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Panorama

Hurrikan

"Michael" richtet in Florida schwere Verwüstungen an

Mindestens zwei Menschen sind gestorben, Gebäude sind zerstört, Hunderttausende Haushalte sind ohne Strom: Hurrikan "Michael" ist in Florida auf Land getroffen. Das volle Ausmaß der Schäden ist noch unklar.

Foto: DAN ANDERSON/EPA-EFE/REX/Shutterstock
Donnerstag, 11.10.2018   10:36 Uhr

Hurrikan "Michael" hat Florida mit Wucht getroffen und im Nordwesten des US-Bundesstaates für extremes Wetterchaos und Zerstörung gesorgt. Das Nationale Hurrikanzentrum sprach von einem Rekordsturm in der Region, wobei das genaue Ausmaß der Folgen am Donnerstag noch unklar war. Tags zuvor war "Michael" mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern auf die Küste getroffen.

Ein Kind und ein Mann seien gestorben, berichtet der Sender CNN. Der Mann starb demnach, als ein Baum auf sein Haus in Greensboro fiel. In Georgia wurde ein elfjähriges Mädchen getötet, als ein durch die Luft wirbelnder Carport auf ihrem Haus landete, wie der Chef der örtlichen Katastrophenhilfe, Travis Brooks, mitteilte.

In Hunderttausenden Haushalten fiel der Strom aus. Floridas Gouverneur Rick Scott ließ Such- und Rettungsmannschaften in die besonders schlimm betroffenen Gebiete ausrücken.

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Hurrikan "Michael": Mit 250 Kilometern pro Stunde über Florida hinweg

Als "Michael" am Mittwochnachmittag (Ortszeit) nordwestlich des kleinen Ortes Mexico Beach die Küste traf, fehlten dem Sturm nur zwei Stundenkilometer Windgeschwindigkeit, um in die höchste Kategorie fünf eingestuft zu werden. Aufnahmen aus Mexico Beach zeigten weitreichende Zerstörung, Überflutungen und Trümmer. Auch auf Bildern aus der Stadt Panama City Beach waren Häuserreste, abgedeckte Dächer und umgeknickte Bäume zu sehen.

Der Meteorologe Dennis Feltgen vom Nationalen Hurrikanzentrum erklärte, es handele sich um den stärksten Hurrikan seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der Floridas Panhandle getroffen habe. Als Panhandle (Landzipfel oder wörtlich Pfannenstiel) wird der nordwestliche Zipfel Floridas bezeichnet.

"Michael" hatte in den vergangenen Tagen rasant an Stärke gewonnen. Die Behörden hatten Hunderttausende Menschen aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Doch viele kamen dem nicht nach. Floridas Gouverneur Scott sagte, er sei enttäuscht darüber.

Im Video: Warum das Wetter immer unberechenbarer wird

Foto: BBC

Bei seinem Zug nach Norden schwächte sich der Sturm inzwischen zu einem Hurrikan der Kategorie eins ab, blieb aber dennoch gefährlich. Am Mittwochabend (Ortszeit) zog er durch den Südwesten des Bundesstaates Georgia. In einigen Gebieten dort galten Tornadowarnungen. Die Katastrophenschutzbehörde Fema warnte, "Michael" werde auch North und South Carolina starken Regen bringen. Die beiden Bundesstaaten liegen noch weiter nördlich.

US-Präsident Donald Trump begann am Abend seine Rede auf einer Wahlkampfveranstaltung damit, den Menschen in den betroffenen Gebieten sein Mitgefühl auszusprechen. Die "Gedanken und Gebete" der gesamten Nation seien bei ihnen. Trump hatte zuvor erklärt, er habe die Wahlkampfkundgebung nicht absagen wollen, weil er die Menschen nicht enttäuschen wolle, die darauf gewartet hätten.

Der Präsident kündigte an, das Katastrophengebiet voraussichtlich am Sonntag oder Montag zu besuchen. Bei einem früheren Besuch befürchte er, den Helfern in die Quere zu kommen, sagte Trump.

aar/dpa/AFP

insgesamt 1 Beitrag
hunactun 11.10.2018
1. Hurrikane, rein menschlich gesehen
Für jemanden der zwei Hurrikane erlebt hat (Gilbert 1988 und Isidore 2002 - Einzelheiten bei Wikipedia) und sich dabei an einem Ort (in Nord-Yucatán, México) aufhielt, über den jeweils das Hurrikan-Auge hinweg gezogen ist, [...]
Für jemanden der zwei Hurrikane erlebt hat (Gilbert 1988 und Isidore 2002 - Einzelheiten bei Wikipedia) und sich dabei an einem Ort (in Nord-Yucatán, México) aufhielt, über den jeweils das Hurrikan-Auge hinweg gezogen ist, lesen sich die hier veröffentlichten Beiträge abgehoben, weltfremd, inhuman, herzlos, vor allem aber arrogant wertend deutsch. Wenn das Auge über einen hinwegzieht, kommt (auf der Nordhalbkugel) die Wucht des Windes zuerst von Norden, dann ist ein Weilchen Pause, dann kommt noch einmal dasselbe von Süden. Das sind Windrichtungen, auf die niemand vorbereitet ist; denn normalerweise kommt der Wind bei uns aus O / NO (Passatwind). Bei einem Hurrikan handelt es sich auch nicht einfach um Wind, es sind wuchtige, hammerartige Schläge von Windenergie, die die Erdoberfläche in fortlaufenden Serien treffen und alles umwerfen, was nicht fest und tief im Boden verankert ist. Die Zitrusbäume fliegen als erste weg. Die Akustik ist ohrenbetäubend, wirkt auf den Europäer nervend bis demoralisierend. Die Menschen hier auf dem Lande bleiben in ihren (Stein-) Häusern, hocken sich in eine Ecke, also in den Schutz zweier Wände, und warten ab, bis der Sturm vorbei ist, geduldig, ruhig, gefasst, keiner spricht. Die Palmwedeldächer sind elastisch, biegsam und nachgiebig, halten der Windbelastung in aller Regel stand, sind ggf. schnell und leicht zu reparieren. Wer die ländlichen USA kennt, weiß um die Zerbrechlichkeit der hier üblichen, lediglich mit Blendsteinen aufgeschönten Holzhäuser, die ohne Fundament (oder gar Keller) auf einer dünnen Betonplatte stehen und einem Hurrikan 3. oder 4. Ordnung nichts entgegen-zusetzen haben, von den Blechhütten und Pappkartonhäusern der Karibikländer ganz zu schweigen. Dazu ist die gesamte Elektrizität oberirdisch verlegt. Den Menschen, die unter solchen Umständen leben, muss unser tiefes Mitgefühl gelten, denn sie sind größtenteils nicht in der Lage, etwas an ihrem Zustand zu ändern. Ihre wirkliche Lage kennt auch so richtig niemand. Deren bestimmende Merkmale sind Armut und Unwissenheit.

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