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USA

Frau zeigt Trump den Mittelfinger - Kündigung

Im Internet verbreitete sich das Foto rasant: Eine US-Bürgerin zeigt der Autokolonne von Präsident Trump den Mittelfinger. Der Arbeitgeber der Frau fand das gar nicht witzig.

AFP

Radfahrerin Juli Briskman zeigt der Autokolonne von Donald Trump den Mittelfinger.

Montag, 06.11.2017   23:48 Uhr

Ein gegen US-Präsident Donald Trump erhobener Mittelfinger hat eine US-Bürgerin den Job gekostet. Nachdem sie das Bild eines AFP-Fotografen von ihrer Geste im Internet geteilt hatte, sei sie entlassen worden, sagte die 50-jährige Juli Briskman der "Huffington Post".

Vergangene Woche hatte Briskman der Autokolonne des Präsidenten den Mittelfinger gezeigt. "Er fuhr vorbei, und das hat mich auf 180 gebracht", sagte sie.

An jenem Samstag war sie auf einer Fahrradtour, als die Kolonne an ihr vorbeifuhr. "Ich habe gedacht: Der ist schon wieder auf dem verdammten Golfplatz", sagte die Demokratin. Sie wohnt in der Nähe von Trumps Golfklub am Potomac-Fluss, rund 40 Kilometer nordwestlich des Weißen Hauses.

Öffentlich wurde ihre Geste durch den AFP-Fotografen Brendan Smialowski, der den Präsidenten begleitete und den Moment festhielt. Bei Fahrten mit der Präsidenten-Kolonne halte er seine Kamera immer bereit, denn "man weiß nie, was passiert", sagte Smialowski.

Auf dem Foto ist Juli Briskman von hinten auf dem Fahrrad zu sehen und eigentlich nicht zu erkennen - nachdem sie selbst das vielfach in Internet und Fernsehen gezeigte Foto entdeckt hatte, machte sie es allerdings zu ihrem Profilbild auf Facebook und Twitter.

Drei Tage später wurde die alleinerziehende Mutter zweier Kinder gefeuert, wie sie der "Huffington Post" sagte. Bislang hatte sie bei einem Bauunternehmen gearbeitet, das auch für die US-Regierung und das US-Militär tätig ist. Juli Briskman zufolge hat ihr Arbeitgeber ihre Geste als "obszön" eingestuft. Auch nach ihrer Kündigung löschte sie das Foto nicht von ihren Seiten in sozialen Medien.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung wurde ein Tweet eingebunden, der allerdings nicht von Ex-Präsident Barack Obama stammte, sondern von einem Satire-Account.

cop/AFP

insgesamt 16 Beiträge
komatzu 07.11.2017
1. das ist kein Kündigungsgrund
demnächst wird man für jede öffentliche Meinungsäußerung die in der Freizeit erfolgt und die dem Arbeitgeber nicht gefällt gekündigt. schöne neue Welt.
demnächst wird man für jede öffentliche Meinungsäußerung die in der Freizeit erfolgt und die dem Arbeitgeber nicht gefällt gekündigt. schöne neue Welt.
wburger271 07.11.2017
2. zweierlei Maß
Ich denke Trump hat schon ganz andere Oszönitäten begangen, bei denen nicht nur der Mittelfinger im Spiel war, sondern gleich dessen ganze Hand und er hat sich damit in der Öffentlichkeit gebrüstet. Die Amis sollten sich für [...]
Ich denke Trump hat schon ganz andere Oszönitäten begangen, bei denen nicht nur der Mittelfinger im Spiel war, sondern gleich dessen ganze Hand und er hat sich damit in der Öffentlichkeit gebrüstet. Die Amis sollten sich für diesen humorlosen Chef schämen, ich hoffe für die Frau - sie findet mit dieser Geste ganz schnell zu einen von jenen Firmenchefs, die sich in letzter Zeit von Trump distanzierten...
Immerandersdenker 07.11.2017
3. Respekt!
Mein größter Respekt geht an die Frau dafür, dass sie nach alldem noch dazu steht. Und im Übrigen, so viel zum Recht auf freie Meinungsäußerung. Man kann eben nicht immer wissen, auf wessen Solidarität man im Notfall [...]
Mein größter Respekt geht an die Frau dafür, dass sie nach alldem noch dazu steht. Und im Übrigen, so viel zum Recht auf freie Meinungsäußerung. Man kann eben nicht immer wissen, auf wessen Solidarität man im Notfall wirklich bauen kann. Ihr Chef jedenfalls klemmt lieber den Schwanz zwischen die Beine und schlachtet ein Schaf, um die Götter zu besänftigen.
blechbratscher 07.11.2017
4. Diese Frau
hat nicht nur Zivilcourage, sie steht auch noch dazu-Respekt! Hoffe, dass ihr ein aufrechter Arbeitgeber einen Job anbietet, ansonsten plädiere ich für eine Spendenaktion-bin mit 500€ dabei-wer zieht mit und wer kann Kontakt zu [...]
hat nicht nur Zivilcourage, sie steht auch noch dazu-Respekt! Hoffe, dass ihr ein aufrechter Arbeitgeber einen Job anbietet, ansonsten plädiere ich für eine Spendenaktion-bin mit 500€ dabei-wer zieht mit und wer kann Kontakt zu ihr herstellen? Ist kein Scherz! Bin leider nicht bei Facebook...Dem Narziss muss die gelb-rote Karte gezeigt werden! Let s go!
Bananenschale 07.11.2017
5. Dürfen?
Darf der Arbeitgeber das? Leider kommt diese Frage im Artikel zu kurz. Soviel nämlich zur Meinungsfreiheit in den USA. Die ist nämlich wird sehr wohl WILLKÜRLICH - Darauf kommt es an! - beschnitten, wenn es um Interessen geht.
Darf der Arbeitgeber das? Leider kommt diese Frage im Artikel zu kurz. Soviel nämlich zur Meinungsfreiheit in den USA. Die ist nämlich wird sehr wohl WILLKÜRLICH - Darauf kommt es an! - beschnitten, wenn es um Interessen geht.
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