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23.02.2012
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Fund bei Routineuntersuchung

Erneut Keime auf Bremer Frühchenstation

Zwei Babys sind betroffen: Auf der Bremer Frühchenstation wurden erneut Keime gefunden. Die Kinder wurden auf ein isoliertes Zimmer verlegt, sie zeigen bisher keine Anzeichen für eine Infektion.

Bremen - Im Klinikum Bremen-Mitte sind bei einer Routineuntersuchung erneut Keime an zwei Frühchen gefunden worden. Das teilte der kommunale Klinikbetreiber Gesundheit Nord mit. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes eilten zur Klinik, die Frühchenstation bleibt vorerst aber in Betrieb.

Die Keime seien denen ähnlich, die im vergangenen Jahr für eine Infektionswelle auf der Station gesorgt hatten, so ein Kliniksprecher. Es seien sogenannte ESBL-Klebsiellen, die resistent gegen manche Antibiotika seien. Ob es sich um den gleichen Stamm handele, solle nun eine genauere Untersuchung klären. Dazu seien Proben in ein Speziallabor nach Bochum geschickt worden.

Die betroffenen Kinder bezogen nach Angaben der Klinik ein isoliertes Zimmer. Sie zeigten keine Anzeichen für eine Infektion. Bei einem weiteren Kind war das Testergebnis noch nicht bekannt, alle anderen Frühchen wurden negativ getestet.

Auch das gesamte Klinikpersonal werde nun auf Keime untersucht, sagte die Sprecherin der Bremer Gesundheitssenatorin. Für Freitag seien Experten des Robert-Koch-Instituts gebeten worden, weitere Untersuchungen durchzuführen.

2011 waren mehrere Babys auf der Bremer Frühchen-Station an Infektionen gestorben. Seitdem befasst sich ein Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft mit den Fällen. Stationschef Hans-Iko H. wurde fristlos entlassen - er soll den Keimausbruch zu spät erkannt haben. Die Klinikleitung geht von drei Todesfällen nach Keimbefall aus, die Staatsanwaltschaft ermittelte zuletzt in sechs Fällen.

