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Panorama

Hilfe in Trockenperiode

Tankwagen bringen Tausende Liter Trinkwasser nach Belgien

Bis zu 180.000 Liter Wasser werden momentan täglich per Tankwagen von Monschau in der Eifel über die Grenze transportiert. Denn: Bei den belgischen Nachbarn wird das Trinkwasser knapp.

DPA

Ein Mitarbeiter des belgischen Zivilschutzes füllt Wasser ab

Donnerstag, 18.10.2018   13:36 Uhr

Wasser marsch: Die anhaltende Trockenheit hat in der Eifel zu einem ungewöhnlichen Grenzverkehr geführt. Täglich bringen Tankwagen Tausende Liter Trinkwasser vom deutschen Monschau ins belgische Bütgenbach.

Das Wasserwerk Perlenbach hilft damit der belgischen Eifelgemeinde, wie der stellvertretende technische Betriebsleiter Gerhard Schmitz sagte. Wegen der Trockenheit lieferten die Trinkwasserbrunnen in Bütgenbach nicht mehr genug Wasser. So etwas habe es bisher noch nicht gegeben.

In den ersten Tagen hätten das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz die Transporte übernommen. Jetzt fahre der belgische Zivilschutz. "Die zapfen das Wasser aus unserer Transportleitung ab und fahren es dann in Tankwagen rüber", sagte Schmitz. Mit diesem Wasser würden dann die Brunnen aufgefüllt. Täglich würden so bis zu 180.000 Liter Wasser über die Grenze gebracht.

"Das ist für uns durchaus üblich"

Das deutsche Wasserwerk versorge ohnehin Ortsteile in der belgischen Grenzregion. Jetzt würden zusätzlich 6000 Menschen versorgt. "Das ist für uns durchaus üblich, dass wir grenzüberschreitend tätig sind", sagte Schmitz. Sollte in der Perlenbachtalsperre das Wasser knapp werden, könne man Wasser über einen Verbund mit der Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel beziehen.

Die Eifeler Talsperren sind nach Angaben des Wasserverbands Eifel-Rur in etwa so gut gefüllt wie im langjährigen Mittel - trotz der langen Trockenheit schon im Sommer. Man habe schon früh seinen vorhandenen Spielraum genutzt und sparsam Wasser abgegeben, sagte ein Sprecher.

