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19.02.2012
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Lawinenunglück in Österreich

Zustand von Prinz Johan Friso unverändert kritisch

Foto: REUTERS

Keine Entwarnung bei Prinz Johan Friso: Der von einer Lawine verschüttete niederländische Prinz befindet sich weiter in Lebensgefahr. Erst Ende der Woche wollen die Ärzte eine Prognose abgeben.

Den Haag/Innsbruck - Der Zustand des niederländischen Prinzen Johan Friso ist nach seinem Lawinenunfall vom Freitag unverändert kritisch. Er schwebe nach wie vor in Lebensgefahr, teilte das Königshaus in Den Haag am Sonntag mit. Eine Prognose könne "nicht eher als Ende dieser Woche" abgegeben werden.

Prinz Johan Friso war Freitagmittag beim Skifahren in Lech am Arlberg von einer Lawine verschüttet worden. Er habe etwa 20 Minuten unter dem Schnee gelegen, bis Retter ihn bergen konnten, sagte der Bürgermeister der Gemeinde in Westösterreich, Ludwig Muxel, der österreichischen Zeitung "Die Presse".

Nach erfolgreicher Wiederbelebung brachte man Prinz Johan Friso mit einem Hubschrauber in die Universitätsklinik Innsbruck. Frisos Lawinenunfall entsprach nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen dem klassischen Muster. Zusammen mit einem 42-jährigen Einheimischen war der Prinz abseits der Skipisten im sogenannten freien Gelände unterwegs.

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Niederländischer Prinz: Lawinenunfall beim Skifahren

Als der Prinz und sein Begleiter in einen kurzen, steilen Hang fuhren, lösten sie ein Schneebrett aus. Die obere Schneeschicht rutschte auf mehr als 30 Metern Breite und 50 Metern Länge bergabwärts und riss die Skifahrer mit sich. Der Begleiter des Prinzen zündete seinen Lawinen-Airbag im Rucksack - das hielt ihn an der Oberfläche der Schneemassen. Der Prinz wurde verschüttet. Bewusstlos lag er 40 Zentimeter unterhalb der Schneeoberfläche.

Zustand unverändert kritisch

Üblicherweise gilt: Lawinenopfer, die in den ersten 15 Minuten gefunden werden, haben halbwegs gute Überlebenschancen. Danach sinken die Chancen wegen des Sauerstoffmangels und der Kälte rapide. Prinz Johan Friso lag 20 Minuten verschüttet unter einer Schneedecke.

Königin Beatrix und ihre Schwiegertochter Mabel besuchten den Prinzen am Sonntag erneut in der Innsbrucker Universitätsklinik. Beide Frauen waren schwarz gekleidet und äußerten sich bei ihrem Eintreffen nicht zum Gesundheitszustand von Johan Friso. Zahlreiche Kamerateams aus den Niederlanden hatten sich vor dem Krankenhaus postiert, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete.

Die Ärzte in Innsbruck hatten schon am Freitag erklärt, erst nach einigen Tagen genauer zu wissen, ob Beatrix' Sohn bleibende Schäden erlitten hat. Laut österreichischen Medien erlitt Johan Friso einen Sauerstoffmangel, aber keine Schäden an inneren Organen. Gerüchte über ein Schädel-Hirn-Trauma seien falsch, hieß es.

Die Gemeinde Lech bat die Medien, die Privatsphäre der Königsfamilie zu respektieren. Johan Frisos älterer Bruder, Kronprinz Willem-Alexander, wurde mit seiner Frau Maxima und den gemeinsamen Kindern sowie den beiden Kindern des Verunglückten am Sonntag in Lech erneut beim Skifahren gesehen.

mhe/dpa

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