15.01.2013
Neustart
Justin Timberlake öffnet sein renoviertes MySpace
Justin Timberlake (Archivbild): MySpace-Investor eröffnet neue Version seiner Musik
Das einst beliebte Netzwerk MySpace steht nach einer Generalüberholung neuen Nutzern offen. Jeder kann sich nun auf der neu gestalteten Plattform anmelden und dort ein eigenes Profil anlegen. Begrüßt werden die Nutzer dabei von MySpace-Investor Justin Timberlake und einer neuen Single des US-Popstars.
Rupert Murdoch hatte das Netzwerk einst für fast 600 Millionen US-Dollar gekauft. Doch dann überrundete Facebook das Musiknetzwerk. Ende Juni 2011 verkaufte Murdochs News Corp. MySpace für noch 35 Millionen Dollar an eine Gruppe von Investoren, zu denen auch Timberlake gehört. Sie kündigten im vergangenen Jahr das Neudesign an.
Die Seite ist sehr elegant gestaltet: Serifenlose Schrift, viel Weißraum, die Navigation ist in Blau- und Grautönen gehalten, farbig sind nur die großen Fotos und Videos der Künstler. Der Browser-basierte Musik-Player funktioniert sehr gut: Man kann eigene Mixe aus Stücken auf den Seiten der Künstler zusammenstellen; loggt man sich an einem anderen Rechner ein, spielt der Song da weiter, wo er beim Schließen der Seite abbrach. Auch Musikvideos laufen so weiter.
Die Musik- und Videoauswahl ist bisher allerdings enttäuschend. Nur 29 Sekunden von Carly Rae Jepsens "Call Me Maybe" sind vielleicht sogar ein Segen. Aber nur zwei Lieder vom aktuellen The-XX-Album? Nur eine Handvoll kurzer Ausschnitte aus den knisternden Collagen von Kyoka?
2003 fand man auf MySpace Musik, die es anderswo im Netz nicht so einfach gab. Künstler und Labels hatten die Lieder für ihre Fans hochgeladen. Das war neu und aufregend, MySpace war schnell Hunderte Millionen Dollar wert. Seitdem ist allerdings viel passiert: Musik gibt es auch auf YouTube. Mit Spotify, Pandora, Last.fm oder Simfy existieren außerdem Musikdienste, die so ziemlich alles bereitstellen, was es auch zu kaufen gibt. Künstler stellen heute exklusive Mixe, Live-Aufnahmen und neue Werke bei Soundcloud ein. Obendrein vernetzen sie noch ihre Nutzer untereinander.
dpa/lis/ore