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24.02.2013
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Angelus-Gebet

"Gott hat mich gerufen"

Foto: AFP

Benedikt XVI. hat mit seinem vorletzten Auftritt als Papst große Menschenmassen angelockt. Beim Angelus-Gebet am Fenster seiner Wohnung kündigte er an, der Kirche weiter mit Hingabe zu dienen - und wurde vom Publikum gefeiert.

Rom - Unter dem Jubel Zehntausender Gläubiger und Schaulustiger auf dem Petersplatz in Rom hat der scheidende Papst Benedikt XVI. seinen vorletzten öffentlichen Auftritt bestritten. Der 85-Jährige erteilte am Sonntag zum letzten Mal nach dem Angelus-Gebet vom Vatikan aus den Segen.

Gott habe ihn gerufen, "auf den Berg zu steigen, mich noch mehr dem Gebet und der Meditation zu widmen". Das bedeute aber nicht, dass er die Kirche verlasse, sagte der 85-Jährige am Sonntag in Rom. "Im Gegenteil, wenn Gott mich ruft, geschieht das, weil ich der Kirche weiter dienen kann mit derselben Hingabe und derselben Liebe wie bisher, aber in einer angemesseneren Weise für mein Alter und meine Kräfte", sagte er in seiner Ansprache.

Der Andrang war enorm, schon Stunden vorher warteten die ersten Gläubigen mit Transparenten auf dem Platz, wo das Gebet auf vier großen Leinwänden gezeigt wurde. Nach Angaben des Vatikan-Sprechers Federico Lombardi kamen rund 100.000 Menschen. "Allen danke ich für die vielen Zeichen der Nähe und Zuneigung, vor allem für das Gebet", sagte der Papst an die deutschen Pilger gewandt. Seine Stimme stockte während seiner Ansprache immer wieder, und er wurde von dem Jubel der Gläubigen unterbrochen.

Sonntägliches Ritual am Petersplatz

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Papst Benedikt: Auftritt vor Zehntausenden Gläubigen
Das Angelus-Gebet wird in der katholischen Kirche dreimal am Tag - morgens, mittags und abends - gesprochen. Angelus ist das lateinische Wort für Engel. Das Gebet erinnert daran, wie der Erzengel Gabriel Maria die Geburt Jesu verkündigte, und fasst das Leben Jesu ganz kurz zusammen.

Der Papst betet das Angelus traditionell jeden Sonntag um 12 Uhr vom Fenster seines Arbeitszimmers aus mit allen Pilgern auf dem Petersplatz. Anschließend hält er eine kurze Ansprache und erteilt den päpstlichen Segen. Das Gebet wird stets direkt im staatlichen Fernsehen RAI übertragen.

Benedikt hatte Anfang Februar überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Vor seiner geplanten Amtsabgabe am Donnerstag wird er am Mittwoch seine letzte Generalaudienz auf dem Petersplatz geben. Dies wird zugleich sein letzter öffentlicher Auftritt als Papst - dann werden Hunderttausende Besucher erwartet. Im März sollen die wahlberechtigten Kardinäle zum Konklave zusammenkommen und einen neuen Papst bestimmen.

