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14.12.2012
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Winter in Deutschland

Vorsicht, Blitzeis!

DPA

Unfälle auf spiegelglatten Straßen, am Boden ausgebremste Flugzeuge - weißes Wintermärchen war gestern, jetzt ist in Deutschland Glatteis angesagt. In der kommenden Nacht gilt für weite Teile des Landes: Es wird sehr rutschig.

Hamburg - In vielen Regionen Deutschlands wird es am Abend und in der kommenden Nacht auf den Straßen extrem rutschig werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von "unerwünschten Eisbahnen" und warnt vor Glatteis-Unwetter - vor allem im Osten und Südosten, aber auch im Norden der Republik.

"Das Problem ist, dass mehrere Niederschlagsgebiete aus Südwesten Deutschland überrollen", sagte DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold. Bis Samstag werde sich der Regen von West nach Ost über Deutschland ausbreiten und auf dem gefrorenen Boden für gefährliches Glatteis sorgen.

Während im Westen der Frost schon weitgehend aus dem Boden ist, besteht im Osten noch Glatteisgefahr. In der Nacht zu Samstag soll der Regen aus Südwesten auch Berlin und Brandenburg erreichen und Blitzeis auf den Straßen verursachen. Auch am Wochenende wechseln sich laut Deutschem Wetterdienst Regen und Schnee mit kurzen Pausen immer wieder ab.

Bereits in der Nacht zu Freitag hatte Blitzeis für spiegelglatte Straßen gesorgt. Bei etlichen Unfällen sind im Süden Deutschlands seit Donnerstagabend zwei Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Die Autobahn 9 in Bayern blieb laut Polizei nach einem tödlichen Unfall bei Leupoldsgrün in Richtung Norden für mehrere Stunden gesperrt. Ein 34-jähriger Mann war mit einem anderen Auto zusammengeprallt. Er starb an seinen schweren Verletzungen.

Bei Stuttgart wurde ein 78-Jähriger getötet, als er mit seinem Wagen gegen einen Bus rutschte. Besonders in Baden-Württemberg kam es zu zahlreichen Unfällen mit Verletzten und Blechschäden. Auch am Freitag hatte sich die Lage nicht entspannt.

Wegen Eisregens starteten vom Frankfurter Flughafen in der Nacht 40 Maschinen mit Sondergenehmigung nach 23 Uhr, wenn eigentlich das Nachtflugverbot gilt. Sechs Maschinen mit zusammen rund 1100 Passagieren an Bord mussten aber nach Auskunft des hessischen Wirtschaftsministeriums trotz Genehmigung am Boden bleiben, weil sie nicht mehr vor Mitternacht starten konnten.

Vorgezogenes Weihnachtstauwetter?

Bis in die nächste Woche bleibe es regnerisch und relativ mild, sagte DWD-Meteorologin Paetzold. Möglicherweise sei das ein vorgezogenes Weihnachtstauwetter - eine für diese Jahreszeit nicht untypische Konstellation mit Milderung nach dem ersten richtigen Wintereinbruch.

Schuld ist Tief "Nicki" über dem Nordatlantik, das immer wieder Wolken mit Schnee, Schneeregen oder Regen nach Deutschland bringt. Die Temperaturen steigen am Wochenende auf zehn Grad im Westen und sechs Grad im Osten. Ob sich damit auch die Chancen auf Schnee zu den Feiertagen verschlechtern, war am Freitag noch unklar.

Der in den vergangenen Tagen gefallene Schnee schmilzt so rasch, dass in einigen Regionen die Hochwassergefahr wächst. Für den Südwesten, wo die Temperaturen am Freitag schon auf Plusgrade gestiegen waren, gab der DWD eine Unwetterwarnung vor starkem Tauwetter heraus. Zusammen mit ergiebigen Regenfällen könne der schmelzende Schnee das Fassungsvermögen von Bächen und Flüssen überfordern, sagte Paetzold. "Besonders heftig trifft der Regen die Schwarzwaldregion."

Die Schneefallgrenze steigt bis in höchste Schwarzwaldlagen. Bis Samstagabend fallen dabei 25 bis 40 Millimeter Regen, was mit dem Schmelzwasser eine Gesamtmenge von 40 bis 70 Millimeter Wasser ergibt. Die Schneedecke soll bis in mittlere Lagen schmelzen. In den nordhessischen Skigebieten wurden die Pisten geöffnet, aber gute Aussichten auf Spaß im Schnee gab es nicht: Bis in die Gipfellagen der Mittelgebirge werde Regen erwartet, so der DWD.

siu/dpa

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
1. Ja ist denn ... ?
druck_im_topf 14.12.2012
Pünktlich zu dem nach Nikolaus eingetroffenen Winterwetter sind die Klimaskeptiker pöbelnd über die Klimawarner hergefallen. Und siehe da, es war bloß das Wetter. Ja ist denn die Eiszeit schon nach zwei Wochen zuende? Ich [...]
Pünktlich zu dem nach Nikolaus eingetroffenen Winterwetter sind die Klimaskeptiker pöbelnd über die Klimawarner hergefallen. Und siehe da, es war bloß das Wetter. Ja ist denn die Eiszeit schon nach zwei Wochen zuende? Ich beklag immer wieder den fehlenden Sachverstand in den Kommentaren zu diesem Thema. Und die immer wieder auftretenden zynischen Muskelspielchen!!!!
2.
Robert_Rostock 14.12.2012
Wenn das kein Beweis für die menschengemachte Erderwärmung ist, was dann?
Zitat von sysopDPAUnfälle auf spiegelglatten Straßen, am Boden ausgebremste Flugzeuge: Weißes Wintermärchen war gestern, jetzt ist in Deutschland Glatteis angesagt. In der kommenden Nacht gilt für weite Teile des Landes: Es wird sehr rutschig. http://www.spiegel.de/panorama/glatteis-wetterdienst-warnt-vor-unerwuenschten-eisbahnen-a-872988.html
Wenn das kein Beweis für die menschengemachte Erderwärmung ist, was dann?
3. Blitz...
schweineigel 14.12.2012
Wäre ein schöner amerikanischer Wortexport. "Blitzkrieg" ist dort ja schon sehr beliebt. Und "Blitzeis" klingt doch auch nicht schlecht :-)
Wäre ein schöner amerikanischer Wortexport. "Blitzkrieg" ist dort ja schon sehr beliebt. Und "Blitzeis" klingt doch auch nicht schlecht :-)
4.
artusdanielhoerfeld 14.12.2012
"am Boden ausgebremste Flugzeuge" Dieser Satz ist semantisch Unsinn.
"am Boden ausgebremste Flugzeuge" Dieser Satz ist semantisch Unsinn.
5. Oh Gott, oh Gott...
Airkraft 14.12.2012
müssen wir alle jetzt sterben?
müssen wir alle jetzt sterben?

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