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17.02.2013
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Angelus-Gebet in Rom

Benedikt XVI. ruft zu spirituellem Kampf auf

Foto: REUTERS

Zehntausende Menschen bejubeln den scheidenden Papst bei seinem vorletzten Angelus-Gebet in Rom. Benedikt XVI. prangert Hochmut und Egoismus an und ruft die katholische Kirche und ihre Mitglieder zur Erneuerung auf. Dies sei ein "spiritueller Kampf gegen den Geist des Bösen".

Rom - Unter großem Jubel und Applaus der Menschenmenge auf dem Petersplatz trat Benedikt XVI. an das Fenster seines Arbeitszimmers und winkte den Pilgern zu. Der scheidende Papst sprach sein vorletztes Angelus-Gebet als Kirchenoberhaupt, Zehntausende Menschen waren gekommen.

In einer kurzen Ansprache rief Benedikt XVI. die katholische Kirche und ihre Mitglieder zur Erneuerung auf. Kirche und Gläubige sollten "sich neu Gott zuwenden, um Hochmut und Egoismus zu begegnen". Dies bedeute einen "spirituellen Kampf, weil der Geist des Bösen versucht, uns vom Weg zu Gott abzubringen", sagte Benedikt vom Apostolischen Palast aus.

"In den entscheidenden Momenten im Leben, im Grunde genommen sogar in jedem Moment, stehen wir am Scheideweg: Wollen wir dem Ich folgen oder Gott? Den individuellen Interessen oder dem wirklich Guten?"

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Abschied von Benedikt XVI.: Jubel für den Papst
Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf den Vatikan, es seien etwa 50.000 Menschen auf dem Petersplatz gewesen. "Danke, dass ihr so zahlreich erschienen seid", sagte Benedikt. "Auch das ist ein Zeichen der Zuneigung und der geistigen Nähe, die ihr mir in diesen Tagen zeigt."

Tausend Sicherheitskräfte rund um Petersplatz

Der 85-Jährige hatte am Montag überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Als Grund nannte er sein hohes Alter. Am 28. Februar wird Benedikt aus dem Amt scheiden, bis Ostern soll ein Nachfolger bestimmt werden.

Eine große Mehrheit der Deutschen wünscht sich vom künftigen Papst Reformen in der katholischen Kirche. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa hervor. 80 Prozent der Befragten wünschen sich demnach Reformen etwa hinsichtlich der Sexualmoral oder beim Zölibat. Nur sieben Prozent wollen das nicht.

Normalerweise kommen sonntags einige tausend Gläubige zum traditionellen Angelus-Gebet mit dem Papst, doch im Hinblick auf das baldige Ende seines Pontifikats strömten Massen zum Vatikan. Viele der Gläubigen hatten Transparente dabei und feierten den Papst mit "Benedetto"-Rufen. Auch Roms Bürgermeister Gianni Alemanno und der Gemeinderat nahmen an dem Gebet teil.

Rund tausend Sicherheitskräfte und etwa 200 Freiwillige sicherten den Platz ab. Die Straßen rund um den Petersplatz wurden für den Verkehr gesperrt, zusätzliche öffentliche Verkehrsmittel waren im Einsatz.

Die Wahl des Nachfolgers könnte früher stattfinden als eigentlich kirchenrechtlich vorgeschrieben. Wegen der besonderen Umstände könnte das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes bereits vor dem 15. März beginnen, hatte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Samstag angekündigt. Die eigentlich vorgesehene Frist von 15 bis 20 Tagen nach Beginn der Sedisvakanz ("leerer Stuhl Petri") dient normalerweise dazu, dass die wahlberechtigten Kardinäle genügend Zeit haben, um aus aller Welt nach Rom zu reisen.

