17.05.2012
Bierprozessionen in ganz Deutschland
Wann ist ein Mann ein Mann?
Troisdorf/Durach/Rostock - Mit viel Bier, Bollerwagen und Einweggrills haben am Donnerstag Zehntausende Deutsche weitgehend friedlich Vater- oder auch Herrentag gefeiert.
Im Rheinland kam es allerdings in der Nacht zum Donnerstag zu einem ernsten Zwischenfall: Bengalische Feuer hatten in einem Festzelt mehr als 25 Menschen verletzt, acht von ihnen schwer. Einige Zeltbesucher hatten das Feuerwerk auf einem Maifest in Troisdorf bei Bonn entzündet.
Das Zünden der Rauchfackeln, die unter Beimischung metallischer Stoffe farbigen Rauch erzeugen, sei "wohl als Joke gedacht gewesen", sagte ein Polizeisprecher. Die Täter hätten die drei Bengalos und eine Rauchbombe nicht im Streit gezündet und die Tragweite ihrer Handlungen dabei offenbar nicht bedacht.
Einer der Täter war rasch ermittelt. Dem 22-Jährigen droht nun ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung. Gegen weitere Tatverdächtige liefen Ermittlungen, viele Besucher hätten das Festzelt fluchtartig verlassen, teilte der Polizeisprecher mit.
Auch in Durach im Oberallgäu wollten einige Festzeltbesucher mit offenbar im Ausland erworbenen Böllern ihre Feier in den Vatertag aufpeppen. Ergebnis der Detonationen laut Polizei: Drei leicht Verletzte zwischen 20 und 28 Jahren, eine Massenflucht aus dem Zelt und Ermittlungen wegen Körperverletzung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz.
Gerichtsentscheidung: Richter kippen allgemeine Saufverbote
Mehrere Städte hatten versucht, die alljährlich am Vater- und Männertag üblichen Saufgelage mit Verboten zu unterbinden. Unter anderen hatten die norddeutschen Gemeinden Timmendorfer Strand und Bad Segeberg Alkoholverbote für öffentliche Plätze ausgesprochen. Zwei Klagen gegen die Verbote waren allerdings erfolgreich, die Gerichte sahen darin einen unerlaubten Eingriff in das Grundrecht auf Handlungsfreiheit. Das Oberverwaltungsgericht Schleswig bestätigte diese Entscheidungen.
In Rostock versuchte es die Polizeidirektion mit gutem Zureden und einer freiwilligen Tauschaktion: Unter dem Motto "Heute kein Rausch - Polizei lädt ein zum Flaschentausch" forderten die Beamten trinkende Passanten auf, ihre alkoholischen Getränke für alkoholfreie einzutauschen. Über den Erfolg der Aktion ist noch nichts bekannt. Abgesehen von einzelnen Zwischenfällen verlief der Feiertag bis zum späten Nachmittag meist friedlich.
cht/dpa/dapd

