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14.12.2012
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"Sesamstraße"

Kinder, so geht Scheidung

Sesame Workshop

"Scheidung? Was ist Scheidung?" Elmo und Rosita aus der "Sesamstraße" haben keine Ahnung. Also erklärt Gordon ihnen, was passiert, wenn Mama und Papa nicht mehr zusammenleben wollen. Es ist der zweite Versuch, Trennungen zu thematisieren - ein erster war an weinenden Kindern gescheitert.

New York - Für Elmo und Rosita ist die Sache ganz einfach. Ein Blatt Papier reicht den Figuren aus der "Sesamstraße", um ihr jeweiliges Zuhause aufzumalen. Nur bei Abby Cadabby ist die Sache komplizierter, sie braucht zwei Blätter. "Eines, wo ich mit meiner Mama wohne. Und eines, wo ich mit meinem Papa wohne", sagt sie. Das kann Elmo nicht verstehen. Er will wissen, warum denn nicht alle unter einem Dach leben. "Weil meine Eltern geschieden sind", sagt Abby.

Es ist das erste Mal in der mehr als 40-jährigen Geschichte der "Sesamstraße", dass Scheidungen thematisiert werden. Die Folge wurde allerdings nur online veröffentlicht. Sie heißt "Kleine Kinder, große Herausforderungen: Scheidung" und soll den Machern zufolge betroffenen Familien und Kindern helfen. Schon 1992 sei eine Sendung über die Scheidung der Eltern des Mammuts Mr. Snuffleupagus produziert worden, berichtete der US-Sender NBC. Sie sei jedoch nie ausgestrahlt worden - Kinder weinten bei Testvorführungen.

Nun gibt es den nächsten Versuch. Und weil nicht alle Puppen wissen, was eine Scheidung eigentlich ist, muss Gordon Robinson einspringen. "Geschieden bedeutet, dass Abbys Eltern nicht mehr verheiratet sind", erklärt er Elmo und Rosita. Manchmal würden sich die Dinge einfach nicht wie geplant entwickeln, selbst wenn die Erwachsenen hart dafür arbeiteten. Doch Elmo und Rosita verstehen immer noch nicht.

Also muss Abby die Geschichte ihrer Eltern selbst erzählen. Wie Mama und Papa sie beiseite nahmen, um ihr mitzuteilen, dass sie Erwachsenenprobleme hätten. Dass Abby künftig zwei Kinderzimmer haben werde, dass beide Eltern Abby weiterhin lieb hätten.

Daran hatte Abby zunächst gezweifelt. Gordon muss ihr also versichern, die Trennung ihrer Eltern sei nicht ihre Schuld. Weder ihre Unordentlichkeit noch die zerbrochene Vase hätten die Trennung der Eltern verursacht.

"Es hat zwar eine Weile gedauert, aber inzwischen habe ich mich an die neue Situation gewöhnt", sagt Abby dann zu Elmo und Rosita. Und es habe sich ja auch nicht alles geändert. Sie habe nun zwar zwei Betten. "Aber in beiden gehe ich jede Nacht mit meinem Stoff-Froschprinzen schlafen."

aar/dpa

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