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siu/dpa/AFP

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Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 442 Beiträge
1. Schon mal gehört...
russkin 17.02.2013
von allen möglichen Vertretern, unterschiedlichster Religionen, hort mal immer die selben Worte, nur die Bösen sind immer die Anderen. Wann hört dieser religiöse Wahn endlich auf!
von allen möglichen Vertretern, unterschiedlichster Religionen, hort mal immer die selben Worte, nur die Bösen sind immer die Anderen. Wann hört dieser religiöse Wahn endlich auf!
2. Da wird was verdreht!
das-schwert 17.02.2013
ZITAT: "Dies bedeute einen "spirituellen Kampf, weil der Geist des Bösen versucht, uns vom Weg zu Gott abzubringen", sagte Benedikt vom Balkon des Apostolischen Palasts." Gut, dass der alte Mann zurücktritt, [...]
ZITAT: "Dies bedeute einen "spirituellen Kampf, weil der Geist des Bösen versucht, uns vom Weg zu Gott abzubringen", sagte Benedikt vom Balkon des Apostolischen Palasts." Gut, dass der alte Mann zurücktritt, denn er ist offensichtlich zu alt für dieses Amt, denn er verdreht die Tatsachen. Was ich meine ist: Der Weg der katholischen Kirche ist seit ihrer Gründung der Weg des Bösen, weg von Gott! Sollte es so etwas ausgedachtes geben.
3.
Onkel_Karl 17.02.2013
Genau deswegen geht er,weil er Hochmut und Egoismus nicht mehr vertreten will,er wurde gezwungen sich zu politische Sachen zu äussern und das ist nicht die Aufgabe des Papstes alles und jeden heilig zusprechen. Er wurde [...]
Zitat von sysopZehntausende Menschen bejubeln den scheidenden Papst bei seinem vorletzten Angelus-Gebet in Rom. Benedikt XVI. prangert Hochmut und Egoismus an und ruft die katholische Kirche und ihre Mitglieder zur Erneuerung auf. Dies sei ein "spiritueller Kampf gegen den Geist des Bösen". Benedikt XVI. ruft bei Angelus-Gebet zu "spirituellen Kampf" auf - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/benedikt-xvi-ruft-bei-angelus-gebet-zu-spirituellen-kampf-auf-a-883903.html)
Genau deswegen geht er,weil er Hochmut und Egoismus nicht mehr vertreten will,er wurde gezwungen sich zu politische Sachen zu äussern und das ist nicht die Aufgabe des Papstes alles und jeden heilig zusprechen. Er wurde demontiert,weil er gegen derzeitige aggressive Politik ist die wir betreiben, wir haben schliesslich ganz Nord Afrika in Flammen gesetzt und ziehen immer weiter richtung Iran,dabei bedienen wir uns mit dunklen Gestalten wie die Islamisten um unsere Ziele zu erreichen,obwohl wir in Irak nichts erreicht haben und das gleiche Schicksal erwartet die Nachbarn.
4. sollte er diese Worte gesagt haben
herbert 17.02.2013
dann frage ich mich, warum hat er in seiner Amtszeit die katholische Kirche und ihre Mitglieder nicht in die Erneuerung geführt? Er hat genau das Gegenteil gemacht, er hat das pure Mittelalter verordnet. Hochmut hat er [...]
Zitat von sysopZehntausende Menschen bejubeln den scheidenden Papst bei seinem vorletzten Angelus-Gebet in Rom. Benedikt XVI. prangert Hochmut und Egoismus an und ruft die katholische Kirche und ihre Mitglieder zur Erneuerung auf. Dies sei ein "spiritueller Kampf gegen den Geist des Bösen". Benedikt XVI. ruft bei Angelus-Gebet zu "spirituellen Kampf" auf - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/benedikt-xvi-ruft-bei-angelus-gebet-zu-spirituellen-kampf-auf-a-883903.html)
dann frage ich mich, warum hat er in seiner Amtszeit die katholische Kirche und ihre Mitglieder nicht in die Erneuerung geführt? Er hat genau das Gegenteil gemacht, er hat das pure Mittelalter verordnet. Hochmut hat er oft gezeigt, indem er fast nur Prominenz und Star und Sternchen zu sich gelassen hat. Die graue betende Masse konnte draussen auf dem Platz beten. Dieser Papst hat gekniffen wo es nur geht. Er hat eine riesige Warteschleife aufgebaut und die Katholiken haben jahrelang auf einen neuen Weg gewartet. Wenn sich jetzt der Papst mit Sprüchen verabschiedet, dann kann ich nur sagen: Du Feigling warum hast Du nichts geändert. Verschwinde ganz schnell in Dein Kloster und schweige.
5. Ist das gut oder schlecht?
derjansel 17.02.2013
Das kann als "Zurück zu den Wurzeln" oder als "Neufanfang" gedeutet werden. Mal sehen was das wird. Ich tippe ja auf das Erste, ich bin ja Pessimist, aber ich finde es auch immer wieder schön, wie die [...]
Zitat von sysopBenedikt XVI. rief die katholische Kirche und ihre Mitglieder zur Erneuerung auf. Kirche und Gläubige sollten "sich neu Gott zuwenden, um Hochmut und Egoismus zu begegnen". Dies bedeute einen "spirituellen Kampf, weil der Geist des Bösen versucht, uns vom Weg zu Gott abzubringen", sagte Benedikt vom Apostolischen Palast aus.
Das kann als "Zurück zu den Wurzeln" oder als "Neufanfang" gedeutet werden. Mal sehen was das wird. Ich tippe ja auf das Erste, ich bin ja Pessimist, aber ich finde es auch immer wieder schön, wie die Kirche sich selbst ins Fleisch beißt und Dinge verurteilt, die Teil von ihr sind.
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