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Panorama

Gericht in Nordirland

Bäcker verweigert Kuchen für Homo-Ehe und wird verurteilt

Ein Bäcker in Nordirland bekommt den Auftrag, einen Kuchen für eine Schwulenorganisation zu backen - und lehnt ab. Das hätte er nicht tun dürfen, hat nun ein Gericht geurteilt.

Getty Images

Bäckerpaar Daniel und Amy McArthur

Montag, 24.10.2016   19:24 Uhr

Eine nordirische Bäckerei ist mit ihrer Weigerung, einen Kuchen für eine Schwulenorganisation zu backen, vor Gericht gescheitert. Ein Berufungsgericht in Belfast entschied, dass die Bäckerei den Auftraggeber aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert hatte.

Vor zwei Jahren hatte der Aktivist Gareth Lee bei der Ashers Baking Company einen Kuchen in Auftrag gegeben: Darauf sollten zum einen die Sesamstraßen-Figuren Ernie und Bert zu sehen und der Spruch "unterstützt die gleichgeschlechtliche Ehe" zu lesen sein.

Der Bäcker lehnte den Auftrag allerdings ab und behauptete, das Motiv stehe im Widerspruch zu seinem Glauben und der Bibel. Das hätte er nicht tun dürfen, meinte die nordirische Gleichstellungskommission, zog vor Gericht und bekam nun Recht.

Die Entscheidung bestätige die rechtliche Verpflichtung von Dienstleistern, nicht aufgrund sexueller Orientierung zu diskriminieren, teilten die Kläger nach der Urteilsverkündung mit.

Dennoch gibt es Defizite bei der Gleichstellung von Schwulen und Lesben in Nordirland. Anders als im Rest Großbritanniens dürfen sie dort nicht heiraten.

jal/dpa

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