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Panorama

Erdbeben auf Ischia

Helfer retten verschüttete Kinder aus Trümmern

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit: Einsatzkräfte haben nach dem Erdbeben auf der italienischen Insel Ischia drei verschüttete Kinder befreit - darunter ein sieben Monate altes Baby.

Foto: AFP/ Vigili del Fuoco
Dienstag, 22.08.2017   16:01 Uhr

Mehr als 14 Stunden nach dem Erdbeben auf der italienischen Insel Ischia hat die Feuerwehr zwei verschüttete Kinder aus den Trümmern eines Hauses geholt. Mattias sei gerettet, twitterten die Einsatzkräfte. Auch sein Bruder Ciro sei erreicht worden und werde nun herausgezogen, hieß es zunächst. Später bestätigten die Helfer, dass auch Ciro gerettet worden sei.

Feuerwehrsprecher Luca Cari beschrieb die Rettungsaktion als kompliziert. "Wir hören ihre Stimmen und wir sprechen mit ihnen, um sie zu beruhigen", hatte er laut Nachrichtenagentur Ansa während des Einsatzes mitgeteilt. Die Helfer konnten den Geschwistern demnach Wasser geben.

Die Kinder waren bei dem Beben der Stärke 4,0 am Montagabend gegen 21 Uhr mit anderen Familienmitgliedern unter ihrem Haus verschüttet worden. Sie sollen beide unter einem Bett Schutz gefunden haben. Laut Ansa sind sie sieben und elf Jahre alt. Ein sieben Monate altes Baby - der Bruder der Verschütteten - war bereits am frühen Morgen gerettet worden.

Dem kleinen Pasquale gehe es gut, so die Gesundheitsbehörden. Auch die Eltern konnten gerettet werden. "Es war eine schreckliche Nacht, man kann das mit Worten nicht beschreiben", sagte der Vater laut Ansa.

Zwei Frauen starben offiziellen Angaben zufolge bei dem Beben, 39 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden vor allem Casamicciola im Norden Ischias getroffen sowie die Nachbargemeinde Lacco Ameno. Demnach gab es 14 kleinere Nachbeben.

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Italien: Erdbeben erschüttert Urlaubsinsel Ischia

Auch das einzige Krankenhaus der Insel wurde von dem Erdbeben getroffen und musste zwischenzeitlich teilweise evakuiert werden. Die Verletzten konnten in einer provisorischen Einrichtung behandelt werden. Fünf Patienten der beschädigten Klinik wurden per Hubschrauber in ein anderes Krankenhaus gebracht.

Viele Touristen wollten die Insel vor Neapel verlassen. Mit einem Schiff seien mehr als tausend Menschen an der Küste bei Pozzuoli angekommen, teilte der Zivilschutz mit.

Geologen kritisierten, dass ein relativ schwaches Beben so große Schäden anrichten konnte. Das erdbebengefährdete Italien lerne nicht aus früheren Katastrophen und baue immer noch nicht erdbebensicher, lautet ihr Vorwurf.

Italien wird immer wieder von teils verheerenden Erdbeben heimgesucht. Vor einem Jahr starben in der Region um die Stadt Amatrice fast 300 Menschen. Ischia ist vor allem im Sommer sehr beliebt bei Urlaubern. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht dort regelmäßig Osterurlaub.

wit/dpa/AFP

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