17.08.2012
La Gomera
Behörden rechnen mit wochenlangem Kampf gegen Waldbrände
Santa Cruz - Die Waldbrände auf der Kanaren-Insel La Gomera lassen sich vorerst nicht vollständig unter Kontrolle bekommen. "Das kann noch Wochen dauern", sagte die Umweltbeauftragte der Inselverwaltung, Ventura del Carmen Rodríguez. "Nach Angaben der Experten hält die Glut sich unter der Erdoberfläche verborgen. So ein Feuer ist schwer zu löschen."
Die Einsatzkräfte wollen die Brände nun durch Gräben eingrenzen. In einem zweiten Schritt soll die Erde durch Wasser abgekühlt und dann umgegraben werden, um leicht brennbares organisches Material an die Oberfläche zu befördern.
Die vor knapp zwei Wochen ausgebrochenen Brände auf La Gomera haben schon mehr als 4000 Hektar Waldfläche verwüstet. Insgesamt sind mehr als zehn Prozent der gesamten Oberfläche der Insel betroffen. Die Flammen richteten auch Schäden im Garajonay-Nationalpark an, der zum Weltnaturerbe der Unesco gehört. Die Löschmannschaften versuchten am Freitag, den Brand im Norden der Insel weiter einzudämmen. Für das Wochenende wurde in Spanien eine neue Hitzewelle erwartet, die die Gefahr von Waldbränden wieder vergrößern dürfte.
Die Polizei vermutete nach einem Bericht der Zeitung "Canarias7", dass möglicherweise eine organisierte Gruppe von Brandstiftern die Feuer gelegt haben könnte. Eine Hypothese der Ermittler laufe darauf hinaus, dass die Brände die Polizei ablenken sollten, damit an anderen Stellen der Kanaren Rauschgift an Land gebracht werden könne.
Dutzende Waldbrände in den USA
Auch in den USA wüten die Flammen weiter. Am bedrohlichsten sei die Lage derzeit in Idaho, teilten die Behörden mit. Dort werde auch die Nationalgarde im Kampf gegen Dutzende Brandherde eingesetzt. Erste Fortschritte gibt es im Staat Washington. Dort seien über ein Viertel der Feuer unter Kontrolle. Allerdings sei die große Hitze nach wie vor eine Gefahr, dass die Brände neu angefacht werden. Ein weiteres Risiko seien aufkommende Winde. Allein in Washington wurden 70 Häuser evakuiert.
Schwer betroffen ist auch weiterhin Kalifornien. Dort sind rund 8000 Feuerwehrleute im Kampf gegen etwa ein Dutzend gefährliche Brände mobilisiert. Mehr als zwei Drittel der USA leiden seit Wochen unter massiver Trockenheit. Temperaturen von bis zu 40 Grad und in manchen Regionen sogar noch höher bescheren den Feuerwehrleuten in ihrem Kampf gegen die Flammen immer wieder Rückschläge.
ulz/dpa/Reuters

