20.04.2008
Bart-WM in Bayern
Rasieren? Nein Danke!
Für einen Mann stellt sich irgendwann im Leben einmal die Frage: Rasieren - oder wachsen lassen? Wenn es an der Lippe kräftig anfängt zu kribbeln, greifen die meisten Männer lieber doch zum Rasierer. Für die 127 Mannsbilder bei der Internationalen Deutschen Bartmeisterschaft in Eging am See in Bayern käme das auf keinen Fall in Frage.
Für sie ist der Bart keine unangenehme Randerscheinung des Mann-Seins, sondern ein Kunstobjekt, ja eine Lebenseinstellung. Sie pflegen ihr Gesichtgewächs täglich sehr sorgfältig - da muss gezupft, gezogen, geschnitten, geglättet und mal kräftig durchgekämmt werden.
Wettbewerbsbartträger Karl-Heinz Hiller: "An einem normalen Tag brauche ich eine gute halbe Stunde. Und bei einer Meisterschaft - eher eine ganze Stunde." Sein Kollege Karl-Heinz Huppel sagt: "Es kostet außerdem auch noch Geld, für die Pflege, für das Haarspray, für alles."
Wie bei einer Miss-Wahl
Menschen aus aller Welt können an dem Wettbewerb teilnehmen, dazu eingeladen hatte der Ostbayerische Bart- und Schnauzerclub. Eine siebenköpfige Jury - mehrheitlich Frauen - bewertete die Bart-Kerle, die in 17 verschiedenen Kategorien antraten: vom Schnauzbart über den Kinn- bis zum Backen- oder Vollbart.
Innerhalb der Kategorien gibt es große Unterschiede: Da kommen Männer mit Naturalbärten, ganz wie im echten Leben - und Typen mit einer Gesichtsbehaarung wie aus einem Dalí-Gemälde. "Bei den Naturalbärten dürfen keine Hilfsmittel verwendet werden und die Jury darf hineinlangen, wobei bei den gestylten Bärten eigentlich nur die Optik zählt: Gleichheit, Sauberkeit. Da darf man nicht hineinlangen", sagt Thomas Zauner, ein Jury-Mitglied.
Die Teilnehmer treten wie bei einer Miss-Wahl, beim Eiskunstlauf oder Preistanzen vor die Juroren, die Punkte zwischen fünf und zehn vergeben können. Die drei Sieger jeder Kategorie schließlich erhalten die begehrten Pokale für den schönsten Bart.
maf/rtr