29.06.2012
Mexiko
Entführte Bürgermeisterin tot aufgefunden
Hamburg - Wenige Tage vor der Parlaments- und Präsidentschaftswahl in Mexiko ist eine entführte Bürgermeisterin aus dem Bundesstaat Veracruz tot aufgefunden worden. Die mit Wahlplakaten bedeckte Leiche, die Zeichen "extremer Gewalt" aufweise, sei am Donnerstag an einer Straße im benachbarten Bundesstaat Oaxaca entdeckt worden, teilten die Justizbehörden mit.
Marisol Mora Cuevas war am Sonntag aus ihrem Haus in der 5000-Einwohner-Gemeinde Tlacojalpan entführt worden, nachdem sie an einem Treffen mit der Präsidentschaftskandidatin der regierenden konservativen Partei der Nationalen Aktion (PAN) teilgenommen hatte.
Seit 2010 wurden mindestens 21 Bürgermeister in Mexiko ermordet. Die Ermittler gehen in den meisten Fällen davon aus, dass sie ermordet wurden, weil sie nicht mit den Drogenbanden kooperieren wollten.
Der scheidende Staatschef Felipe Calderón (PAN) hatte 2006 einen Militäreinsatz gegen die mächtigen Drogenkartelle begonnen. Seither starben mehr als 50.000 Menschen. Calderón darf bei der Präsidentenwahl am Sonntag nicht mehr antreten. Zeitgleich werden Unterhaus und Senat neu gewählt, ebenso wie mehrere Bürgermeister, darunter auch in der Hauptstadt Mexiko City.
hut/AFP