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17.11.2012
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New York

YouTube-Video enttarnt Staatsanwalt als früheren Pornostar

Der Schnurbart ist noch derselbe, nur den Beruf hat Mark Suben still und heimlich gewechselt. In den siebziger Jahren arbeitete der New Yorker Staatsanwalt als Pornodarsteller. Um seine Wiederwahl nicht zu gefährden, log er die Medien an - und musste nun doch die Wahrheit sagen.

New York - Zuerst stritt er alles ab, jetzt gab er alles zu: Mark Suben, Staatsanwalt aus dem Bundesstaat New York, musste in einer Pressekonferenz reumütig erklären, in den siebziger Jahren ein berufliches zweites Standbein gehabt zu haben. Unter dem Künstlernamen Gus Thomas bewies er in zahlreichen Pornofilmen seine Manneskraft. Zu sehen war der Jurist unter anderen in Streifen namens "Deep Throat Part II", "Doctor's Teenage Dilemma" und "The Whistle Blowers".

Ein Whistleblower ist auch dafür verantwortlich, dass Subens Schauspielkunst knapp 40 Jahre später an die Öffentlichkeit gekommen ist. Der anonyme Tippgeber hatte zunächst versucht, verschiedene lokale Medien davon zu überzeugen, sich der doppelten Identität des 2008 gewählten Staatsanwalts anzunehmen. Diese konnten jedoch keine Hinweise auf die frühere Pornokarriere finden - und auch Suben stritt alle Vorwürfe ab. Der Staatsanwalt befand sich zu dieser Zeit gerade im Wahlkampf für seine zweite Amtsperiode.

Am Donnerstag wurde jedoch auf YouTube ein Video hochgeladen, das keinen Zweifel mehr an dem einstigen Nebenjob Subens lässt. Szenenfotos aus diversen Pornostreifen werden hier zusammen mit Bildern des Staatsanwaltes präsentiert - und die Ähnlichkeit zwischen "Hausmeister Stanley" und Suben ist kaum zu leugnen.

Das dachte sich wohl auch Suben selbst. In einer Pressekonferenz bestätigte der Staatsanwalt eine Woche nach seiner Wiederwahl alle Vorwürfe. Er habe allerdings nicht nur in Pornofilmen, sondern auch am Theater, in Seifenopern und in Werbespots gespielt. Dass er in Zusammenhang mit seiner früheren Karriere mehrfach die Medien belogen habe, erklärte Suben mit "schlechtem Urteilsvermögen".

Außer dem Eingeständnis und einer Entschuldigung Subens gab es nicht viel für die Pressevertreter zu hören. Fragen beantwortete der Jurist nicht. Ein Rücktritt sei ausgeschlossen, teilte eine Sprecherin des Staatsanwalts im Anschluss an die Konferenz mit.

dkr

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