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03.01.2013
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London

Erzbischof untersagt Gottesdienste für Homosexuelle

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Erzbischof Nichols (Archivbild 2010): Nein zu den "Soho-Messen"

Sechs Jahre lang wurden in einer Kirche im Londoner Zentrum Gottesdienste gehalten, die sich speziell an Homosexuelle richteten. Doch damit soll nun Schluss sein. Erzbischof Vincent Nichols hat die sogenannten Soho-Messen abgeschafft.

London - Der Londoner Stadtteil Soho ist als Schwulen- und Lesbenviertel der Stadt bekannt. Dort steht auch die Kirche Our Lady of the Assumption, in der in den vergangenen sechs Jahren regelmäßig Gottesdienste speziell für katholische Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender gehalten wurden. Diese sogenannten Soho-Messen sind nach Ansicht des Erzbischofs Vincent Nichols jedoch nicht angemessen. Er hat sie nun abgeschafft.

Es solle aber weiterhin geistliche Unterstützung für homosexuelle Katholiken geben, "damit sie ein Teil des Kirchenlebens sind", sagte Nichols, der auch Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales ist. In Zukunft sollten sie in ihren Heimatgemeinden die Messen besuchen, anstatt sich zu einer eigenen in Soho zu treffen.

Die "Soho-Messen", die zweimal pro Monat stattfanden, gibt es sei Anfang 2007. Damals war William Levada Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre - zuvor war er Erzbischof von San Francisco gewesen. In der Stadt gibt es eine große Anzahl Homosexueller und zahlreiche Kirchen, die gleichgeschlechtliche Paare unterstützen.

Konservative britische Katholiken hatten sich in der Vergangenheit immer wieder über die Soho-Messen beschwert. Sie seien eine Beleidigung für die Kirche und lehrten Homosexualität, so ihr Vorwurf. Während der Gottesdienste gab es regelmäßig Proteste. Die Entscheidung von Nichols wird von den Konservativen als Sieg angesehen, wie der britische "Guardian" berichtet.

In Großbritannien war zuletzt über die Gleichstellung der Homo-Ehe diskutiert worden. Die britische Regierung kündigte an, die Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare zu erlauben. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll noch in diesem Jahr vorliegen.

aar/Reuters

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Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
1. ----
jenzy 03.01.2013
nun werden die Kritiker der rkk wieder hören dürfen das: - einem dies als nicht-schwuler doch egal sein dürfte... - das man in einem kaninchenverein keine Hühner zeigen darf - homosexuelle elende sünder sind - etc. [...]
Zitat von sysopGetty ImagesSechs Jahre lang wurden in einer Kirche im Londoner Zentrum Gottesdienste gehalten, die sich speziell an Homosexuelle richteten. Doch damit soll nun Schluss sein. Erzbischof Vincent Nichols hat die sogenannten Soho-Messen abgeschafft. Katholische Kirche: Erzbischof untersagt Gottesdienste für Homosexuelle - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/katholische-kirche-erzbischof-untersagt-gottesdienste-fuer-homosexuelle-a-875526.html)
nun werden die Kritiker der rkk wieder hören dürfen das: - einem dies als nicht-schwuler doch egal sein dürfte... - das man in einem kaninchenverein keine Hühner zeigen darf - homosexuelle elende sünder sind - etc. etc. nächstenliebe vom feinsten halt....
2. Tja, was sagt man dazu...
BettyB. 03.01.2013
Da steht jemand zu den Clubregeln und tatsächlich wundern sich einige darüber. Was tun als Märchengläubiger? Warum nicht Bibel (wenn es schon so sein soll und hilft) mitnehmen, austreten und eigene Community gründen. Geht [...]
Da steht jemand zu den Clubregeln und tatsächlich wundern sich einige darüber. Was tun als Märchengläubiger? Warum nicht Bibel (wenn es schon so sein soll und hilft) mitnehmen, austreten und eigene Community gründen. Geht doch, oder?
3. Schade
profpof 03.01.2013
Ich hätte nicht gedacht dass man in Großbritannien, insbesondere in London so engstirnig und intolerant wäre. Das Einzige, was akzeptabel wäre, weäre es wenn die Zielgruppe der Messen ganz offen, freundlich und ohne [...]
Ich hätte nicht gedacht dass man in Großbritannien, insbesondere in London so engstirnig und intolerant wäre. Das Einzige, was akzeptabel wäre, weäre es wenn die Zielgruppe der Messen ganz offen, freundlich und ohne Vorbehalte an den normalen Messen teilnehmen dürfte und sie mitgestalten dürfte. Aber wer das glaubt....
4.
thinkrice 03.01.2013
Demnächst stürzen sich die typischen Berufsempörer und unsere "wissenschaftlich Aufgeklärten" auf den Artikel um über Religion im Allgemeinen und die Römisch Katholische Kirche im Speziellen herzuziehen. Dabei [...]
Demnächst stürzen sich die typischen Berufsempörer und unsere "wissenschaftlich Aufgeklärten" auf den Artikel um über Religion im Allgemeinen und die Römisch Katholische Kirche im Speziellen herzuziehen. Dabei wird dann geflissentlich die Tatsache ignoriert, dass die Homosexuellen, Transgender und wie sie alle heißen weiterhin den katholischen Gottesdienstes beiwohnen dürfen. Ich frage mich, wie die stetig eingeforderte Gleichstellung mit extra Gottesdiensten in Einklang zu bringen ist!? Als gleichberechtige Queergemeinde dürfte es sie nicht stören mit den "normalen" Gottesdienstbesuchern auf den Bänken rumzulümmeln.
5.
thinkrice 03.01.2013
Sie dürfen an den normalen Messen teilnehmen. Und sicherlich wird sich kein normaler Messebesucher an der Queergemeinde stören, sofern sie sich an die Gepflogenheiten z.B. Kleidung, Verhalten etc. eines Messebesuchs [...]
Zitat von profpofIch hätte nicht gedacht dass man in Großbritannien, insbesondere in London so engstirnig und intolerant wäre. Das Einzige, was akzeptabel wäre, weäre es wenn die Zielgruppe der Messen ganz offen, freundlich und ohne Vorbehalte an den normalen Messen teilnehmen dürfte und sie mitgestalten dürfte. Aber wer das glaubt....
Sie dürfen an den normalen Messen teilnehmen. Und sicherlich wird sich kein normaler Messebesucher an der Queergemeinde stören, sofern sie sich an die Gepflogenheiten z.B. Kleidung, Verhalten etc. eines Messebesuchs halten.
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