29.05.2012
Modena
Mehrere Tote bei Erdbeben in Italien
Rom - Bei mehreren Erdbeben im Nordosten Italiens sind laut Behörden mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Erdstöße der Stärke 5,8 erschütterten am Dienstagmorgen gegen 9 Uhr die Gegend um Modena in der Region Emilia-Romagna. Am Nachmittag bebte die Erde dann erneut - laut der US-Erdbebenwarte mit einer Stärke von 5,6. Die Nachrichtenagentur Ansa hatte zunächst berichtet, das Beben sei möglicherweise noch stärker als das am Morgen gewesen.
Beim Einsturz einer Fabrik in San Felice del Panaro seien drei Menschen gestorben, sagte ein Polizeisprecher Ansa. Weitere Todesopfer gab es in Mirandola, Concordia und Finale. In Rovereto di Novi kam den Angaben zufolge der Dorfpriester ums Leben. Er wurde laut Feuerwehr von Trümmern erschlagen.
Das erste Erdbeben ereignete sich gegen 9 Uhr, die Stöße dauerten mehrere Sekunden. In Mailand wurden vorsorglich mehrere Verwaltungsgebäude und Schulen geräumt.
In der gesamten Region stürzten Gebäude ein, die bereits bei dem schweren Beben vor neun Tagen schwer beschädigt worden waren. In Mirandola stürzte eine Kirche teilweise in sich zusammen. "Letzte Nacht war die erste, die wir seit dem ersten Erdbeben wieder zu Hause verbracht haben. Und dann kam das nächste Beben", sagte ein Bewohner der Stadt Sant'Agostino dem Sender Sky TG24.
Die Erdstöße waren den Angaben zufolge bis nach Venedig und Mailand zu spüren. Auch in Parma, Bologna und Florenz habe das Beben die Menschen aufgeschreckt, meldete Ansa.
In Venedig stürzte durch die Erschütterung eine Statue nahe dem Piazzale Roma um und krachte haarscharf neben einer Passantin aufs Pflaster. Polizei und Zivilschutzbehörden wurden mit Anrufen verängstigter Bürger überschüttet, das Telefonsystem war in den Minuten nach dem Erdstoß zeitweise überlastet.
Das für den Abend (20.45 Uhr) geplante Fußball-Länderspiel in Parma zwischen Italien und Luxemburg wurde abgesagt. Diese Entscheidung traf der italienische Fußballverband in Absprache mit der Gemeinde Parma.
Zudem stellte Ferrari als Folge des jüngsten Bebens die Arbeit in der Formel-1-Fabrik in Maranello vorübergehend ein. Das Beben habe zwar keine Schäden auf dem Gelände verursacht, die Arbeiter sollten aber die Möglichkeit haben, ihre Familien aufzusuchen, teilte ein Unternehmenssprecher mit.
In Italien bebt seit Tagen immer wieder die Erde. Italienischen Medien zufolge wurden seit dem schweren Beben vom 20. Mai 417 Nachbeben gezählt, davon drei mit einer Stärke von mehr als 5,0.
hut/aar/AFP/dpa/Reuters