Lade Daten...
02.02.2013
Schrift:
-
+

Mysteriöser Kriminalfall

Entführter Geschäftsmann nach acht Monaten aufgetaucht

Auf seiner Stirn war "Dieb" eingeritzt: Der irische Geschäftsmann Kevin Michael McGeever war verwirrt und entkräftet, als eine Autofahrerin ihn auf einer Landstraße entdeckte. Vor acht Monaten war er verschwunden, nach eigenen Angaben wurde er entführt. Für die Ermittler ist der Fall ein Rätsel.

Mit nackten Füßen trat er auf den Asphalt der Landstraße, nachts im Nirgendwo von Irlands Westen. Seine Haare, sein Bart, seine Fingernägel waren lang, sein Körper ausgemergelt. In sein Gesicht waren Beschimpfungen eingeritzt, auf der Stirn stand "Thief".

Catherine Vallely, 64, hielt ihn zunächst für ein Verkehrshütchen, als er am Dienstag kurz vor 22 Uhr im Scheinwerferlicht ihres Wagens auftauchte. Dann hielt sie doch an. Vor ihr stand Kevin Michael McGeever. Der 68-Jährige war laut einem Bericht der "Huffington Post" am 22. Juni als vermisst gemeldet worden. Über 30 Kilogramm hat er seither verloren.

Vallely sprach McGeever an, er wusste nicht, wo er war, er hatte keine Ahnung, in welchem Monat er sich befand, welcher Wochentag es war. Aber er sagte, man habe ihn aus einem Lieferwagen geworfen. Auf Vallely wirkte er gebildet, höflich. Er hatte eine Taschenlampe und ein Handy bei sich.

Sie vermutete, einen Alzheimer-Kranken vor sich zu haben und brachte ihn zur Polizeistation von Ballinamore, er bekam Tee, aß Kekse und dann Pommes. Er kam in ein Krankenhaus, dort wird er nun behandelt und von der Polizei beschützt.

Was war mit McGeever geschehen? Zu Ermittlern sagte er, drei maskierte und bewaffnete Männer hätten ihn aus seinem Garten entführt. McGeever verdiente viel Geld mit Immobilien, er investierte in Irland, aber auch in Dubai. Er wohnte in einem gut geschützten Haus, Bewohner seines Dorfes erzählten britischen Medien, sie hätten den Mann nicht gekannt, ihn nie gesehen.

McGeever sagte, seine Entführer hätten ihn in einem Container eingesperrt und ein Lösegeld verlangt. Ob Geld bezahlt wurde, ist nicht bekannt. Zudem soll er ausgesagt haben, es seien russische Verbrecher und die IRA gewesen, die ihn entführt und gefoltert hätten. Er habe ihnen Geld geschuldet. Das Handy hätten ihm seine Entführer vor der Freilassung mit den Worten gegeben, er solle es immer bei sich behalten. Der Grund ist ihm nicht bekannt.

Ermittler versuchen nun, den Fall zu klären.

bim

Empfehlen

MEHR IM INTERNET

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter RSS
alles zum Thema Irland
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten