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24.01.2013
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Comedy entblättert

Nicht lachen!

Von
AP/ CBS

"The Big Bang Theory": Weniger lustig ohne Lacher vom Band

Gelächter aus der Konserve gehört zur Sitcom einfach dazu. Schon seit den fünfziger Jahren wird besonders in US-Produktionen live, aber auch vom Band gelacht, was das Zeug hält. Was aber passiert, wenn man das Lachen weglässt? Oder anderswo einbaut? Bei YouTube kann man nachhören.

Es fing an mit Radioproduktionen, bei denen ein Studiopublikum live reagierte, wenn Bing Crosby sang oder ein Komiker Witze riss, in den vierziger Jahren. Dann kam das Fernsehen, und auch da versuchte man es von Anfang an mit Live-Publikum, weil es sich leichter lacht, wenn andere auch lachen.

Den "Laugh Track", die Lachspur, gibt es bis heute. Tatsächlich stammt das Gelächter in Sitcoms wie "Friends", oder "The Big Bang Theory" zum Teil von einem echten Studiopublikum. Über spezialisierte Plattformen werden Eintrittskarten für die Aufzeichnungen vergeben. Doch oft genug hört sich das Gelächter trotzdem unecht, übertrieben, zu laut, zu lang oder auch mal zu kurz an. Das liegt an einem Prozess, der seit den Fünfzigern sweetening genannt wird: Die Lach-Tonspur wird nachbearbeitet, Lacher werden versetzt, hinzugefügt, gekürzt, ein- oder ausgeblendet.

Fest steht: Das halb echte und halb gefälschte Gelächter des unsichtbaren Publikums trägt dazu bei, dass Dinge lustiger wirken. Deshalb wirkt ein Film im Kino fast immer besser als zu Hause, und sei das Heimkino noch so hochgerüstet. "Die Menge setzt die Magie der Geschichte frei", so formulierte es der Unternehmer Kevin Slavin diese Woche in einem Vortrag bei der DLD-Konferenz in München. Umgekehrt gilt: Wenn die simulierte Menge in einer Sitcom fehlt, tritt oft die wahre Dürftigkeit zutage.

Dass das so ist, versuchen besonders vehemente Kritiker bestimmter TV-Formate bei YouTube mit einem einfachen Mittel zu belegen: Sie berauben Sitcom-Ausschnitte ihrer Lacher.

Ein paar Beispiele:

Das Ganze funktioniert aber auch in der umgekehrten Richtung:

Eins steht jedenfalls fest: Wer wirklich lachen oder sich ordentlich gruseln will, ist in einem Kino bis heute besser aufgehoben als zu Hause auf dem Sofa. Die Masse macht's. Oder man lädt sich ein paar Freunde nach Hause ein. Kompatibler Humor vorausgesetzt.

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insgesamt 125 Beiträge
1.
MMeike 24.01.2013
Ich konnte mit den eingespielten Lachern ehrlich gesagt noch nie etwas anfangen und finde sie persönlich sogar eher abschreckend. Habe lange Zeit sämtliche Sitcoms gemieden weil mir das Gelächter einfach zu blöd war. Gerade bei [...]
Ich konnte mit den eingespielten Lachern ehrlich gesagt noch nie etwas anfangen und finde sie persönlich sogar eher abschreckend. Habe lange Zeit sämtliche Sitcoms gemieden weil mir das Gelächter einfach zu blöd war. Gerade bei TBBT frage ich mich immer wieder was an dieser aktuellen Situation bei der das Lachen eingespielt wurde nun lustig sein sollte. Auf der anderen Seite lache ich gelegentlich an Stellen bei denen keine Lacher eingespielt wurden. Vielleicht habe ich auch nur einen seltsamen Humor. ^^
2. Verzichte...
damp2012 24.01.2013
...gern auf blöde Konserven-Lacher wenn die Texte und die Darsteller wirklich gut sind.
...gern auf blöde Konserven-Lacher wenn die Texte und die Darsteller wirklich gut sind.
3. Ohne geht's auch
meinmein 24.01.2013
Es gibt doch genug Comedys ohne Lacher, z.B. 30 Rock und Modern Family, Scubs, Malcolm Mittendrin, Mash, Arrested development, Mein name ist Earl, Stromberg,The Office...........
Es gibt doch genug Comedys ohne Lacher, z.B. 30 Rock und Modern Family, Scubs, Malcolm Mittendrin, Mash, Arrested development, Mein name ist Earl, Stromberg,The Office...........
4.
Limus 24.01.2013
Wenn man besser recherchieren würde, würde man nicht so einen Blödsinn erzählen. Z.b. wird "How I Met Your Mother" komplett ohne Publikum gedreht, während es bei "The Big Bang Theory" genau umgekehrt ist. Dass [...]
Wenn man besser recherchieren würde, würde man nicht so einen Blödsinn erzählen. Z.b. wird "How I Met Your Mother" komplett ohne Publikum gedreht, während es bei "The Big Bang Theory" genau umgekehrt ist. Dass bei letzterem natürlich nicht nur die Szenen, sondern auch auch das Publikumlachen geschnitten werden muss, um Folgen definierter Länge zu bekommen ist weder ein Fake noch anderweitig verwerflich. Es wird ja auch, wie in der Branche üblich, jeder Take in mehreren Versionen, also mit unterschiedlichen Texten/Pointen gedreht, wobei dann sehr genau auf das Saalpublikum geachtet wird, um die Wirkung zu beobachten. So What? Dass es Leute gibt, die mit dem Humor nichts anfangen können, geschenkt. Aber was beweist das Rausschneiden des Live-Publikums? Das kann man alternativ auch bei jeder anderen aufgezeichneten Veranstaltung machen, von der Karnevalssitzung bis zu Dieter Nuhr. Ist das dann relevanter als das hier?
5.
spatenheimer 24.01.2013
Ja wie bei Livekonzerten, da finde ich das Publikum auch immer so nervig. Ich höre deswegen grundsätzlich nur Studioalben.
Zitat von MMeikeIch konnte mit den eingespielten Lachern ehrlich gesagt noch nie etwas anfangen und finde sie persönlich sogar eher abschreckend.
Ja wie bei Livekonzerten, da finde ich das Publikum auch immer so nervig. Ich höre deswegen grundsätzlich nur Studioalben.

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