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Spielzeughersteller

Barbie bekommt Hidschab

Barbie gibt es ab jetzt auch mit einem muslimischen Kopftuch, verkündet der Hersteller - und erklärt auch, warum.

REUTERS

Säbelfechterin Ibtihaj Muhammad hält ihre Doppelgängerin in der Hand - als Barbie

Dienstag, 14.11.2017   08:14 Uhr

Ultraschlank und weiß - so sah die Barbiepuppe mehr als ein halbes Jahrhundert lang aus. Seit einiger Zeit setzt der Spielzeug-Hersteller Mattel allerdings auf "Diversity" und "neue weibliche Vorbilder", wie das Unternehmen betont. In diesem Rahmen hat es sich ein neues Puppenprodukt ausgedacht: die Barbie mit Hidschad.

Die Puppe trägt ein muslimisches Kopftuch, das Haare, Hals und Brust bedeckt. Sie ist der Säbelfechterin Ibtihaj Muhammad nachempfunden, wie Mattel auf seiner Webseite bekannt gab. Muhammad war im vergangenen Jahr als erste US-Sportlerin mit Hidschab in Rio bei Olympia angetreten.

Die neue Hidschab-Puppe sei der jüngste Zuwachs in der "Sheroes"-Kollektion des Unternehmens, hieß es von Mattel. "Sheroe" setzt sich aus She (sie) und hero (Held) zusammen. Mit den Puppen will Mattel eigenen Angaben zufolge weibliche Vorbilder feiern, die Mädchen inspirieren sollen und ihnen zeigen, "dass Mädchen alles werden können, was sie wollen".

Neben der Säbelfechterin Muhammad gibt es in dem Programm zum Beispiel auch die preisgekrönte Regisseurin Ava DuVernay im Barbie-Format - eine dunkelhäutige Frau mit schwarzen Haaren.

Das Unternehmen, das seit einigen Jahren deutliche Umsatzeinbußen verzeichnet, will mit dem Ansatz sehr wahrscheinlich auch das anhaltende Negativimage loswerden, das seinen Barbies in weiten Kreisen seit vielen Jahren anhaftet. Kritiker monieren: Die Puppen beförderten in Kinderköpfen ein einseitiges, fragwürdiges Frauenbild und Schönheitsideal: ultraschlank, weiß, blond.

Erst seit vergangenem Jahr gibt es die Barbie auch mit ein paar mehr Pfunden auf den Hüften: in "kurvig". Seit zwei Jahren hat sie sieben verschiedene Hauttöne. Dazu kommen 22 Augenfarben und zwei Dutzend Frisuren.

Säbelfechterin Muhammad freut sich jedenfalls über ihr Abbild als Barbie: "Ich bin stolz, zu wissen, dass kleine Mädchen überall jetzt mit einer Barbie spielen können, die einen Hidschab trägt", schrieb sie auf Twitter. Damit sei für sie ein Kindheitstraum wahr geworden.

fok/dpa

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