31.07.2012
Grausiger Fund
Leiche bei Bombenentschärfung in Bochum entdeckt
Bochum - Mehr als 600 Menschen mussten zur Sicherheit ihre Wohnungen verlassen: Spezialisten haben am Montagabend in Bochum eine US-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Bei der Evakuierung der Häuser in einem Umkreis von 250 Metern um den Blindgänger fanden die Einsatzkräfte in einer Wohnung eine männliche Leiche.
Bei dem Toten handelt es sich laut Polizei offenbar um den 51 Jahre alten Inhaber der Wohnung. Ein Tötungsdelikt werde ausgeschlossen. Der Mann sei eines natürlichen Todes gestorben. Wahrscheinlich habe er schon seit einigen Tagen in seiner Wohnung gelegen. In der Wohnung lebte zudem die Mutter des Toten. Sie war einer Polizeisprecherin zufolge dement und bemerkte deshalb nichts vom Tod ihres Sohnes.
Die Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz brauchten mehr als zwei Stunden, um alle Wohnungen in der Nähe der Fundstelle zu räumen. Mehrere Anwohner widersetzten sich den Anweisungen der Rettungskräfte. Die Feuerwehr musste drei Wohnungstüren aufbrechen und die Bewohner von der Polizei aus den Gebäuden bringen lassen. Für die Entschärfung musste auch die A40 zwischen den Anschlussstellen Bochum-Zentrum und Stahlhausen zeitweilig voll gesperrt werden.
Der fünf Zentner schwere Blindgänger war den Angaben zufolge am Mittag unter einem Wohnhaus gefunden worden. Nach der Bombe war mehr als zwei Wochen lang gezielt gesucht worden. Ihre Lage war auf Luftbildern bestimmt worden.
Unter dem Haus wurde ein mehr als sechs Meter tiefer Schacht gegraben, eine tragende Wand entfernt und die Bombe dann freigelegt. Dabei sei sie leicht bewegt worden. Deshalb musste sie noch am Montag unschädlich gemacht werden.
wit/dapd