18.01.2013
Foto-App
Instagram kontert Berichte über Nutzerschwund
Foto mit Instagram-Filter: Jeden Tag laden Nutzer 40 Millionen neue Fotos hoch
Hat Instagram seine Nutzer mit dem Hin und Her um neue Nutzungsbedingungen massenhaft in die Flucht geschlagen? Zahlen von Appstats, das Daten über Facebook-Anwendungen veröffentlicht, legten dies nahe. Danach verzeichnete Instagram innerhalb eines Monats einen dramatischen Rückgang bei den Vielnutzern, die jeden Tag Fotos mit der App knipsen und teilen. Jetzt kontert die Firma mit eigenen Daten.
Danach erfreut sich Instagram weiter großer Beliebtheit: 90 Millionen Menschen nutzten die App jeden Monat. Das sind mehr als doppelt so viele, wie die Zahlen von Appstats nahe legten. Die Nutzer laden jeden Tag 40 Millionen neue Fotos hoch, die sie in nostalgische Brauntöne tauchen und mit anderen Effekten versehen können. Auch die Interaktion ist demnach riesig: 8500 Herzchen werden pro Sekunde für besonders schöne Bilder vergeben, 1000 Kommentare geschrieben.
"Wir sehen weltweit weiterhin starkes Wachstum",freut sich Instagram-Mitgründer Kevin Systrom gegenüber dem Technologie-Blog "All Things D".
Doch ein bisschen scheinen die Berichte über den Nutzerschwund Instagram gewurmt zu haben. Denn es ist das erste Mal, dass die App solche Daten veröffentlicht. Zuvor war nur bekannt, wie viele Menschen Instagram auf ihre Handys heruntergeladen und sich dort angemeldet hatten - nicht, ob sie die App auch tatsächlich regelmäßig benutzen.
Nur Facebook-Nutzer in der Statistik?
Der Zeitpunkt der Berichte war denkbar ungünstig. Grade erst hatte eine vorgeschlagene Änderung der Nutzungsbedingungen, die Instagram weit reichende Verwendungsrechte an den Fotos seiner Nutzer zugesichert hätte, für Protest gesorgt. Instagram ruderte zurück und versprach, besonders strittige Punkte nicht umzusetzen. Die überarbeitete Fassung soll nun am 19. Januar in Kraft treten.
Dazu kommt ein Rückzug von Twitter. Dort ließ Instagram die Bilder seiner Nutzer direkt in der Timeline anzeigen. Von dieser praktischen Vorschau hat sich Instagram aber verabschiedet, wohl um mehr Nutzer auf das eigene Angebot zu lenken. Wer nun auf Twitter ein mit Instagram geschossenes Bild entdeckt, muss erst noch einmal klicken, um das Foto auch tatsächlich anschauen zu können. Für die Nutzer ist das umständlicher.
Dass die Daten soweit auseinander liegen, könnte auch damit zusammen hängen, was eigentlich gemessen wird. Denn Seiten wie Appstats berechnen die Nutzung von Anwendungen über Facebook. Haben Knipser ihr Instagram-Profil also nicht mit ihrem Facebook-Profil verbunden, tauchen sie in der Statistik womöglich nicht auf. Zudem können die Zahlen der täglichen Nutzer stärker schwanken als die derjenigen, die sich jeden Monat einloggen.
jnb