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USA

"Florence" fordert erste Todesopfer

Sturm "Florence" hat im Südosten der USA die Küste erreicht und für Überschwemmungen und Verwüstung gesorgt. Mindestens vier Menschen starben, darunter eine Mutter und ihr Baby.

REUTERS
Freitag, 14.09.2018   22:46 Uhr

Mit voller Wucht ist Hurrikan "Florence" auf die Südostküste der USA getroffen und hat zu den ersten Todesopfern geführt. Eine Mutter und ihr Baby kamen in Wilmington im Bundesstaat North Carolina ums Leben, als ein Baum auf ihr Haus stürzte, wie die Polizei mitteilte. Der Vater wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht.

In Pender County sei eine Frau nach einem Herzinfarkt gestorben, weil die Sanitäter wegen der gesperrten Straßen sie nicht erreichen konnten, hieß es. Eine vierte Person wurde in Lenoir County getötet, als sie einen Generator einsteckte, meldete das Büro des Gouverneurs.

Der Wirbelsturm hat sich zwischenzeitlich weiter abgeschwächt. Er wurde am Freitagnachmittag (Ortszeit) von einem Hurrikan zu einem tropischen Sturm herabgestuft, wie das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) mitteilte. Entwarnung gab die Behörde aber nicht: In der Nacht sei weiterhin mit "lebensbedrohlichen Sturmfluten" und "katastrophalen Überschwemmungen" in Teilen der Bundesstaaten North und South Carolina zu rechnen.

Am Freitagmorgen (Ortszeit) hatte der Hurrikan mit mächtigen Windböen, schweren Regenfällen und meterhohen Überschwemmungen die US-Südostküste erreicht. North Carolina wurde besonders schwer getroffen. Einsatzkräfte retteten hunderte Menschen aus von Wasser umschlossenen Häusern.

Hunderttausende ohne Strom

Mehr als 400.000 Menschen in North und South Carolina seien ohne Strom, berichtete der Sender CNN. Experten warnen vor tagelangen heftigen Regenfällen.

Es liefen bereits viele Notfalleinsätze in der betroffenen Küstenregion, sagte der Chef der Katastrophenschutzbehörde FEMA, Brock Long. Als eine der ersten Gegenden wurden die Outer Banks getroffen, eine dem Festland vorgelagerte Inselkette in North Carolina.

Auch den Ort New Bern an der Küste North Carolinas traf die Sturmflut. Rund 150 Menschen warteten hier zwischenzeitlich darauf, von Rettungskräften aus den Wassermassen gerettet zu werden, wie der National Weather Service auf Twitter meldete.

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Hurrikan: "Florence" tobt durch die USA

Die Auswirkungen von "Florence" zeigten sich an vielen Orten: Flüsse traten über die Ufer, Uferstraßen wurden überspült. Mehr als 1300 Flüge wurde laut CNN an der US-Ostküste gestrichen. In der Nähe von Wilmington in North Carolina - unweit des Ortes, an dem "Florence" auf die Küste traf - hatte der Stromversorger Duke Energy ein Atomkraftwerk vorsichtshalber vom Netz genommen.

Weißes Haus kündigt Trumps Besuch an

Das Weiße Haus kündigte an, dass US-Präsident Donald Trump nächste Woche in Gebiete reisen werde, die vom Hurrikan Florence getroffen werden - sobald feststehe, dass seine Reise keine Rettungs- oder Wiederaufbaumaßnahmen störe.

Der Sturm traf mit Windgeschwindigkeiten von 150 Kilometern pro Stunde auf die Küste. "Florence" hatte sich über dem Atlantik zwischenzeitlich zu einem Hurrikan der Stärke 4 entwickelt, sich aber wieder zu einem Hurrikan der niedrigsten Stufe 1 abgeschwächt.

Problematisch sei aber, dass sich "Florence" sehr langsam bewege und enorme Wassermassen in die Küstengebiete trage, sagte der Direktor des Nationalen Hurrikan-Zentrums in Miami (Florida), Ken Graham. Experten rechnen damit, dass sich die Wasserlast des Sturms bis zu vier Tage lang über das Land ergießt. Fünf Millionen Menschen im Südosten der USA könnten von Überschwemmungen betroffen sein.

lie/AFP/dpa

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