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29.03.2013
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Philippinen

Dutzende Katholiken lassen sich kreuzigen

Foto: AFP

Wie Jesus am Kreuz hängen: Einmal im Jahr kasteien sich Dutzende Philippiner selbst mit einem blutigen Ritual, sie lassen sich Nägel durch Hände und Füße rammen. Die katholische Kirche verurteilt das Ritual, Ärzte warnen vor Risiken - doch die Touristen kommen in Scharen.

Manila - Ans Kreuz gebunden, durch den Staub geschleppt und dann mit Nägeln festgeschlagen: In einem umstrittenen Karfreitagsritual haben sich auf den Philippinen Dutzende Menschen kreuzigen lassen. Sie wollen damit an die Leiden Jesu erinnern und Sünden sühnen. Hunderte Menschen geißelten sich selbst mit Peitschen. Auch die Selbstkasteiung ist als Sühne für begangene Sünden gedacht.

Die katholische Kirche verurteilt diese Rituale. Es reiche, dass sich Jesus Christus aufgeopfert habe, sagt Francis Lucas von der philippinischen Bischofskonferenz. "Sich kreuzigen zu lassen, verkommt zur Unterhaltung. Sie ist nicht dazu gedacht, berühmt oder reich zu werden."

Den 58-jährigen Alex Laranang kümmern solche Mahnungen nicht. Er war unter den Männern, die sich in San Fernando in der Region Pampanga Nägel durch Hände und Füße rammen ließen. "Ich bin es schon gewohnt", sagt der Philippiner, der bereits 14-mal an der Veranstaltung teilnahm. "In zwei Tagen gehe ich wieder arbeiten." Er sei "ein armer Mann", aber er bitte Gott nicht, ihn reich zu machen. Er tue das für seine Familie, er wolle sie schützen, damit niemand krank werde.

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Philippinen: Blutige Tradition am Kreuz
Dass niemand körperliche Schäden davon trägt, darum sorgt sich auch die zuständige Behörde. "Tun Sie's nicht", sagte Enrique Ona, Sekretär des Gesundheitsministeriums, laut der Zeitung "Philippine Star". "Der Nagel könnte auf Knochen oder Nerven treffen, was eine Lähmung der Finger zur Folge haben könnte." Ärzte warnten laut dem Bericht vor Risiken wie Tetanus und Infektionen.

Weil die Kreuzigungen an Karfreitag auch immer mehr Touristen anziehen, habe die Polizei Hunderte Sicherheitskräfte entsandt. Sie erwartete rund 50.000 Zuschauer. "Man kann sich nicht vorstellen, wie sich jemand freiwillig diesen Schmerzen aussetzen kann", sagte die 26-jährige Norwegerin Charlotte Johanssen, die sich das Spektakel auch ansah. "Aber ich hab auch Freunde, denen beim Anblick der Leute schlecht geworden ist."

Etwa 80 Prozent der etwa 94 Millionen Menschen auf den Philippinen sind Katholiken. Am Karfreitag gedenken Christen der Leidenszeit und des Todes Jesu. Nach der biblischen Überlieferung wurde der Sohn Gottes an diesem Tag in Jerusalem verurteilt und auf dem Hügel Golgatha gekreuzigt.

jus/dpa

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insgesamt 199 Beiträge
1. Es ist eine Persiflage...
donadoni 29.03.2013
....all dessen, was man in der Bibel liest und glaubt - oder auch nicht. Die ganzen Glaubenssachen sind dubios. Glauben heißt Nichtwissen. Der Protest der katholischen Kirche gegen diese Kreuzungen ist scheinheilig. Die [...]
....all dessen, was man in der Bibel liest und glaubt - oder auch nicht. Die ganzen Glaubenssachen sind dubios. Glauben heißt Nichtwissen. Der Protest der katholischen Kirche gegen diese Kreuzungen ist scheinheilig. Die Kirche lebt sehr gut mit dem Imaginären und der Leichtgläubigkeit ihrer "Schäfchen". Es werden aber immer weniger, die dieser Geschichte vor ca. 2013 Jahren glauben, wie die vielen Kirchenaustritte in Europa zeigen. Wenn überhaupt, kann die katholische Kirche auf die Dritte Welt wie z. B. Philippinen bauen. Dort glauben die Menschen noch an eine bessere Welt im Jenseits.
2. Warum hängt eigentlich Jesus immer noch am Kreuz?
lupomir 29.03.2013
Das steckt tief im Katholizismus drin, die Geißelung und Selbstbestrafung, um damit angeblich "Gott" gnädig zu stimmen. Doch schon die Kreuzigung von Jesus hatte nichts mit "Gott" zu tun. Es war doch der [...]
Das steckt tief im Katholizismus drin, die Geißelung und Selbstbestrafung, um damit angeblich "Gott" gnädig zu stimmen. Doch schon die Kreuzigung von Jesus hatte nichts mit "Gott" zu tun. Es war doch der Wille der Gegner von Jesus, ihn auf diese Weise zum Schweigen zu bringen. Erst die Kirche hat einen Sühnopfer-Kult daraus gemacht, der aber bei diesen streng katholischen Philippinos nicht mehr wirkt. Und warum hängt eigentlich in der Kirche Jesus immer noch am Kreuz und wird diesen Leuten täglich vor die Augen gehalten? Nimmt man ihn vom Kreuz ab, hören vielleicht auch diese Selbstfolterungen irgendwann auf. Doch wer will, dass Jesus für alle Zeiten am Kreuz hängen bleibt? Seine Freunde sicher nicht.
3. Das ist ja Schwasinn!
politik1234 29.03.2013
Wieso sollte ich mich Kreuzigen lassen? Vieleicht um mich wie Jesus zu fühlen oder so? Also es ist ja nicht mal bewiesen, dass Jesus wirklich gekreuzigt wurde. Und die Touristen die die diese grausame Selbstverstümmelung [...]
Wieso sollte ich mich Kreuzigen lassen? Vieleicht um mich wie Jesus zu fühlen oder so? Also es ist ja nicht mal bewiesen, dass Jesus wirklich gekreuzigt wurde. Und die Touristen die die diese grausame Selbstverstümmelung besuchen motivieren diese Leute um so mehr!
4. Kreuzigung für Weicheier...
provocator 29.03.2013
Hätten diese Leute sich gründlicher informiert, so wüssten sie, daß bei einer römischen Kreuzigung die Nägel mitnichten durch Handteller und Vorderfuss getrieben wurden und das Körpergewicht des Gekreuzigten von Stricken [...]
Hätten diese Leute sich gründlicher informiert, so wüssten sie, daß bei einer römischen Kreuzigung die Nägel mitnichten durch Handteller und Vorderfuss getrieben wurden und das Körpergewicht des Gekreuzigten von Stricken getragen wurde. Vielmehr wurden die Nägel durch Handgelenk und Fusswurzel bzw. Ferse getrieben. Dann hält das Ganze auch ohne Stricke. Aber die so entstehenden Schmerzen würden vermutlich auch dem hartgesottensten Katholiken ein wenig zu weit gehen.
5. Gotteslästerung und Touristen Gag
micromiller 29.03.2013
Peinlich nur, dass erwachsende Menschen darin Unterhaltungswert sehen.
Peinlich nur, dass erwachsende Menschen darin Unterhaltungswert sehen.

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