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Panorama

Stromausfall in Köpenick

Blackout in Berlin - Kabel müssen komplett erneuert werden

Mehr als 24 Stunden hat ein Stromausfall den Berliner Stadtteil Köpenick lahmgelegt. Nun haben die ersten Haushalte wieder Strom. Doch die Wiederherstellung der Versorgung dauert an.

DPA

Polizist in Köpenick

Mittwoch, 20.02.2019   15:42 Uhr

Dieser Stromausfall dauert länger als gedacht: In mehr als 30.000 Berliner Haushalten ist für mehr als 24 Stunden der Strom ausgefallen. Der großflächige Blackout hat das öffentliche Leben im Stadtteil Köpenick seit Dienstag erheblich eingeschränkt.

Nun haben die ersten Haushalte wieder Strom. In vielen Häusern der Altstadt von Köpenick brenne wieder Licht, sagte eine Sprecherin des Energiekonzerns Vattenfall. Es werde versucht, Straßenzug um Straßenzug wieder zu versorgen.

Es sei es aber zunächst noch nicht möglich, alle Betroffenen wieder ans Netz zu bekommen. Das Ganze sei erst ein Anfang. Man hoffe, die Stromversorgung am späten Abend wieder vollständig hergestellt zu haben. Die Kabel müssten komplett erneuert werden.

Vom Ausfall im Südosten der Hauptstadt sind auch 2000 Gewerbebetriebe betroffen. Bei der Reparatur kämen mehrere "unglückliche Komponenten" zusammen, die man in dieser Form noch nicht gehabt habe, sagte die Sprecherin: "Die bauliche Situation lässt wenig Spielräume."

DPA

Baustelle an der Salvador-Allende-Brücke

Die Blockheizkraftwerke in Köpenick und Friedrichshagen gingen vorübergehend vom Netz. Das Kraftwerk in Friedrichshagen liefert laut Vattenfall inzwischen aber wieder Strom. Zunächst hatte es geheißen, der Ausfall könnte schon in der Nacht zu Mittwoch behoben werden.

Bei einer Bohrung bei Bauarbeiten an der gesperrten Salvador-Allende-Brücke war abgesehen vom Hauptkabel auch das Ersatzkabel beschädigt worden. Die verantwortliche Firma habe sich vorab nicht über deren Verlauf informiert, sagte die Vattenfall-Sprecherin.

Tausende Menschen mussten deswegen bei weniger als zehn Grad Außentemperatur eine Nacht im Dunklen und Kalten verbringen. Am Mittwoch öffneten fünf Schulen, bei denen es noch Strom gab, ihre Türen für betroffene Bürger. Diese konnten sich dort aufwärmen oder beispielsweise ihre Handys aufladen.

Die Köpenicker Altstadt war fast menschenleer, die meisten Läden und Restaurants blieben geschlossen. Einige Straßenbahnen konnten nicht fahren. Auch das Krankenhaus Köpenick liegt in dem betroffenen Gebiet. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk richteten eine zusätzliche Notstromversorgung ein.

sen/dpa

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