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Panorama

Orkantief "Sebastian"

Norddeutschland kämpft mit den Folgen des Sturms

Der erste große Herbststurm ist über Norddeutschland hinweggefegt und hat viele Bäume entwurzelt. Pendler bekommen die Folgen des Orkans zu spüren. Und im Südwesten drohen bereits die nächsten Unwetter.

DPA
Donnerstag, 14.09.2017   11:25 Uhr

Im Norden müssen Pendler im Berufsverkehr auch am Morgen noch mit den Folgen des Sturms kämpfen. Die Bahn sowie der private Anbieter Metronom erwarteten Verspätungen bei vielen Verbindungen. Die Strecken Hamburg-Flensburg (RE7), Kiel-Husum (RE74), Kiel-Rendsburg (RB75) und Lübeck-Puttgarden (RB85) blieben gesperrt.

Engpässe gab es zudem auf den Strecken Bremen-Oldenburg und Bremen-Norddeich, teilte ein Sprecher der Bahn mit. Da etwa in der Nähe von Delmenhorst nicht alle Gleise befahrbar seien, komme es dort auch zu Verspätungen für den Fernverkehr. Auch Verbindungen von und nach Rostock waren von den Sturmfolgen betroffen.

Der Betreiber Metronom teilte am Mittwochabend mit, dass zwischen Hamburg und Stade sowie zwischen Stade und Cuxhaven kein Zugverkehr möglich sei. Auf den weiteren Strecken sei mit Verspätungen zu rechnen.

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Tief "Sebastian": Sturm über Norddeutschland

Orkantief "Sebastian" war am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde über Deutschland gezogen. Etliche Bäume wurden entwurzelt, Baugerüste umgeworfen. Im Hochsauerlandkreis fiel eine 20 Meter hohe Fichte auf einen 53-jährigen Mann, der dabei tödliche Verletzungen erlitt.

In Hamburg wurde ein Mann von einem umgestürzten Baugerüst getroffen und starb. In der Elbe in Hamburg kam außerdem ein Rollstuhlfahrer ums Leben. Warum der Mann ins Wasser geriet, ist noch unklar. "Der Sachverhalt wird untersucht. Ein Suizid ist ausdrücklich nicht ausgeschlossen", sagte ein Polizeisprecher.

Am späten Abend setzte eine Sturmflut den Fischmarkt im Stadtteil St. Pauli unter Wasser. "Sebastian" zog in der Hansestadt zudem Einschränkungen im U- und S-Bahnverkehr nach sich. In Berlin rief die Feuerwehr am Mittwochnachmittag wegen der vielen wetterbedingten Einsätze für knapp zwei Stunden den Ausnahmezustand aus.

Unwetterwarnungen für den Südwesten

Zu etlichen Feuerwehreinsätzen kam es auch in Ostfriesland und in Bremen. An der Nordsee fielen viele Fährverbindungen aus. Zuvor hatte "Sebastian" bereits die Niederlande erreicht. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol wurden zeitweise Start- und Landebahnen geschlossen.

Die Bahn setzte nach eigenen Angaben Hunderte Mitarbeiter ein, um die Sturmschäden zu beseitigen. So mussten Bäume von den Gleisen geräumt und beschädigte Oberleitungen repariert werden. Für gestrandete Passagiere stellte die Bahn Hotelzüge in den Bahnhöfen von Bremen, Dortmund, Hamburg und Hannover bereit. Dort konnten Reisende übernachten. Das Technische Hilfswerk habe Decken organisiert, sagte ein Bahnsprecher. Außerdem seien die Reisenden mit Suppen und Getränken versorgt worden.

Derweil warnte der Deutsche Wetterdienst vor Unwettern im Südwesten Deutschlands. In den Morgenstunden könnte es im südlichen Hessen, Teilen Baden-Württembergs, in Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu Dauerregen mit Hochwasser, Überschwemmungen und Erdrutschen kommen.

Ein umgestürzter Baum legte die Bahnstrecke bei Emmendingen in Baden-Württemberg lahm. Nach Angaben der Bundespolizei fiel der Baum am Morgen auf die Oberleitung. Die Rheintalstrecke nördlich von Freiburg wurde in beiden Richtungen für Stunden gesperrt. Verletzt wurde niemand. Die Züge stoppten rechtzeitig.

Züge von Norden wenden laut Bundespolizei nun in Emmendingen, von Süden in Denzlingen. Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Auch in Waldkirch blockierte ein Baum die Bahnstrecke. Unwetter und Starkregen sollen die Bäume entwurzelt haben.

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wit/dpa

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