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10.08.2012
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Nickerchen auf Gepäckband

Unfreiwillige Spazierfahrt durch Terminal 3

Röntgen-Aufnahme vom Flughafen Fiumicino: Nickerchen auf dem Gepäckband
DPA

Röntgen-Aufnahme vom Flughafen Fiumicino: Nickerchen auf dem Gepäckband

Was zuckelt denn da durch die Gepäckkontrolle? Am römischen Flughafen Fiumicino machte das Sicherheitspersonal eine ungewöhnliche Entdeckung: Ein Betrunkener fuhr auf dem Förderband durch Terminal 3 - drei falsche Entscheidungen hatten zu der unfreiwilligen Spazierfahrt geführt.

Rom - Der Job an der Röntgenmaschine eines Flughafengepäckbands dürfte zu den eintönigeren Formen des Gelderwerbs zählen. Den ganzen Tag über konzentriert auf Röntgenbilder schier endloser Kolonnen von Koffern und Taschen starren, alle mehr oder weniger ähnlichen Inhalts: Kleidung, Necessaires, Souvenirs - im Normalfall gibt es nicht viel, was man seinen Freunden oder der Familie am Feierabend erzählen könnte.

So gesehen hat der Sicherheitsbeamte, der am Donnerstag im Terminal 3 des römischen Flughafens Fiumicino vor den Monitoren Dienst schob, das große Los gezogen - auch wenn die kolportierte Reaktion des Mannes nicht darauf hinweist. Schockiert sei er gewesen, schreibt der englische "Guardian", als er auf dem Bildschirm deutlich den Umriss einer menschlichen Gestalt erblickte. Selbst die Eingeweide waren zu erkennen.

Umgehend rief der Sicherheitsbeamte die Polizei. Minuten später fanden die Sicherheitskräfte einen 36-jährigen Norweger im Gepäckbereich, immer noch im Tiefschlaf. Etwa eine Viertelstunde lang, so die Polizei, sei der Mann ebenso friedlich wie fest schlummernd auf dem Gepäckband durch den Terminal 3 gezuckelt.

Vielleicht war es keine besonders kluge Idee des Touristen, der den Sicherheitskräften laut der italienischen Zeitung "Repubblica" stark angetrunken erschien, bereits vor dem Abflug nach Oslo mehrere Bierchen zu konsumieren. Eventuell hätte er auch gegen den Drang ankämpfen sollen, ein Nickerchen einzulegen. Misslich wurde beides aber erst durch die Entscheidung des Mannes, sich zu diesem Zweck auf das Laufband neben einem verwaisten Check-in-Schalter niederzulassen. Als ein Angestellter des Bodenpersonals an einem anderen Schalter das Gepäckband in Bewegung setzte, begann die unfreiwillige Reise des Norwegers.

Der Mann hat die Episode dem ersten Anschein nach unverletzt überstanden, dennoch wurde er von Medizinern durchgecheckt. Zudem erwartet ihn nun ein Bußgeld für seine ungenehmigte Fahrt auf dem Gepäckband. Ein Sicherheitsrisiko, so versicherte die Polizei, bestand im Übrigen nicht: Seit zehn Jahren existiere ein ausfallsicheres System, das verhindere, dass man vom Gepäckband in sicherheitsrelevante Bereiche des Flughafens gelange. Damals hatte ein Obdachloser eine ähnliche Fahrt absolviert.