sto/AP/dpa/AFP

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Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 567 Beiträge
1. Ein großer Mensch zieht sich zurück!
Zaphod 24.02.2013
Die beeindruckenden Bilder zeigen, dass der Papst eben doch mehr Bedeutung besitzt und mehr Zuneigung erfährt, als es viele in Deutschland glauben möchten. Die katholische Welt liebt diesen Papst, da mögen die Kirchenhasser sich [...]
Die beeindruckenden Bilder zeigen, dass der Papst eben doch mehr Bedeutung besitzt und mehr Zuneigung erfährt, als es viele in Deutschland glauben möchten. Die katholische Welt liebt diesen Papst, da mögen die Kirchenhasser sich noch so sehr empören. Der Papst verkündet das Heil und diese Verkündigung wird von vielen gehört!
2. und tschüss..
doobiebrother 24.02.2013
Don't Let the Door Hit You in the Ass on the Way Out!
Don't Let the Door Hit You in the Ass on the Way Out!
3.
synde 24.02.2013
Angemessenere Weise für sein Alter und seine Kräfte, wäre eine bleibende Heilige väterliche Funktion nach dem Status als Heiliger Vater. Der Papst wird von den Gläubigen auch als Heiliger Vater angesprochen, ohne dass sie seine [...]
Angemessenere Weise für sein Alter und seine Kräfte, wäre eine bleibende Heilige väterliche Funktion nach dem Status als Heiliger Vater. Der Papst wird von den Gläubigen auch als Heiliger Vater angesprochen, ohne dass sie seine leiblichen Kinder sind, also rein der Liebe wegen, die der Heilige Vater zu den Menschen hat und umgekehrt. So ergibt sich nach dem Rücktritt für den "Heiligen Vater" automatisch der Status des "Heiligen Großvaters", weil es kaum zwei Heilige Väter geben kann. Die Heilige-Vater-Funktion ist kein Amt, sondern eine Lebens-Berufung. Und deshalb behält diesen heiligen Ehr-Status der zurückgetretene Papst bis ans Lebensende inne. Es kann keine Päpste, auch nicht zwei Heilige Väter geben, aber sicherlich einen Heiligen Großvater Benedikt XVI., und wenn der zukünftige Papst von seinem Amt als Papst ebenfalls zurücktreten sollte, so wäre dieser dann der nächste Heilige Großvater, und der Heilige Großvater Benedikt XVI. rückt zugleich auf zum Heiligen Ur-Großvater. So ist die Amtseigenschaft des Papstes nach Rücktritt vom Papst-Amt trotzdem in seiner Heiligen Vater-Funktion erhalten. Wir Gläubigen erhoffen uns damit die lebenslange Anwesenheit des Papst Benedikt XVI. als liebevollen und treu sorgenden/mahnenden Heiligen Großvater Benedikt XVI. und wünschen uns weiterhin seine Anwesenheit bei großen kirchlichen Anlässen. Mögen ihm dafür noch lange seine Kräfte erhalten bleiben.
4. Guayaquil
guayaquil 24.02.2013
"Gott hat ihn gerufen".... Na klar, er hat ja auch einen direkten Draht zum Himmel! Mannomann, wie können die Leute bloß solchen Quatsch hören? Da dreht sich doch einem das Gehirn wie ein propeller....
"Gott hat ihn gerufen".... Na klar, er hat ja auch einen direkten Draht zum Himmel! Mannomann, wie können die Leute bloß solchen Quatsch hören? Da dreht sich doch einem das Gehirn wie ein propeller....
5.
blasphemiker 24.02.2013
Naja, wenigstens ist es diesmal kein so unwürdiges Schauspiel wie beim Abgang des letzten Papstes, den sie ja, als er schon ein Fast-Kadaver war, noch aus PR-Zwecken überall hingekarrt haben, um ihr Leidens- und [...]
Zitat von sysopBenedikt XVI. hat mit seinem vorletzten Auftritt als Papst große Menschenmassen angelockt. Beim Angelus-Gebet am Fenster seiner Wohnung kündigte er an, der Kirche weiter mit Hingabe zu dienen - und wurde vom Publikum gefeiert. Vatikan: Zehntausende beim letzten Angelusgebet des Papstes - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/vatikan-zehntausende-beim-letzten-angelusgebet-des-papstes-a-885254.html)
Naja, wenigstens ist es diesmal kein so unwürdiges Schauspiel wie beim Abgang des letzten Papstes, den sie ja, als er schon ein Fast-Kadaver war, noch aus PR-Zwecken überall hingekarrt haben, um ihr Leidens- und Märtyrerschauspielerei zu zelebrieren.
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!

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