11.08.2012
Hunderte Tote
Schwere Beben erschüttern Irans Nordwesten
Teheran - Bei zwei schweren Erdbeben im Nordwesten des Irans sind am Samstag nach ersten Berichten zahlreiche Menschen verletzt worden. Innerhalb von elf Minuten habe die Erde zweimal gebebt, meldete das iranische Staatsfernsehen. Die Zahl des Todesopfer ist mittlerweile auf über 200 gestiegen, mehr als 1500 Menschen wurden verletzt, Hunderte von Häusern zerstört. In der Unglücksregion waren ganze Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten.
Nach Angaben des seismologischen Instituts der Universität Teheran hatte das Beben eine Stärke von 6,2, das Nachbeben eine von 6,0. Das Epizentrum soll etwa 60 Kilometer von der Millionenstadt Täbris entfernt liegen.
Der geologische Dienst der USA (USGS) setzt die Stärke der Beben etwas höher an - bei 6,4 beziehungsweise 6,3. Die Epizentren lagen demnach in etwa zehn Kilometern Tiefe. Der USGS verzeichnet mehrere schwächere Nachbeben in der Region mit Stärken zwischen 4,4 und 4,8.
Unter den 1,5 Millionen Einwohnern der Stadt Täbris brach nach dem ersten Beben Panik aus. Laut den amtlichen Nachrichtenagenturen Mehr und Fars flohen viele Menschen aus ihren schwankenden Häusern ins Freie. Zudem brachen in Teilen der Region die Telefon- und Mobilfunknetze zusammen. Die Feuerwehr berichtete laut der Agentur Isna von großflächigen Stromausfällen und dichtem Verkehr in Täbris.
Die Erschütterungen waren auch in anderen Orten wie Ardebil, Meschkinschahr und Ahar zu spüren. Der Chef der Hilfsorganisation Roter Halbmond, Mahmud Mosafar, sagte der Agentur Mehr, zu mehreren Dörfern gebe es keinen Zugang. Ein Verantwortlicher aus Ahar bezifferte die Zahl der betroffenen Dörfer auf etwa 60.
Mosafar sagte, es gebe teils telefonischen Kontakt zu den Einwohnern. Um die Menschen in den Dörfern zu erreichen, wurden demnach Hubschrauber eingesetzt. Aus dem Innenministerium in der Hauptstadt Teheran hieß es, allein aus der Ortschaft Warseghan seien etwa 50 Menschen verletzt in Krankenhäuser gebracht worden.
Im Iran gibt es häufig Erdbeben, weil dort mehrere tektonische Platten aufeinander treffen. Ein besonders schweres Beben ereignete sich im Dezember 2003. Damals kamen im Südosten des Landes 31.000 Menschen ums Leben. Bei einem Erbeben im Nordosten Irans erst im Januar wurden mehr als hundert Menschen verletzt.
wbr/AFP/dpa

