24.02.2012
Neuer Keimbefall
Aufnahmestopp für Bremer Frühchenstation verhängt
Frühchenstation in Bremen (Archiv): Drei Babys mit Keimen befallen
Bremen - Die Bremer Gesundheitsbehörde hat nach dem erneuten Keimbefall auf der Frühgeborenen-Station im Klinikum Bremen-Mitte einen Aufnahmestopp für die Abteilung verhängt. Dies sei in Absprache mit dem Klinikbetreiber Gesundheit Nord veranlasst worden, sagte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde.
Die Ursache für den Keimbefall sei noch unklar, daher sollen beim Klinikpersonal Abstriche genommen werden. Zudem sollen sich fünf Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts an der Suche nach dem Erreger beteiligen.
Zuvor war bekannt geworden, dass auch ein drittes Frühchen positiv auf einen gefährlichen Darmkeim getestet wurde. Es sei ebenso wie die anderen zwei betroffenen Kinder bisher nicht erkrankt, sagte eine Sprecherin des Klinikbetreibers. Dem dritten Frühchen mit einem Gewicht von 600 Gramm gehe es allerdings gesundheitlich nicht gut, eine Infizierung sei deshalb noch möglich.
Offen ist, ob es sich um den gleichen Keimstamm handelt wie bei der tödlichen Infektionswelle im vergangenen Jahr. Mit einem Ergebnis der Analyse sei erst in zwei bis drei Wochen zu rechnen.
Die drei betroffenen Kinder wurden auf isolierte Zimmer gebracht. Bei den anderen sieben Frühchen auf der Abteilung wurden keine Keime nachgewiesen.
Mehrere Todesfälle auf der Bremer Frühgeborenen-Station hatten im November 2011 einen Hygieneskandal offenbart - der Chefarzt wurde entlassen, er soll die Gefahr nicht rechtzeitig erkannt haben. Ein Untersuchungsausschuss befasst sich mit den Fällen. Die Klinikleitung geht von drei toten Frühchen wegen Keimbefalls aus, die Staatsanwaltschaft ermittelt in sechs Fällen.
Die Abteilung war nach einer zweimonatigen Schließung erst Anfang Januar nach umfangreichen Desinfektionen und Umbauten wiedereröffnet worden. Am Donnerstag wurde dann bei einer Routineuntersuchung der erneute Keimbefall festgestellt.
hut/dapd