sen/dpa

insgesamt 11 Beiträge
MannAusmNorden 18.10.2018
1. Diese großen Zahlen immer...
180.000 Liter hört sich immer so unglaublich viel an. 180m³ sind das, oder etwa 7 Lastwagen voll Wasser. Dann auf einmal nicht mehr so spektakulär. Finde die Aktion aber dennoch gut und frage mich, warum sie dort nicht gleich [...]
180.000 Liter hört sich immer so unglaublich viel an. 180m³ sind das, oder etwa 7 Lastwagen voll Wasser. Dann auf einmal nicht mehr so spektakulär. Finde die Aktion aber dennoch gut und frage mich, warum sie dort nicht gleich eine Pipeline bauen.
touri 18.10.2018
2.
Weil, wie schon im Artikel steht, dies bisher erstmalig vorgekommen ist. Dafür baut man nicht für einen vermutlich zweistelligen Millionenbetrag eine Pipeline bzw. tut sich das dazugehörige Verfahren an, das schonmal 20 [...]
Zitat von MannAusmNorden180.000 Liter hört sich immer so unglaublich viel an. 180m³ sind das, oder etwa 7 Lastwagen voll Wasser. Dann auf einmal nicht mehr so spektakulär. Finde die Aktion aber dennoch gut und frage mich, warum sie dort nicht gleich eine Pipeline bauen.
Weil, wie schon im Artikel steht, dies bisher erstmalig vorgekommen ist. Dafür baut man nicht für einen vermutlich zweistelligen Millionenbetrag eine Pipeline bzw. tut sich das dazugehörige Verfahren an, das schonmal 20 Jahre dauern kann.
erzengel1987 18.10.2018
3. Zu 1
Die großen Zahlen sollen doch leser anlocken :-). hört sich doch viel viel besser an. Aber du gibst bereits die Antwort. 7 vielleicht noch 10 Lastwagen voll sind wahrscheinlich immernoch billiger als wenn man eine Pipeline [...]
Die großen Zahlen sollen doch leser anlocken :-). hört sich doch viel viel besser an. Aber du gibst bereits die Antwort. 7 vielleicht noch 10 Lastwagen voll sind wahrscheinlich immernoch billiger als wenn man eine Pipeline baut. Klar wenn das zum Dauerzustand wird, dann wäre eine Pipeline irgendwann effektiver.
alt-nassauer 18.10.2018
4. Es hapert etwas an der Dimension?
Gut sieben LKW - vorausgesetzt das sind Auflieger mit Zugmaschine und keine 12 Tonner mit nur 15 Kubikmeter Fassungsvermögen. Ja das hört sich nach wenig an - pro Tag! Die Woche hat immer noch sieben Tage und die Aktion ist [...]
Gut sieben LKW - vorausgesetzt das sind Auflieger mit Zugmaschine und keine 12 Tonner mit nur 15 Kubikmeter Fassungsvermögen. Ja das hört sich nach wenig an - pro Tag! Die Woche hat immer noch sieben Tage und die Aktion ist nicht "einmalig" weil an nur einem Tag, sondern laut Bericht schon seit Tagen läuft. Zu dem ein Ende gar nicht in Sicht ist. 6000 Personen pro Tag hört sich auch nicht so enorm an. Aber wie sieht es bei 48.000 Personen (das ist die Summe bei sieben Tagen) aus und der dann abgegeben Menge 1260 Kubikmeter Wasser! Desweiteren ist es "albern" um sich Gedanken um die Kosten einer Pipeline zu machen. Weil im Artikel eindeutig steht das der Deutsche Wasserversorger über Leitungen seit je her andere belgische Gemeinden mit Trinkwasser versorgt. Nur schein die Gemeinde Bütgenbach nicht über einen Anschluss zur einer "externen" Belgischen bzw. einer Deutschen Grenznahen Wasserversorgung hat. Darin liegen dann schon mal zwei Fehler! Aber genaues weiß man ja nicht... Aber man sollte schon im klaren sein, das Wasser ein wichtiges Gut ist und wenn Deutschland (noch dafür sorgt) und es sich leisten kann es abzugeben. Denn dieser Stausee auf Deutscher Seite hat auch nicht mehr die Mengen und es ist leicht gesagt man bekommt das Wasser woanders her. Man sollte sich mal den O-Ton der Vogelsberger zur Wasserversorgung im Rhein-Main Gebiet mal anhören. Nix mit Friede, Freude und Eierkuchen. Wenn es um das Wasser geht, geht irgendwann jegliche Solidarität! Dann haben andere Länder ja noch Glück! So wie Belgien jetzt schon um Strom für den Winter "bettelt" - Frankreich, Niederlande und Deutschland sollen für eine sichere Stromversorgung sorgen.
leeberato 18.10.2018
5. @alt-nassauer:
auch wenn es über einen längeren Zeitraum geht werden die Menschen nicht mehr, was ist das denn für eine Rechnung? Falls Sie die Tage mal den Personen nehmen würden wäre das Ergebnis 42000 und nicht 48000, obwohl die Rechnung [...]
auch wenn es über einen längeren Zeitraum geht werden die Menschen nicht mehr, was ist das denn für eine Rechnung? Falls Sie die Tage mal den Personen nehmen würden wäre das Ergebnis 42000 und nicht 48000, obwohl die Rechnung an sich schon Blödsinn ist. Und Sie wollen auf Fehler hinweisen? Wenn Sie große Zahlen wollen, nehmen Sie doch gleich die Anzahl der Menschen mal der Sekunden, sieht noch spektakulärer aus!

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