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05.02.2013
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USA

Hacker attackieren Banker und Energieministerium

AFP

Aktivisten mit Guy-Fawkes-Maske: Banker-Daten ins Netz gestellt

In der Nacht zum Montag haben Unbekannte unter der Flagge von Anonymous eine Tabelle mit privaten Daten ins Netz gestellt, angeblich stammen sie von über 4000 US-Bankmitarbeitern. Auch das US-Energieministerium ist Opfer eines Datendiebstahls geworden.

In der Nacht zum Montag ließ sich auf der Website des Alabama Criminal Justice Information Center eine Tabelle abrufen, die dort nicht hingehörte: Sie enthielt die persönlichen Daten von US-Bankmitarbeitern. US-Medien berichten, den Namen nach befänden sich darunter vor allem Führungskräfte kleinerer Banken. Anonymous-Aktivisten hatten die Center-Website gehackt und für ihre Veröffentlichung genutzt, das Information Center veröffentlicht sonst unter anderem Kriminalstatistiken. Die URL, unter der der Datensatz abrufbar war, führt mittlerweile ins Leere.

"ZDnet" schreibt, die Veröffentlichung habe über 4000 Banker-Accounts umfasst. Zu den Daten zählten unter anderem IP- und E-Mailadressen, Telefonnummern und Computer-Login-Daten, wobei unklar ist, ob diese echt sind. Möglicherweise stammt der gesamte Datensatz aus dem Computersystem der Federal Reserve, ein Tweet des Twitter-Accounts der "Operation Last Resort" suggeriert diesen Zusammenhang, mit den Worten "via FED". Die "Huffington Post" bat einen Sprecher der Federal Reserve am Montag erfolglos um ein Statement. Es ist derzeit unklar, ob überhaupt eine offizielle Stellungnahme geplant ist.

Teil der "Operation Last Resort"

Die Datenveröffentlichung ist augenscheinlich im Kontext der "Operation Last Resort" zu sehen, einer der jüngsten Kampagnen unter dem Anonymous-Banner. Als Auslöser der "Operation Last Resort" gilt der Selbstmord des Daten-Aktivisten Aaron Swartz im Januar. Zahlreiche Aktivisten und auch die Familie von Swartz geben US-Behörden eine Mitschuld an Swartzs Suizid, sie fordern eine Reform der Gesetze zur Computerkriminalität. Swartz hatte ein Strafprozess wegen Datendiebstahls bevorgestanden, bei einer Verurteilung hätten ihm bis zu 35 Jahre Haft gedroht.

In der letzten Januarwoche hatte Anonymous bereits dem US-Justizministerium gedroht, vertrauliche Dokumente zu veröffentlichen. Per YouTube-Video kritisierte das Kollektiv damals die "unverhältnismäßige strafrechtliche Verfolgung" von Hackern.

Datenklau beim US-Energieministerium

US-Zeitungen berichten derweil, dass auch das US-Energieministerium Opfer einer Cyberattacke geworden sei. Das soll das Ministerium seinem Personal am Montag mitgeteilt haben. Mitte Januar seien demnach die Daten mehrerer hundert Mitarbeiter und Zulieferer gestohlen worden, jedoch keine geheimen Daten. Wer hinter dem Angriff steht, ist den Berichten zufolge unklar.

In den vergangenen Tagen hatten auch die "New York Times", die "Washington Post" und das "Wall Street Journal" über technisch ausgefeilte Hackerangriffe auf ihre Internetseiten und Computer berichtet. Die Hintermänner des Angriffs wurden in China vermutet. Auch Twitter meldete eine Attacke, bei der die Zugangsdaten von rund 250.000 Nutzern gestohlen wurden.

mbö

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Zum Autor

  • Natalie Stosiek
    Markus Böhm schreibt von München aus am liebsten über Medien und die Menschen dahinter. Als "Kioskforscher" setzt er sich voller ungesunder Begeisterung bloggend mit Zeitschriften auseinander.

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