hut/dapd

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insgesamt 4 Beiträge
1. Untragbare Zustände
Plumplori 23.02.2012
Sieht so ein annehmbares Gesundheitssystem aus? Nein! Es wird an allen Ecken und Enden gespart, weil Krankenhäuser und Praxen "wirtschaftlich" operieren müssen, als handle es sich bei solchen Institutionen um [...]
Sieht so ein annehmbares Gesundheitssystem aus? Nein! Es wird an allen Ecken und Enden gespart, weil Krankenhäuser und Praxen "wirtschaftlich" operieren müssen, als handle es sich bei solchen Institutionen um börsendotierte Unternehmen. Aber Krankenhäuser und Praxen dienen nicht dazu Geld zu verdienen. Ihr Zweck besteht darin Die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit von Menschen zu erhalten. Niemand geht in ein Krankenhaus, weil er gerade die Lust verspürt sich unters Messer zu legen. Nein, man geht zum Arzt, weil man keine andere Wahl hat, weil man auf Hilfe angewiesen ist, die sich mit Geld nicht bezahlen lässt. Oder was denken Sie ist Ihr Leben wert? Deshalb darf die Gesundheitsversorgung nicht in einen Topf mit Bäckern und Bankern geschmießen werden; ok, Banker ist ein schlechtes Beispiel. Es ist Aufgabe des Staates dafür zu sorgen, dass systemrelevante Dienstleistungen wie Bildung, Infrastruktur und Gesundheit für den Bürger in ausreichender Menge und in annehmbarer Qualität zur Verfügung stehen. Der Zugang zu diesen Gütern muss nicht nur bezahlbar, sondern frei sein. Dafür zahlen wir Steuern. Schafft es die Politk nicht dies zu gewährleisten, ist sie obsolet. peace
2.
unterländer 23.02.2012
Das hat weniger mit Politik zu tun (zumindest der Fall in Bremen) als mit dem Personal der Kliniken, die noch immer nicht sensibel genug im Bezug auf Keime sind. Wenigstens schließe ich das aus meinen häufigen Aufenthalten [...]
Zitat von PlumploriSieht so ein annehmbares Gesundheitssystem aus? Nein! Es wird an allen Ecken und Enden gespart, weil Krankenhäuser und Praxen "wirtschaftlich" operieren müssen, als handle es sich bei solchen Institutionen um börsendotierte Unternehmen. Aber Krankenhäuser und Praxen dienen nicht dazu Geld zu verdienen. Ihr Zweck besteht darin Die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit von Menschen zu erhalten. Niemand geht in ein Krankenhaus, weil er gerade die Lust verspürt sich unters Messer zu legen. Nein, man geht zum Arzt, weil man keine andere Wahl hat, weil man auf Hilfe angewiesen ist, die sich mit Geld nicht bezahlen lässt. Oder was denken Sie ist Ihr Leben wert? Deshalb darf die Gesundheitsversorgung nicht in einen Topf mit Bäckern und Bankern geschmießen werden; ok, Banker ist ein schlechtes Beispiel. Es ist Aufgabe des Staates dafür zu sorgen, dass systemrelevante Dienstleistungen wie Bildung, Infrastruktur und Gesundheit für den Bürger in ausreichender Menge und in annehmbarer Qualität zur Verfügung stehen. Der Zugang zu diesen Gütern muss nicht nur bezahlbar, sondern frei sein. Dafür zahlen wir Steuern. Schafft es die Politk nicht dies zu gewährleisten, ist sie obsolet. peace
Das hat weniger mit Politik zu tun (zumindest der Fall in Bremen) als mit dem Personal der Kliniken, die noch immer nicht sensibel genug im Bezug auf Keime sind. Wenigstens schließe ich das aus meinen häufigen Aufenthalten in Krankenhäusern. In einem Nierenzentrum an einer Uniklinik z.B gibt es in jedem Zimmer Desinfektionslösungsspender, die das Personal entweder beim Betreten des Zimmers oder beim Verlassen benutzen sollen. Das macht kein einziger Pfleger oder Schwester und nur wenige Ärzte (zu hohe Belastung für die Haut angeblich), obwohl dort hauptsächlich Nierentransplantierte mit einem extrem schwachen Immunsystem liegen. Der Horror sind jedoch die Reinigungskräfte. Lieber würde ich zwei Wochen in einem ungewischten Zimmer verbringen als das, was die dort veranstalten, zu erleben. Klar gibt es Richtlinien. Aber wenn nicht gerade ein hochinfektiöser Patient auf der Station liegt, wischt man schon mal die Toilette und das Zimmer mit dem gleichen Mopp und wenn mal gerade nicht genügend Wechselmopps vorhanden sind, auch schon mal zwei Zimmer. Beschwerden? "Sind Sie sicher, dass das so war. Sie wissen, das ist eine schwere Unterstellung."
3. wen wundert es denn wirklich
ronald1952 24.02.2012
dieser neu fund von Keimen?Jeder der über unsere Profitorientierten Krankenhäuser bescheid weis,weis mit sicherheit eines.Es wird nichts getan.Diese Herrschaften sollten sich mal im Ausland umsehen, wie dort verfahren wird [...]
Zitat von sysopdapdZwei Babys sind betroffen: Auf der Bremer Frühchenstation wurden erneut Keime gefunden. Die Kinder wurden auf ein isoliertes Zimmer verlegt, sie zeigen bisher keine Anzeichen für eine Infektion. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,817248,00.html
dieser neu fund von Keimen?Jeder der über unsere Profitorientierten Krankenhäuser bescheid weis,weis mit sicherheit eines.Es wird nichts getan.Diese Herrschaften sollten sich mal im Ausland umsehen, wie dort verfahren wird mit Vorsorge und Desinfektion.Kostet natürlich Geld klar.Und unsere Politik schaut wie immer zu.Eigenlich wünschte ich mir das sich mal einer unserer hochbezahlten Politiker mit einem dieser Resistenten Keimen ansteckt.Da wären ganz schnell neue Gesetze da,oder?Obwohl man es eigendlicht niemanden wünschen sollte ein dieser Resistenten Keime zu bekommen. schönen Tag noch,
4. Alter Hut,neu dekoriert!
syssifus 27.02.2012
Es gibt gesicherte Erkenntnisse,daß einige Mitarbeiter der Krankenhäuser Alkohol,der sich in den meisten Desinfektionslösungen befindet,z.B. auch aus religiösen Gründen vermeiden.Ich habe einen diesbezüglichen Bericht [...]
Zitat von unterländerDas hat weniger mit Politik zu tun (zumindest der Fall in Bremen) als mit dem Personal der Kliniken, die noch immer nicht sensibel genug im Bezug auf Keime sind. Wenigstens schließe ich das aus meinen häufigen Aufenthalten in Krankenhäusern. In einem Nierenzentrum an einer Uniklinik z.B gibt es in jedem Zimmer Desinfektionslösungsspender, die das Personal entweder beim Betreten des Zimmers oder beim Verlassen benutzen sollen. Das macht kein einziger Pfleger oder Schwester und nur wenige Ärzte (zu hohe Belastung für die Haut angeblich), obwohl dort hauptsächlich Nierentransplantierte mit einem extrem schwachen Immunsystem liegen. Der Horror sind jedoch die Reinigungskräfte. Lieber würde ich zwei Wochen in einem ungewischten Zimmer verbringen als das, was die dort veranstalten, zu erleben. Klar gibt es Richtlinien. Aber wenn nicht gerade ein hochinfektiöser Patient auf der Station liegt, wischt man schon mal die Toilette und das Zimmer mit dem gleichen Mopp und wenn mal gerade nicht genügend Wechselmopps vorhanden sind, auch schon mal zwei Zimmer. Beschwerden? "Sind Sie sicher, dass das so war. Sie wissen, das ist eine schwere Unterstellung."
Es gibt gesicherte Erkenntnisse,daß einige Mitarbeiter der Krankenhäuser Alkohol,der sich in den meisten Desinfektionslösungen befindet,z.B. auch aus religiösen Gründen vermeiden.Ich habe einen diesbezüglichen Bericht aus Großbritannien in Erinnerung,wobei das Problem sicher auch in Dtl.bestehen dürfte.Das betrifft medizinisches Personal,als auch alle anderen Mitarbeiter,die für den Patienten tätig sind.

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