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24.06.2012
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Napoleons Angriff auf Russland

Hobby-Historiker spielen Krieg

Spektakel für Hobby-Historiker: Napoleons Memel-Überquerung
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AFP

Vor 200 Jahren überquerte Napoleon mit seiner Armee die Memel. Grund genug für rund tausend Geschichtsbegeisterte, diesen schicksalhaften Tag nachzustellen. Besonders freute sich ein Professor - er durfte Napoleon spielen.

Kaunas - "Es lebe Frankreich, es lebe Polen", rief er - und befahl seinen Truppen den Angriff auf die Russen: In Litauen haben rund tausend Menschen den Beginn des Russland-Feldzugs von Napoleon vor 200 Jahren nachgestellt.

Die Freizeitkrieger trugen originalgetreue Uniformen und jubelten einem Darsteller des französischen Generals und Kaisers Napoleon Bonaparte zu. "Events wie diese sind mein Leben", sagte Professor Oleg Sokolow, der den Feldherrn verkörperte.

Die Darsteller der französischen Invasoren überquerten wie Napoleons Truppen am 24. Juni 1812 auf behelfsmäßigen Brücken und Booten die Memel - und wurden am anderen Flussufer von Säbel schwenkenden Darstellern der russischen Truppen empfangen. Umgeben von Kanonendonner und Rauchwolken spielten die Darsteller die Schlacht nach, die mit einem Rückzug der Zarenarmee endete.

In einem Zeltlager liefen Frauen und Männer in originalgetreuen Kostümen herum, um "den Geist der Geschichte zu erzeugen", sagte die russische Museumshistorikerin Swetlana Pantschenko. Für das Ereignis waren Teilnehmer aus Frankreich, Russland, Polen und vielen anderen osteuropäischen Staaten nach Litauen gereist.

Napoleon hatte in der Nacht zum 24. Juni mit Hunderttausenden französischen Soldaten den Fluss überquert und damit den Angriff auf Russland eröffnet. Für Historiker gilt die Memel-Überquerung als eine der erfolgreichsten in der Kriegsgeschichte - kein einziger Soldat ertrank.

Im darauffolgenden Winter erlitt die Grande Armée jedoch eine schwere Niederlage und Napoleons Pläne, große Teile Europas zu beherrschen, scheiterten. Litauen hatte sich von Napoleons Invasion eine Loslösung vom russischen Zarenreich erhofft.

ulz/AFP/dpa

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