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27.02.2013
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Neunjähriger Gangsta-Rapper

Kinderschützer sorgen sich um Lil Poopy

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Neun Jahre alter Rapper Lil Poopy (Screenshot): "Koks ist kein schlechtes Wort"

Lil Poopy macht auf ganz dicke Hose - dabei ist der Gangsta-Rapper aus den USA gerade mal neun Jahre alt. Jetzt schaltet sich die Kinderschutzbehörde ein, der Anwalt seines Vaters wittert eine Verschwörung.

Hamburg - Luie Rivera Jr. macht das, was man von einem Gangsta-Rapper erwartet: Er trägt riesige Sonnenbrillen, schwere Halsketten, sitzt in teuren Sportwagen oder auf hochgetunten Motorrädern, macht coole Posen neben Frauen oder haut ihnen auf den Hintern. Lässig will er wirken, doch eigenartig tapsig sind seine Bewegungen: Luie Rivera Jr. ist erst neun Jahre alt.

Lil Poopy lautet der Küstlername des Jungen, was frei ins Deutsche übertragen so viel wie "kleiner Scheißer" bedeutet. Was nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass er große Freunde hat. Er rappt unter anderem mit den Coke Boys, einer Combo des Musikers French Montana.

Seine Videos sind auf YouTube zu sehen. "Koks ist kein schlechtes Wort", rappt er da, auch von Frauen ist die Rede, oder genauer: von "Bitches".

Clubs, Straßenszenen zu später Stunde - nicht das beste Umfeld für einen Neunjährigen. Das dachte sich wohl auch die Polizei von Brockton, der Heimatstadt des Jungen. Sie informierte laut einem CNN-Bericht die Kinderschutzbehörde, nachdem sich "ein besorgter Bürger" gemeldet hatte. Die Behörde werde eingeschaltet, wenn ein Verdacht auf körperlichen, geistigen oder emotionalen Missbrauch von Kindern bestehe, sagte ein Polizeisprecher dem Sender.

Der Vater von Lil Poopy versteht die Aufregung nicht. Sein Sohn habe doch "überhaupt nichts falsch gemacht", sagte Luis Rivera der Zeitung "Boston Herald". Sein Sohn nehme keine Drogen, trinke keinen Alkohol, er singe lediglich darüber und verletzte damit niemanden. "Er geht jeden Tag zur Schule." Der Junior wisse: "Wenn er nicht lernt, darf er nicht rappen." Seine Lehrer liebten ihn, "er ist wirklich ein smarter Junge", sagte Luis Rivera.

Die Kinderschutzbehörde hat dennoch Ermittlungen aufgenommen. Diese dürften voraussichtlich 15 Tage dauern, so der Anwalt des Vaters, dem vorgeworfen wird, sein Kind zu vernachlässigen. So lange hätten die Ermittler Zeit, in den Videos Beweise für eine "ernsthafte Gefährdung" des Kindeswohls zu finden. Dem Bericht zufolge kam Luis Rivera bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt, unter anderem im Zusammenhang mit Drogen.

Der Anwalt sieht die Familie, die aus Puerto Rico stammt, als Opfer einer Verschwörung und spricht laut "Time Magazine" von einer "rassistisch gefärbten Untersuchung". Wer auch immer aufgrund der Videos die Ermittlungen eingeleitet habe, "versteht wahrscheinlich nichts von Rap". Luie Rivera Jr. sei ein aufgeweckter, ausgeglichener Viertklässler, der ein gutes Zuhause, gute Noten und musikalisches Talent besitze, so der Anwalt.

