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Netzwelt

Bekämpfung umstrittener Inhalte

10.000 Mitarbeiter sollen YouTube sauber halten

Pro Minute werden 400 Minuten Videos auf YouTube hochgeladen. Mit normalen Mitteln wären die kaum kontrollierbar. Nun soll eine künstliche Intelligenz helfen, die einem Heer menschlicher Prüfer zuarbeitet.

imago/ ZUMA Press

YouTube-App auf einem Smartphone

Dienstag, 05.12.2017   09:39 Uhr

Die Videoplattform YouTube will künftig härter gegen Darstellungen von Gewalt und Extremismus in Videos vorgehen. Die Google-Tochterfirma reagiert mit diesem Schritt auf massive Kritik und politischen Druck.

Unter anderem werde die Zahl der Personen, die Inhalte prüfen, im kommenden Jahr auf 10.000 erhöht, kündigte YouTube-Chefin Susan Wojcicki am Dienstag an. Zugleich wolle YouTube verstärkt auf Googles Expertise über künstliche Intelligenz zurückgreifen.

Wie viele Mitarbeiter es bisher waren, ist nicht genau bekannt. Aus YouTube-Kreisen heißt es, es gebe bereits mehrere Tausend Kontrolleure.

Laut Wojcicki verwende man unter anderem die Technologie des maschinellen Lernens, um Videos mit gewalttätigen oder extremistischen Inhalten zu kennzeichnen und dann durch einen Menschen überprüfen zu lassen. Auf diese Weise könne man fast fünf Mal mehr Videos entfernen als zuvor.

Seit Juni seien auf diese Weise 150.000 Videos wegen gewalttätigem Extremismus gelöscht worden. Inzwischen würden 98 Prozent dieser Inhalte von den selbstlernenden Computern mit künstlicher Intelligenz aufgespürt.

Die Technik habe zudem dazu geführt, dass es nun gelinge, "fast 70 Prozent der gewalttätigen extremistischen Inhalte innerhalb von 8 Stunden nach dem Hochladen und fast die Hälfte davon innerhalb von 2 Stunden zu entfernen." Ohne maschinelle Unterstützung hätte man dafür 180.000 Vollzeitmitarbeiter gebraucht, rechnet YouTube vor.

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YouTube war in diesem Jahr von Werbekunden unter Druck gesetzt worden, nachdem deren Anzeigen im Umfeld problematischer Videos platziert worden waren. Wojcicki kündigte nun "einen neuen Ansatz für Werbung auf YouTube" an, damit "Anzeigen nur dort laufen, wo sie auch laufen sollen". Dazu solle es, zusätzlich zu den Algorithmen, unter anderem mehr menschliche Kontrolle geben sowie eine sorgfältigere Prüfung, welche Kanäle und Videos für Werbung in Frage kommen.

In Deutschland greifen ab Januar zudem die Vorschriften des sogenannten Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG), das unter anderem ein schnelles Löschen von Hasskommentaren und Hetze vorsieht.

mak/dpa

insgesamt 20 Beiträge
ProDe 05.12.2017
1. nach wessen Regeln erfolgt die Zensur ??
Wer entscheidet denn was erlaubt bzw. genehm ist und was nicht? Wie ist das durch die Meinungsfreiheit gedeckt? Übernimmt Youtube damit doch Verantwortung für Inhalte und ist in Wirklichkeit keine Plattform sondern doch ein [...]
Wer entscheidet denn was erlaubt bzw. genehm ist und was nicht? Wie ist das durch die Meinungsfreiheit gedeckt? Übernimmt Youtube damit doch Verantwortung für Inhalte und ist in Wirklichkeit keine Plattform sondern doch ein Verlag? Unterliegt Youtube damit auch den gleichen Regelungen wie andere normaler Verlage oder TV Sender? Darf überhaupt ein Unternehmen entscheiden was veröffentlicht werden darf und was nicht? Wie bekommt man Transparenz in dieses Verfahren??
geri&freki 05.12.2017
2. Augiasstall
Das müssen aber schon hochintelligente Algorithmen und ganze Divisionen an Kontrolleuren werden, um den Augiasstall Youtube wirklich auch nur ansatzweise sauber zu bekommen. Von den Kommentarspalten einmal ganz abgesehen. Denn [...]
Das müssen aber schon hochintelligente Algorithmen und ganze Divisionen an Kontrolleuren werden, um den Augiasstall Youtube wirklich auch nur ansatzweise sauber zu bekommen. Von den Kommentarspalten einmal ganz abgesehen. Denn auch und gerade dort feiert die Extremismus jeglicher Coleur fröhliche Urstände!
Furchensumpf 05.12.2017
3.
Noch jemand, der den Begriff "Zensur" nicht verstanden hat. Wirklich traurig. Zudem besitzt YouTube das Hausrecht. Schon mal was davon gehört?
Zitat von ProDeWer entscheidet denn was erlaubt bzw. genehm ist und was nicht? Wie ist das durch die Meinungsfreiheit gedeckt? Übernimmt Youtube damit doch Verantwortung für Inhalte und ist in Wirklichkeit keine Plattform sondern doch ein Verlag? Unterliegt Youtube damit auch den gleichen Regelungen wie andere normaler Verlage oder TV Sender? Darf überhaupt ein Unternehmen entscheiden was veröffentlicht werden darf und was nicht? Wie bekommt man Transparenz in dieses Verfahren??
Noch jemand, der den Begriff "Zensur" nicht verstanden hat. Wirklich traurig. Zudem besitzt YouTube das Hausrecht. Schon mal was davon gehört?
.freedom. 05.12.2017
4. Man stelle mehr Müll bei YT ein. das bringt Arbeitsplätze. ...
Google soll ruhig etwas tun für den Reichtum.
Google soll ruhig etwas tun für den Reichtum.
mrotz 05.12.2017
5. Zensur
Zensur. Was sonst? Aber über China schimpfen... mfg
Zensur. Was sonst? Aber über China schimpfen... mfg

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