20.05.2012
Enttäuschte Bayern-Fans
München weint
München - Es hätte so schön sein können. Der ganze Tag war für die Fans des FC Bayern eine Party, Hunderttausende hatten in München dem Finale der Champions-League entgegengefiebert. Noch während des Spiels war die Stimmung in den Biergärten und Public-Viewing-Plätzen euphorisch - bis zuletzt sah es so aus, als würden die Bayern den Platz als Sieger verlassen.
Und dann das: Elfmeterschießen. Der Traum platzt - für die Mannschaft, für die Fans. Trauer in den Bars und Kneipen, Fassungslosigkeit, Enttäuschung, Frust.
"Unsere Stadt, unser Stadion - UNSER POKAL", war das Motto der Bayern-Fans gewesen, der Spruch war auf riesige Bänder gedruckt. Es wurde nichts daraus. Vor 62.500 Zuschauern verloren die Bayern in der Allianz Arena (Spielbericht hier, Minutenprotokoll hier).
Noch mehr Menschen verfolgten die Niederlage beim Public Viewing im Olympiastadion, rund 65.000 waren es. Die meisten von ihnen verließen den Platz nach der Niederlage sehr schnell, einige kündigten an: "Jetzt geht's zum Frustsaufen."
Auf der Theresienwiese, der zweiten großen Public-Viewing-Stätte der Stadt, hatten manche Fans schon während des Spiels Steine gegen die Leinwand geworfen - als in der 88. Minute der Ausgleich für den FC Chelsea fiel. Mehrmals musste zwischendurch der Ton abgestellt werden, um die Leute zum Löschen ihrer bengalischen Feuer zu bewegen.
Und nun? Keine Autokorsos auf der Leopoldstraße, keine Jubelgesänge der Bayern-Fans, kein rot-weißes Fahnenmeer. Stattdessen ziehen feiernde Engländer durch die Straßen. Bisher verlaufe alles ruhig, hieß es in der Nacht bei der Polizei. "Schauen wir mal, was die Engländer tun werden."
aar/dpa/sid/dapd

