19.12.2012
Web-Tipps für die Apokalypse
So überleben Sie den Weltuntergang
Von Matthias Kremp
Überlebens-App iSurvival: Feuer machen ohne Streichhölzer
Das Ende ist nah, so viel ist ja klar. Jedenfalls wenn man den Maya-Miesepetern glaubt. Ginge es nach ihnen, wird am 21. Dezember 2012 die Welt untergehen. Wie und um wieviel Uhr Schluss ist, haben sie nicht vermerkt. Nur das Datum hinterließen uns die mittelamerikanischen Ureinwohner. Für mehr hat es offenbar nicht gereicht.
Und so kursieren seit Monaten Tipps im Web, wie man die Apokalypse - und vor allem die Zeit danach - überlebt. Manche Autoren beschränken sich auf Packlisten, andere widmen dem Thema ganze Webseiten oder drehen Erklärvideos. Zum Glück sind die Überlebenstipps nur selten ernst gemeint. Ein gründliches Studium empfiehlt sich trotzdem. Vorsichtshalber.
Meteoritensturm, Alienangriff oder Zombieattacke: Hier sind die besten Anleitungen zum Überleben nach dem Ende der Welt.
Warum man das Internet ausdrucken sollte
Etliche Blogger und Nachrichtenseiten haben sich daran versucht, Anleitungen zu schreiben, wie man die Apokalypse überleben kann. Logisch, dass es dazu ein Wiki gibt. In dem findet man unter anderem folgenden Hinweis: Legen Sie Vorräte für 90 Tage, reichlich Diesel samt passender Fahrzeuge und Verbandszeug zurück.
Benzin-Hamsterkäufe: Sprit für die letzten Tage der Menschheit
Geld, Gold und Knäckebrot
Bei der "Huffington Post" scheint man dagegen zu fürchten, dass das Ende der Welt womöglich nicht mit dem Ende aller Sorgen einhergehen wird. So hat sich das Online-Magazin ausführlich mit dem Thema beschäftigt: Wie bringe ich mein Geld vor dem Weltuntergang in Sicherheit? Die befragten Experten kommen zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass man vorher seinen Schulden begleichen sollte.
Gold: Immer eine sichere Sache, auch, wenn die Welt untergeht
Die letzte App braucht kein Handynetz
So lange man noch eine Möglichkeit hat, den Akku aufzuladen, sollte man nicht auf die Dienste seines Smartphones verzichten. Spezialisierte Apps können ein Hort der Weisheit sein. So wie iSurvival, eine App in der mehrere Überlebenshandbücher der US-Army zusammengefasst sind. Die erklären beispielsweise, wie man im Wald sauberes Wasser findet oder ohne Streichholz ein Feuer entzündet. Man könnte sich natürlich auch noch schnell ein Buch kaufen. Das hält nach dem Ende der Stromversorgung vermutlich länger durch.
Here-Maps von Nokia: Rechtzeitig offline abspeichern
Superkleber heilt alle Wunden
Darüber, was man sonst so alles braucht, um den letzten Tag zu überleben, herrscht im Web Uneinigkeit. Die Website survivetheapocalypse.net geht das Thema pragmatisch an, liefert eine Liste, die Dinge wie Wollsocken, Angelschnur und ein Klappmesser aufführt. Im Grunde ist das nicht mehr als ein Leitfaden für eine Woche auf dem Campingplatz - abgesehen von dem Rat, sich eine Waffe zu besorgen.
Sehr viel konkreter ist Fox News die Frage angegangen und hat eine Liste wichtiger Ausrüstungsgegenstände samt Preisen zusammengestellt. Demnach kostet das Überleben der Maya-Apokalypse 441 Dollar (335 Euro). Viel bekommt man dafür nicht, aber Wichtiges. Einen luxuriösen Campingkocher beispielsweise, der auch Akkus auflädt, einen Kunststoffsack als Waschmaschinenersatz und vor allem ein "Pandemie-Schnellset" samt Kunststoff-Overalls und und Haarnetzen.
Schutzanzüge: Laut "Fox News" Handgepäck für die Apokalypse
Überleben im Porno-Bunker
Vivos-Luxusbunker: "Lebensversicherung für die nächste furchtbare Katastrophe"
Es gibt beispielsweise edel umgebaute ehemalige Militärbunker, bunkerbestückte Villen und Neubauprojekte wie die Vivos-Bunker mit "Lounge Areas" und Zahnarztpraxis oder das Survival Condo, ein zu Luxus-Bunkerwohnungen umgebautes Atomraketensilo. Pech für Spätentschlossene Millionäre: Letzteres ist bereits ausverkauft.
Nicht rechtzeitig fertig geworden ist dagegen das verwegene Bunkerprojekt eines kalifornischen Nacktfilm-Unternehmens. Deren Porno-Bunker sollte 1500 Personen Schutz bieten. Dort sollten Darsteller, Mitarbeiter und ausgewählte Kunden es sich nach dem Ende der Welt bei Tabledance und Bier aus der integrierten Mini-Brauerei gutgehen lassen.
Viel Mayonnaise
Wenn alle vom Ende aller Tage sprechen, darf John Hodgson nicht fehlen. Der Schauspieler ist als Werbefigur berühmt geworden. In Apples Mac-vs.-PC-TV-Spots stellte er lange den PC dar, gab der Figur mit seinem Humor eine liebeswerte Tragik, heute gastiert er unter anderem in Jon Stewarts "Daily Show". Jetzt hat er - angeblich nicht ganz freiwillig - ein Video gedreht, in dem auch er Tipps zum Überleben des Weltuntergangs gibt. Schön anzusehen aber bitte: nicht ernst nehmen.