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26.02.2013
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Ballonabsturz in Ägypten

"Wir hörten eine laute Explosion, sahen viel Rauch"

Foto: AFP

Beim Absturz eines Heißluftballons im ägyptischen Luxor kamen mindestens 19 Menschen ums Leben. Überlebende sollen sich durch einen Sprung kurz vor dem Aufprall gerettet haben.

Hamburg - Zunächst lief alles nach Plan: Fotos zeigen, wie acht Heißluftballons in der Nähe der ägyptischen Tempelstadt Luxor in die Luft steigen, einer nach dem anderen. Rund 40 Minuten später endete der Touristenausflug im Morgengrauen in einer Tragödie. "Wir hörten eine laute Explosion hinter uns. Ich drehte mich um und sah viel Rauch", sagte der Fotograf Christopher Michel "Sky News". Er war selbst Passagier in einem anderen Ballon. Es sei ihm nicht sofort klar gewesen, was los war, so Michel, die Sicht sei von den anderen Ballons versperrt gewesen.

Was Michel nicht sah: Einer der mit ihm gestarteten Heißluftballons hatte Feuer gefangen und stürzte kurz darauf ab. Mindestens 19 Menschen kamen ums Leben. Die Angaben von vor Ort sind noch widersprüchlich, doch bei den Toten handelt es sich laut Sicherheitsbehörden um Touristen aus Hongkong, Japan, Großbritannien, Frankreich und Ungarn. Auch eine ägyptische Reiseführerin soll unter den Opfern sein.

Zunächst wurden drei Überlebende gemeldet: Zwei Briten und der Ballonführer konnten sich offenbar kurz vor dem Aufprall durch einen Sprung aus dem Ballon retten. Einer der Touristen erlag jedoch im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der Ballonführer erlitt Verbrennungen dritten Grades.

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Touristen-Unglück in Ägypten: Heißluftballon abgestürzt
Zuvor müssen sich dramatische Szenen abgespielt haben: Der Ballon mit vermutlich 21 Menschen an Bord sei am Morgen über dem Stadtteil Kurna in einer Höhe von etwa 300 Metern unterwegs gewesen, als er Feuer gefangen habe und daraufhin explodiert sei, sagte ein ägyptischer Behördenvertreter.

Die Bewohner des Dorfes Al-Dhabaija sahen, wie der brennende Ballon auf ein Feld stürzte. Die Landwirte machen sich auf den Weg, um nach den Opfern zu suchen. Dann trafen Feuerwehrleute ein, die das brennende Wrack löschten. Die Leichen, von denen einige bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, wurden in schwarzen Plastiksäcken davongetragen. Rettungskräfte sperrten den Absturzort in einem Zuckerrohrfeld ab und durchsuchten die ausgebrannten Reste des Ballons.

"Das ist schrecklich, einfach schrecklich", sagte eine Mitarbeiterin des Ballonfahrtunternehmens Sky Cruise über das Unglück. Bislang sei unklar, wie es dazu kommen konnte.

Möglicherweise ist ein Schaden an einem Gasschlauch die Ursache für den Absturz - das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Ermittler. Demnach habe sich beim Anflug ein Landeseil in einem Gasschlauch verfangen. Daraufhin sei ein Feuer ausgebrochen und der Ballon in die Höhe geschnellt. In 300 Metern Höhe sei der Gastank dann explodiert. Laut der Nachrichtenagentur dpa schilderte auch ein Mitarbeiter der Ballonfirma dieses Szenario dem Nachrichtenportal "Al-Ahram".

In Luxor, Teil des alten Theben, befinden sich einige der berühmtesten archäologischen Stätten Ägyptens wie das Tal der Könige und der Totentempel der Hatschepsut. Der Gouverneur von Luxor verfügte am Mittag ein vorläufiges Verbot von Ballonflügen in der Region.

hut/dpa/AFP/AP

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