12.12.2012
Schwacher Start
Das Microsoft-Tablet ist im Netz fast unsichtbar
Von Richard MeusersDer Werbevermarkter Chitika, der sein Geschäft mit Targeted Advertising ähnlich wie Google Adsense macht, hat sich den Tablet-Markt auf seine Marktanteile hin angesehen. Dabei richteten die Reklameexperten ihr Augenmerk besonders auf die Newcomer-Geräte und deren Erfolg. Maßstab dafür war der erzeugte Webtraffic, der in den USA und Kanada im Zeitraum zwischen dem 12. und 18. November im Tablet-Bereich gemessen wurde. Dabei waren die Werte für das Microsoft-Tablet ernüchternd: Gerade einmal 0,13 Prozent des gemessenen Netzverkehrs gingen auf das Konto des Redmond-Rechners. Fast zeitgleich zum Surface hatte Google sein Nexus 10 vorgestellt, dessen Start weit erfolgreicher verlief. Im angegebenen Zeitraum lag der Wert hier bei 0,9 Prozent.
Doch nach wie vor ist im Bereich der Flachrechner Apple das Maß aller Dinge, sein iPad erzeugt mehr als 88 Prozent des Traffics. Auf Platz zwei folgt Amazon mit seinem Kindle Fire, allerdings kann das Online-Kaufhaus mit einem Marktanteil von 4,05 Prozent Apple bislang keine ernsthafte Konkurrenz machen.
Natürlich hat niemand erwartet, dass Microsoft zwei Wochen nach Einführung seines neuen Geräts in einem heiß umkämpften Markt sofort große Anteile erringen würde. Allerdings hat das Unternehmen sich mit seiner eigenwilligen Vertriebsstrategie selbst behindert. Von den drei bis fünf Millionen Surface-Tablets, die Microsoft im vierten Quartal ursprünglich abzusetzen hoffte, werden am Ende wohl nur höchstens 600.000 Geräte übrigbleiben. Der Grund ist die Beschränkung des Surface-Vertriebs in Microsoft-Stores. Von denen gibt es nur wenige, die überdies häufig abgelegen sind, so das Fazit eines Analysten der Website All Things Digital. Anfang Dezember habe es in den gesamten USA gerade einmal 31 Microsoft-Stores und weitere 34 kleinere Verkaufsstellen gegeben.
Angesichts dieser Zahlen überdachte das Microsoft-Management offensichtlich seine bisherige Verkaufspolitik für das Surface und kündigte eine Änderung an. Wie Cnet meldet, erweitert Microsoft noch im Dezember dieses Jahres die Anzahl der Läden, in denen das Surface zu haben ist. Am Dienstag verkündeten die Redmonder, dass, beginnend mit den USA und Australien, Einzelhandelsketten das Microsoft-Tablet anbieten werden. Weitere Länder würden "in den kommenden Monaten" folgen.
Außerdem würden eine Reihe von Microsoft-Stores, die nur für das Thanksgiving- und Weihnachtsgeschäft eingerichtet worden seien, nun permanent offengehalten. Ursprünglich sei die Erweiterung für Anfang 2013 vorgesehen gewesen, doch erst kürzlich machte das Gerücht die Runde, Microsoft sei dabei, sein Surface auch über die Ketten Best Buy und Staples anzubieten.
Microsoft selbst habe keinen Kommentar abgeben wollen, welche weiteren Länder von der Verkaufserweiterung betroffen sein werden. Ebenso wenig wollte der Konzern sich dazu äußern, welche seiner kurzfristig eröffneten Ladenlokale in die Verlängerung gehen werden.
meu