fdi/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
1.
marthaimschnee 10.08.2012
Schon ein ziemlicher Luxus, wenn man bei "Sicherheit" sofort daran denkt, ob da jemand in kritsche Bereiche vordringen kann und nicht, ob da jemandem vielleicht verletzt werden könnte!
Schon ein ziemlicher Luxus, wenn man bei "Sicherheit" sofort daran denkt, ob da jemand in kritsche Bereiche vordringen kann und nicht, ob da jemandem vielleicht verletzt werden könnte!
2. Naja
friedenspfeife 10.08.2012
jetzt weis der Norweger jedenfalls das er keine auf Roentgenbildern entdeckbaren "Defekte" oder Krankheiten hat. Hatte also auch was gutes die ganze fahrerei.
jetzt weis der Norweger jedenfalls das er keine auf Roentgenbildern entdeckbaren "Defekte" oder Krankheiten hat. Hatte also auch was gutes die ganze fahrerei.
3. ist garantiert "verletzt"!
fuzzi-vom-dienst 10.08.2012
Sachen wie Koffer etc. werden mit sehr harter Röntgenstrahlung durchleuchtet, damit die Sache schnell (!) geht und auch wirklich ALLES zu sehen ist. Das Bild spricht Bände! Der Suffkopp wird jedenfalls mit Sicherheit [...]
Zitat von marthaimschneeSchon ein ziemlicher Luxus, wenn man bei "Sicherheit" sofort daran denkt, ob da jemand in kritsche Bereiche vordringen kann und nicht, ob da jemandem vielleicht verletzt werden könnte!
Sachen wie Koffer etc. werden mit sehr harter Röntgenstrahlung durchleuchtet, damit die Sache schnell (!) geht und auch wirklich ALLES zu sehen ist. Das Bild spricht Bände! Der Suffkopp wird jedenfalls mit Sicherheit Schäden davon getragen haben, auch wenn diese erst in ein paar Jahren auftreten. Gegen solche Idioten helfen keine noch so tollen "Sicherheitsmaßnahmen". Zu "Sicherheit" allgemein auf Flughäfen: Was glauben Sie, wieviele potentielle Terroristen allein in FRA arbeiten! Das ist leider kein Witz! Und bei 30.000 oder 50.000 Beschäftigten überhaupt nicht vermeidbar. Im übrigen ist es ein Klacks, in so genannte "Sicherheitsbereiche" rein zu kommen. Bitte erwarten Sie nicht, dass ich hier Tipps gebe; aber ich weiß wirklich, wovon ich spreche - leider!
4. Warum so negativ?
tylerdurdenvolland 11.08.2012
Sehen sie doch einfach auch mal das Positive. Die wirklichen Gefährdungen unserer Sicherheit hat man doch im Griff. Versuchen sie beim Ein-checken mal eine Wasserflasche durchzubekommen....
Zitat von marthaimschneeSchon ein ziemlicher Luxus, wenn man bei "Sicherheit" sofort daran denkt, ob da jemand in kritsche Bereiche vordringen kann und nicht, ob da jemandem vielleicht verletzt werden könnte!
Sehen sie doch einfach auch mal das Positive. Die wirklichen Gefährdungen unserer Sicherheit hat man doch im Griff. Versuchen sie beim Ein-checken mal eine Wasserflasche durchzubekommen....
5.
agebel 11.08.2012
Harte (hochfrequente) Röntgenstrahlung richtet aber weniger Schaden an, als weiche (niederfrequente) Röntgenstrahlung, da die harte Strahlung vermehrt einfach durch den Körper durchstrahlt, während weiche Strahlung absorbiert [...]
Zitat von fuzzi-vom-dienstSachen wie Koffer etc. werden mit sehr harter Röntgenstrahlung durchleuchtet, damit die Sache schnell (!) geht und auch wirklich ALLES zu sehen ist. Das Bild spricht Bände! Der Suffkopp wird jedenfalls mit Sicherheit Schäden davon getragen haben, auch wenn diese erst in ein paar Jahren auftreten.
Harte (hochfrequente) Röntgenstrahlung richtet aber weniger Schaden an, als weiche (niederfrequente) Röntgenstrahlung, da die harte Strahlung vermehrt einfach durch den Körper durchstrahlt, während weiche Strahlung absorbiert wird und dabei Zellen schädigen kann. Ein Problem dürfte eher die relativ lange Zeit sein, die der Mann der Strahlung ausgesetzt war.

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