimmer

Einen Rechner haben mehr als 80 Prozent, bei Facebook sind genauso viele. Doch die Einstellung gegenüber persönlichem Datenschutz beginnt sich bei Deutschlands Jugendlichen zu wandeln. Einer aktuellen Studie zufolge schwindet das Vertrauen in soziale Netzwerke, was die Datensicherheit angeht.

Stuttgart/Berlin - Das Vertrauen von Jugendlichen in den Schutz ihrer Daten in sozialen Netzwerken ist bei deutschen Jugendlichen gesunken. Das ist ein Ergebnis der sogenannten Jim-Studie (Jugend, Information Multimedia), die am Freitag vorgestellt wurde. Vor einem Jahr waren es noch zwei Drittel, die mit Blick auf den Datenschutz in sozialen Netzwerken ein gutes oder sehr gutes Gefühl hatten. Jetzt sind es nur noch 54 Prozent. "Sehr sicher" fühlt sich nur noch jeder zehnte Befragte.

Inzwischen schützen der Studie zufolge 87 Prozent der Jugendlichen ihre Profildaten in den Netzwerken mit der sogenannten Privacy Option, die nur bestimmten Personengruppen den Zugriff erlaubt. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Freundeszahlen sei diese Privatheit aber "relativ", schreiben die Autoren in der Studie.

Der durchschnittliche Netz-Freundeskreis von Jugendlichen in Deutschland wächst der Studie zufolge nämlich ungebrochen. Im Mittel haben die Jugendlichen dort derzeit im Schnitt 272 Freunde, bei der Erhebung ein Jahr zuvor waren es noch 206. 57 Prozent der 12- bis 19-Jährigen sind der Studie zufolge täglich im Social Web unterwegs.

78 Prozent der Jugendlichen nutzen Social Networks mindestens mehrmals in der Woche. Im Schnitt melden sie sich im Alter von 12,7 Jahren das erste Mal in einer Netz-Community an. Mit weitem Abstand führend ist dabei auch in dieser Altersgruppe Facebook, in dem 81 Prozent der jungen Internetnutzer aktiv sind.

82 Prozent der 12- bis 19-Jährigen besitzen der Studie zufolge einen eigenen Computer oder Laptop. Mobilrechner sind hier mittlerweile mit einem Anteil von 56 Prozent in der Mehrzahl. Eine immer größere Rolle spielt aber heute das Handy: Setzte vor einem Jahr noch nur jeder sechste der täglichen Netzwerknutzer auch sein Mobiltelefon ein, so sind es jetzt schon 41 Prozent. Der Kurznachrichtendienst Twitter dagegen sei für die meisten Jugendlichen eher ein "Randphänomen".

Die Forscher befragten für die Studie im Frühsommer etwa 1200 junge Menschen. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest führt die Untersuchung seit 1998 in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durch.

Im Mai und Juni 2012 wurden dem Forschungsverbund zufolge 1201 Jugendliche telefonisch befragt. 86 Prozent von ihnen gehen noch zur Schule, zehn Prozent waren Auszubildende und zwei Prozent haben bereits ein Studium aufgenommen. 54 Prozent der befragten Schüler gingen aufs Gymnasium, 32 Prozent auf die Realschule und elf Prozent auf die Hauptschule.

cis/dpa/dapd

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