wit/bim

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insgesamt 30 Beiträge
1.
epic_fail 27.02.2013
Is ja n niedlicher Gangsta! Sieht eher aus, wie ein Mädchen ... aber gut, ist ja nicht mein Kind.
Zitat von sysopYouTubeLil Poopy macht auf ganz dicke Hose - dabei ist der Gangsta-Rapper aus den USA gerade mal neun Jahre alt. Jetzt schaltet sich die Kinderschutzbehörde ein, der Anwalt seines Vaters wittert eine Verschwörung. http://www.spiegel.de/panorama/lil-poopy-neunjaehriger-gangsta-rapper-a-885949.html
Is ja n niedlicher Gangsta! Sieht eher aus, wie ein Mädchen ... aber gut, ist ja nicht mein Kind.
2. no title
kraijjj 27.02.2013
Wenn ein 3-käsehoch den Mädels schon aufs Hinterteil tatscht und sie Bitches schimpft läuft für mich etwas schief, egal ob er gute Noten nach Hause bring oder nicht. Und keiner soll mir hier kommen von wegen kultureller [...]
Zitat von sysopYouTubeLil Poopy macht auf ganz dicke Hose - dabei ist der Gangsta-Rapper aus den USA gerade mal neun Jahre alt. Jetzt schaltet sich die Kinderschutzbehörde ein, der Anwalt seines Vaters wittert eine Verschwörung. http://www.spiegel.de/panorama/lil-poopy-neunjaehriger-gangsta-rapper-a-885949.html
Wenn ein 3-käsehoch den Mädels schon aufs Hinterteil tatscht und sie Bitches schimpft läuft für mich etwas schief, egal ob er gute Noten nach Hause bring oder nicht. Und keiner soll mir hier kommen von wegen kultureller Gebrauch des Wortes im Rap/Hiphop. Das dem nicht so ist bzw. das dies auch kritisch gesehen wird kann man bei Queen Latifah hören...
3. Nicht übertreiben
manschu 27.02.2013
Naja, schön finde ich es nicht. Aber es ist bestimmt noch zulässig oder sollte es zumindest sein. Sonst müsste auch die extreme "Förderung" z.B. im Leistungssport verboten sein. Ich würde einfach den Eltern [...]
Naja, schön finde ich es nicht. Aber es ist bestimmt noch zulässig oder sollte es zumindest sein. Sonst müsste auch die extreme "Förderung" z.B. im Leistungssport verboten sein. Ich würde einfach den Eltern empfehlen es nicht zu übertreiben und den Behörden ebenso. Das Kind scheint zumindest glücklich zu sein und könnte selbst als Präsident lächelnd darauf zurückblicken. Wirklich nachhaltig schädigende Erziehung sieht anders aus.
4.
Atheist_Crusader 27.02.2013
Er beschimpft sie wahrscheinlich nicht einmal gewollt. Gut möglich, dass es für ihn zu einer völlig normalen Bezeichnung geworden ist. Was das Ganze nicht besser macht. Sicher, jeder Mensch hat das Recht, sich so zu [...]
Zitat von kraijjjWenn ein 3-käsehoch den Mädels schon aufs Hinterteil tatscht und sie Bitches schimpft läuft für mich etwas schief, egal ob er gute Noten nach Hause bring oder nicht. Und keiner soll mir hier kommen von wegen kultureller Gebrauch des Wortes im Rap/Hiphop. Das dem nicht so ist bzw. das dies auch kritisch gesehen wird kann man bei Queen Latifah hören...
Er beschimpft sie wahrscheinlich nicht einmal gewollt. Gut möglich, dass es für ihn zu einer völlig normalen Bezeichnung geworden ist. Was das Ganze nicht besser macht. Sicher, jeder Mensch hat das Recht, sich so zu entwickeln wie er möchte... aber muss ein Neunjähriger sich wirklich am Bodensatz der Gesellschaft orientieren? Das "Ist doch alles nur ironisch"-Gesülze was man in dem Zusammenhang immer hört, kaufe ich schon den meisten erwachsenen Gansterrappern nicht ab. Und so einem Türstopper schon gar nicht.
5.
Xtasy178 27.02.2013
Also beim Lesen ihres Posts ist mir die Spucke weggeblieben... Ein kleiner 9 Jaehriger Junge klatsch den 'Bitches' auf den Hintern, kleidet und benimmt sich wie ein Gangster, rapt von Koks und Party , und das ist okay? [...]
Zitat von manschuNaja, schön finde ich es nicht. Aber es ist bestimmt noch zulässig oder sollte es zumindest sein. Sonst müsste auch die extreme "Förderung" z.B. im Leistungssport verboten sein. Ich würde einfach den Eltern empfehlen es nicht zu übertreiben und den Behörden ebenso. Das Kind scheint zumindest glücklich zu sein und könnte selbst als Präsident lächelnd darauf zurückblicken. Wirklich nachhaltig schädigende Erziehung sieht anders aus.
Also beim Lesen ihres Posts ist mir die Spucke weggeblieben... Ein kleiner 9 Jaehriger Junge klatsch den 'Bitches' auf den Hintern, kleidet und benimmt sich wie ein Gangster, rapt von Koks und Party , und das ist okay? Wissen Sie was die Eltern da erziehen? Den naechsten Gaengster den wir sobald er 18 ist ins Gefaengnis sperren und dann ein Leben lang durchfuettern muessen. Der Junge hat von Anfang an gelernt thug life zu glorifizieren, der wird mit 18 sicher nicht auf eine Uni gehen sondern wahrscheinlich wird die letze Straftat in seinen 50 seitigen Ordern eingetragen und man buchtet ihn ein

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