06.04.2012
Angst vor Plünderungen
Unesco stellt Wrack der Titanic unter Schutz
Künftig Kulturerbe: Sonarbild vom Wrack der "Titanic"
Paris - Jüngst wurden in New York Tausende Fundstücke von der "Titanic" versteigert - nun schaltet sich die Unesco ein, um weitere Plünderungen des Wracks zu verhindern. Ab dem 15. April fällt das Schiffswrack unter die Unesco-Konvention zum Schutz des kulturellen Erbes unter Wasser, wie die Organisation am Donnerstag mitteilte. Das ist erst möglich, wenn ein Wrack 100 Jahre unter Wasser liegt - für die "Titanic" gilt das ab dem 15. April.
"Der Untergang der Titanic ist im Gedächtnis der Menschheit verankert", erklärte die Chefin der Uno-Kulturorganisation, Generalsekretärin Irina Bokova, am Donnerstag in Paris. Er dürfe deshalb nicht zum Ziel von als "unwissenschaftlich oder unmoralisch" eingestuften Erkundungsfahrten werden.
Die Schiffslegende liegt in internationalen Gewässern und kann damit nicht von einzelnen Staaten exklusiv beansprucht werden. Die 41 Vertragsstaaten des Unesco-Abkommens können den Verkauf von erbeuteten Gegenständen verbieten sowie Plünderern die Einfahrt in ihre Häfen versagen.
Bokova betonte die Bedeutung des Kulturerbes unter Wasser - neben der "Titanic" gebe es Tausende anderer Wracks, die es zu schützen gelte: "Alle diese alten Wracks sind archäologische Stätten, die einen wissenschaftlichen Wert darstellen; sie sind zugleich die Erinnerung an menschliche Tragödien, die mit dem ihnen zustehenden Respekt behandelt werden müssen."
usp/dpa/AFP