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Netzwelt

Virtuelle Tastatur

Google macht die Hand zum Touchscreen

Ein paar Mal auf die eigene Handfläche tippen, schon ruft der Computer einen Kontakt an: Was bisher nur in Science-Fiction-Filmen funktioniert, könnte Wirklichkeit werden. Zumindest hat Google ein entsprechendes Patent beantragt.

AP

Google Glass bei einer Werbeveranstaltung: Patent für virtuelle Tastatur eingereicht

Freitag, 18.01.2013   17:11 Uhr

Die Idee klingt wie aus einem Science-Fiction-Film: Ein Computer, den man mit dem Tippen auf dem eigenen Körper steuern kann. Für den Nutzer erscheint auf der eigenen Handfläche, nur für ihn sichtbar, eine Tastatur, auf die er mit seiner anderen Hand etwa eine Telefonnummer eingeben kann. An einer solchen virtuellen Steuerung werkelt Google offenbar für seine Computerbrille Google Glass.

Die Hightech-Brille hatte Google vergangenes Jahr auf seiner Entwicklerkonferenz vorgestellt, in einer spektakulären Aktion hatten Fallschirmspringer und Kletterer ein Modell zu Google-Mitgründer Sergey Brin auf die Bühne transportiert. Sie soll Realität und virtuelle Welt verbinden, indem Informationen aus dem Internet vor die Augen der Träger projiziert werden. Bisher war davon die Rede, dass die Brille über Drücken an den Bügeln gesteuert werden soll.

Doch Google hat offenbar eine weitere Idee, wie ein Patentantrag nahelegt. Danach soll eine virtuelle Tastatur auf die Hand des Trägers geworfen werden. Der könnte dann mit der anderen Hand darauf herumtippen. Über eine Infrarotkamera verfolgt ein tragbarer Computer die Handbewegungen und übersetzt sie in Befehle.

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Google-Patent: Fass die Hand an
Auch über Bewegungen der "Tastaturhand" selbst könnte die Brille gesteuert oder die virtuelle Tastatur angepasst werden, beispielsweise indem die Tasten verschoben werden. Das Patent selbst wurde im Juni 2012 beantragt und am Donnerstag von der US-Patentbehörde veröffentlicht. Die hat den ursprünglichen Antrag von Google vorläufig zurückgewiesen, die Antwort des Konzerns darauf ist noch nicht öffentlich. Unabhängig vom Ausgang des speziellen Falls zeigt die Patentbewerbung jedoch, in welche Richtung Google seine Hightech-Brille entwickeln will. Es könnte ein erster Schritt hin zu tragbaren Computern sein.

jnb

insgesamt 17 Beiträge
twan 18.01.2013
1.
Hallo jnb. Tragbare Computer haben wir schon, nennt sich Laptop, oder wie auch immer ;) Ansonsten: Wahnsinn, was Google so alles forscht, hätte mal gerne wieder ein Update über das Googleauto, mit dem ein fast erblindeter [...]
Hallo jnb. Tragbare Computer haben wir schon, nennt sich Laptop, oder wie auch immer ;) Ansonsten: Wahnsinn, was Google so alles forscht, hätte mal gerne wieder ein Update über das Googleauto, mit dem ein fast erblindeter fahren konnte.
hador2 18.01.2013
2. optional
Wenn Google das erst im Juni 2012 beantrag hat, dürften sie damit reichlich spät dran sein. Citizen hat genau so ein System nämlich im Juni 2012 bereits auf einer Messe gezeigt. [...]
Wenn Google das erst im Juni 2012 beantrag hat, dürften sie damit reichlich spät dran sein. Citizen hat genau so ein System nämlich im Juni 2012 bereits auf einer Messe gezeigt. http://www.informationdisplay.org/article.cfm?year=2012&issue=10&file=art4
hornitom 18.01.2013
3. Alter Hut
... das ganze kommt mir doch sehr bekannt vor. SixthSense - a wearable gestural interface (MIT Media Lab) (http://www.pranavmistry.com/projects/sixthsense/)
... das ganze kommt mir doch sehr bekannt vor. SixthSense - a wearable gestural interface (MIT Media Lab) (http://www.pranavmistry.com/projects/sixthsense/)
whocaresbutyou 18.01.2013
4. anderes Prinzip...
beim Citizen-System wird das "Bild" von einem an der Decke montierten Laser projiziert. Das System ist somit ortsgebunden und für jeden sichtbar. Google blendet das perspektivisch berechnete Overlay über seine [...]
Zitat von hador2Wenn Google das erst im Juni 2012 beantrag hat, dürften sie damit reichlich spät dran sein. Citizen hat genau so ein System nämlich im Juni 2012 bereits auf einer Messe gezeigt. http://www.informationdisplay.org/article.cfm?year=2012&issue=10&file=art4
beim Citizen-System wird das "Bild" von einem an der Decke montierten Laser projiziert. Das System ist somit ortsgebunden und für jeden sichtbar. Google blendet das perspektivisch berechnete Overlay über seine Datenbrille in den Sichtbereich des Trägers ein. Somit ist das Ergebnis nur für den Träger sichbar und nicht ortsgebunden, wie bei einer stationären Projektion.
blumax 18.01.2013
5. Macht Google ..
... visionär dort weiter, wo Apple stehen geblieben ist ? *schmunzel* Auch wenn Teile davon schon zuvor von anderen angedacht waren, eine reelle Umsetzung traue ich diesem Konzern zu. Abgesehen vom Lifestylebereich kann ich [...]
... visionär dort weiter, wo Apple stehen geblieben ist ? *schmunzel* Auch wenn Teile davon schon zuvor von anderen angedacht waren, eine reelle Umsetzung traue ich diesem Konzern zu. Abgesehen vom Lifestylebereich kann ich mir diese Technologie - weiter modifiziert - auch bei Behinderten oder körperlich eingeschränkten Menschen vorstellen. Selbst wenn es nur übergroße Tasten für Hauptfunktionen diverser Geräte wären. Meiner an Parkinson erkrankten Schwester würde sie die Bedienung vieler Dinge wieder ermöglichen. Ich hoffe ich kann ihr die Brille eines Tages aufsetzen.

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