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Panorama

Unwetter in Südfrankreich

Ferienlager geräumt - Deutscher Betreuer wird vermisst

In Südfrankreich sucht die Polizei nach der Überflutung eines Ferienlagers nach einem Deutschen. Der Wohnwagen des Betreuers sei von den Wassermassen mitgerissen worden. Die Heimreise der Kinder wird organisiert.

AFP
Donnerstag, 09.08.2018   19:20 Uhr

Nach Starkregen und Überschwemmungen in einem deutschen Ferienlager in Südfrankreich hat die Polizei nach einem vermissten Betreuer gesucht. Sein Wohnwagen sei in Saint-Julien-de-Peyrolas am Fluss Ardèche vom Wasser mitgerissen und zerstört gefunden worden, hieß von der Gendarmerie. Nach Angaben des Sprechers war die Situation noch unübersichtlich.

In einer dramatischen Rettungsaktion wurden zudem deutsche Kinder und Jugendliche aus dem Raum Leverkusen bei Köln in Sicherheit gebracht. Sie hielten sich, wie auch der vermisste Mann, auf dem Campingplatz in dem Ort Saint-Julien de Peyrolas auf und nahmen dort an dem Ferienlager teil.

Alle Kinder sind "soweit wohlauf"

Der Veranstalter des Ferienlagers aus Leverkusen teilte auf Anfrage mit, dass alle Kinder "soweit wohlauf" seien und in einer Mehrzweckhalle betreut würden. Die Rückfahrt der Teilnehmer werde organisiert.

Durch die heftigen Regenfälle verwandelte sich der Fluss Ardèche in ein reißendes Gewässer, wie Fernsehbilder zeigten. Zahlreiche Zelte wurden weggerissen, der Boden verwandelte sich in Schlamm. Insgesamt mussten 160 Menschen von drei Zeltplätzen nach Angaben der Einsatzkräfte mit Hilfe von Hubschraubern und Tauchern in Sicherheit gebracht werden.

AFP

Zelte und Wohnwagen wurden von den Wassermassen weggerissen

Vier Menschen wurden danach in Krankenhäusern behandelt, darunter auch ein Kind, das an Unterkühlung litt. Fast 270 Feuerwehrleute sowie vier Helikopter waren zwischenzeitlich im Einsatz.

Acht Verwaltungsbezirke in Alarmbereitschaft

Auch die Präfektur des Départements Gard sprach von "außergewöhnlich" starken Regenfällen. Wegen möglicher Überschwemmungen waren zuletzt noch acht Verwaltungsbezirke im Süden und Osten Frankreichs in Alarmbereitschaft.

In der Touristenregion um die Flüsse Dordogne und Lot fiel in Tausenden Haushalten der Strom aus. Auch in Lothringen und an der Mosel nahe der deutschen Grenze waren zahlreiche Menschen betroffen. In der Umgebung des Ortes Forbach nahe Saarbrücken rückte die Feuerwehr zu mehreren Noteinsätzen aus. In Straßburg und Metz blieben Parks und städtische Friedhöfe sicherheitshalber geschlossen.

sen/dpa/AFP

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