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06.01.2013
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Evakuierung in Hannover

Störer verzögern Bombenentschärfung

DPA

Die Entschärfung einer Fliegerbombe in Hannover hat sich um mehrere Stunden verzögert. Manche Anwohner ignorierten die Anweisung, den Evakuierungsbereich zu räumen. Ein Feuerwehrsprecher bezeichnete die Personen als "Rowdys", "Chaoten" und "Vollpfosten".

Hannover - Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist in einem Wohngebiet in Hannover gesprengt worden. Die Detonation erfolgte laut Feuerwehr gegen 17.20 Uhr. Dabei sei niemand verletzt worden, sagte ein Sprecher. An einem viergeschossigen Mehrfamilienhaus, das sich in unmittelbarer Nähe des Ortes der Sprengung befindet, sei geringer Sachschaden entstanden.

Die britische Zehn-Zentner-Bombe war vor der Sprengung mit Sand, Stroh und Wasserbehältern abgesichert worden. Teile des Blindgängers waren bereits verrottet, daher hatte die Bombe keine volle Detonationskraft mehr. Von einer zweiten entdeckten Fliegerbombe ging keine Gefahr aus - von ihr waren nur noch Metallreste im Boden übrig.

Die Sprengarbeiten verzögerten sich nach Angaben des Sprechers, weil sich einzelne Bewohner trotz der Räumung zunächst weiterhin in dem Gebiet aufhielten. "Einige Rowdys und Chaoten haben uns heute das Leben schwer gemacht", sagte er. "Das war ärgerlich."

Fast alle Anwohner hätten es geschafft, pünktlich ihre Häuser zu verlassen. "Aber ein paar Spinner haben sich einen Spaß daraus gemacht, mit der Polizei Katz und Maus zu spielen", sagte der Sprecher. Die Feuerwehr sei bereits gegen 13 Uhr einsatzbereit gewesen - "aber wegen ein paar Vollpfosten mussten die anderen unnötig lange in den Sammelunterkünften zubringen." Die Polizei setzte einen Hubschrauber mit Wärmebildkamera ein, um in dem Gebiet verbliebene Personen zu finden.

Kurz nach der Detonation konnten 25.000 Anwohner, die am Morgen in den Stadtteilen Vahrenheide und Sahlkamp ihre Wohnungen und Häuser hatten verlassen müssen, wieder in die Gebäude zurückkehren. Für die Anwohner war eine Sammelstelle eingerichtet worden. Betroffen waren auch zwei Alten- und Pflegeheime, rund 170 Heimbewohner wurden mit Krankenwagen vorübergehend in ein Schulzentrum gebracht. Im Einsatz waren insgesamt 1200 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst.

ulz/dpa/dapd/AFP

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